Meat Art Manifest - Joblin

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I. That’s ART: Es gibt niemanden, der nicht entscheidet, was Kunst ist.

II. My ART: Es gibt niemanden, der nicht Kunst schafft.

III. Meat-ART: Es gibt niemanden, der nicht Kunst ist.




That’s ART: There is no one, who does not decide, what art is.

You also decide, what art is.



That’s ART: Es gibt niemanden, der nicht entscheidet, was Kunst ist.

Ziel der „That’s ART“ ist es, Begrenzungen aufzuheben und die Kunst zu öffnen. Im Gegensatz zur Aussage „Jeder kann über Kunst entscheiden.“ liegt in der doppelten Verneinung des ersten Teils des Joblin-Manifests ein Schwerpunkt auf der tatsächlichen Entscheidung, die bewusst oder unbewusst in jedem Menschen stattfindet. Selbst die Entscheidung sich nicht zu entscheiden oder Kunst zu ignorieren ist eine entschiedene Herangehensweise an die Kunst.

  • Kunst kann individuell sein: Kunst trägt ihre Ursache ihrer Existenz nicht in der Anerkennung von Wissenschaft, Markt oder Masse. Kunst kann persönlich, privat, klein, von der Welt verschmäht, unkünstlerisch sein. Jedes Individuum entscheidet selbst, was seine Kunst ist. Daraus folgt, dass Kunst alles sein kann: polykonfessionell, asexuell, international, nicht verstanden, anonym, polypräsent usw.
  • Kunst kann immateriell sein: Kunst trägt ihre Ursache ihrer Existenz nicht in der Materialisierung. Gedanken und Gefühle können Artefakte sein. Ideen, Innovationen, Erinnerungen sind Machwerke der Kunst und damit genauso Kunstprodukte, wie Gemälde, Skulpturen, Architektur, Performance usw. Aus diesem Grund ist der Begriff „Kunstwerk“ nur für eine begrenzte Kunst gültig.
  • Kunstentscheidung gebiert Kunstentscheidung: Der sich aus der persönlichen und immateriellen Kunst stets neu entwickelnde Konflikt und Diskurs, was Kunst sei, ist ebenfalls Kunst. Diese auf ewig unvollendete „Krise“ verweist auf den Umstand, dass niemand nicht Kunst schaffen kann und niemand nicht Kunst sein kann.


That's ART Joblin

Alles kann Kunst sein. Überall. Jederzeit. Seit Beuys und Duchamp ist das in der Kunstwelt bekannt. Aber der Gegenstandsbezug stand immer im Vordergrund. Es kann jedoch tatsächlich ALLES Kunst sein: Gegenständliches und Ungegenständliches. Gedanken. Ideen. Gefühle. Erinnerungen. Vergängliches. Aus diesem Grund sind die "That's ART Joblin"* Siegel auch vor allem an Stellen zu finden, welche die geistige, intellektuelle und emotionale Welt ansprechen. Die „That’s-Art-Aufkleber“ waren „Kunst-Qualitäts-Siegel“, die von jedem verwendet werden konnten. In den 70ern sah man in New York an allen Ecken und Enden diese Aufkleber. Heute wird diese Aktion in manchen Städten von Joblin-Anhängern neu Aufgelegt, um die Idee der allgegenwärtigen Kunst in den Alltag der Menschen zu bringen. Es gibt sehr viele geistreiche Stellen für „That’s ART“, welche die "Ausstellungsbesucher" zu einer neuen Sichtweise der Welt bewegen. Diese Inflation der Kunst kommt dem Markt auch heute noch in die Quere und führte damals zu einem Galerieverbot für Joblinwerke.

Kunst-Qualitäts-Siegel

Zahlreiche Beispiele Belegen durch die symbolische "Versiegelung", welche Situationen von einzelnen Individuen als Kunst empfunden werden können: Die Ruhe auf einer Parkbank; der Ausblick von einer bestimmten Stelle aus; die persönliche Erinnerung an einen wunderbaren Moment; die Inspiration zu einer Entwicklung; ...

Jack Joblin selbst ging noch weiter. Alles kann Kunst sein. Insbesondere Fleischliches. Er kreierte ein „Fleisch-Kunst-Siegel“, um die Lebendigkeit der Dinge und der geistigen Welt herauszuheben. Marcel Duchamp sah in einem verfremdeten Gegenstand Kunst. Joblin trieb die Objektkunst bis an ihre Grenzen. Er brauchte keine Verfremdung. Für ihn war alles Kunst. Und das Individuum, das Kunst betrachtete war entscheidender als das Objekt selbst. So kam er zur Subjektkunst. „Was das Subjekt als Kunst wahrnimmt ist Kunst.“ Kein Kunstwissenschaftler oder Kunstmarkt kann das Subjekt davon abhalten. „That’s Art“ wurde später zu „That’s Meat“. „That’s Meat“ wurde zu „Look@Meat“. "Jeder ist Künstler" wurde zu "Jeder ist Kunst". Das Fleisch selbst ist die Kunst. Der Mensch ist Kunst.


Ist Kunst in jedem?

Als Jack Joblin den ersten Teil seines Manifestes "Es gibt niemanden, der nicht entscheidet, was Kunst ist" publizierte und mit den Qualitätssiegeln für Jede(n) manifestierte, tönte die Presse: "Joblin gibt den Menschen die Kunst zurück" und "Joblin facht eine Kunstrevolution an". Andere wiederum befürchteten den häufig heraufbeschworenen Tod der Kunst, der durch die Mannigfaltigkeit und damit der Beliebigkeit eintreten könnte. Joblin sah allerdings Kunst als immer im Menschen existent und unauslöschbar an. "Niemand kann sie (Kunst) verlieren. Niemand kann sie verlassen. Wer sie weckt, wird überrascht werden." Kunst hatte schon immer große Aufgaben zu bewältigen. Auch Beuys' Annahme, jeder sei Künstler muss in der Neuzeit erst noch bewältigt werden. Die Zeit war damals noch nicht reif für die konsequente Umsetzung dieses Gedankens in den Alltag der Menschen. Die darauffolgende Aufgabe wird aber noch schwieriger sein: Die Konfrontation des Menschen mit der Tatsache, dass er selbst Kunst ist.


  • Der Name Joblin auf den heutigen Aufklebern erinnert an den Ideengeber.


My ART: There is no one, who does not create art.

Jack Joblin creates Fish-Meat-Art


Es gibt niemanden, der nicht Kunst schafft.

Ziel der „My ART“ ist es, das Bewusstsein für ein aktives, selbstbestimmtes Künstlerdasein zu schärfen. Im Gegensatz zur Aussage „Jeder kann Künstler sein.“ liegt in dem zweiten Teil des Joblin-Manifests ein Schwerpunkt auf dem unbedingten Künstlerdasein, welches bewusst oder unbewusst von jedem Menschen gelebt wird. Selbst die Entscheidung nicht Künstler zu sein ist eine Haltung eines Künstlers.

  • Wirken ist Kunst: Alle individuellen Produkte des Menschen sind Artefakte. Auch wenn sie in den meisten Augen nicht als solches wahrgenommen werden. Die Potenz der Kunst steckt in allem vom Menschen geschaffenen.
  • Leben ist Kunst: Alles Leben eines Menschen kann von ihm und dritten Personen als Kunst eines Künstlers aufgefasst werden. Dazu gehören auch immaterielle, psychische, philosophische „Produktionen“.
  • Künstler gebären Künstler: Künstler schaffen nicht nur Kunst, sonders sie bringen auch neue Künstler zu Tage. Dabei ist nicht die Fortpflanzung gemeint, sondern das Erkennen des Künstlers im Menschen in seiner Zeit. Dieses Wahrnehmen des „Künstlers als Künstler“ verweist auf den Umstand, dass niemand nicht Kunst sein kann.


Durch My ART wollte Jack Joblin das Bewusstsein für ein aktives, selbstbestimmtes Künstlerdasein schärfen. Im Gegensatz zur Aussage „Jeder kann Künstler sein.“ liegt in dem zweiten Teil des Joblin-Manifests ein Schwerpunkt auf dem unbedingten Künstlerdasein, welches bewusst oder unbewusst von jedem Menschen gelebt wird. Selbst die Entscheidung nicht Künstler zu sein ist eine Haltung eines Künstlers. Das Leben und Wirken jedes Mensch ist ein künstlerischer Ausdruck.

Um das Bewusstsein in der breiten Bevölkerung dafür zu schärfen ging Jack und nun auch Bob Joblin in die Städte und ließ My-ART und Your-ART entstehen. Menschen konnten sich an Quadrat und Kubikmetern Raum auslassen. Einige Materialien wie Farbe, Klebstoff, Hammer und Nagel wurden bei den anfänglichen Aktionen zur Verfügung gestellt. Später wurde nur jeweils eine 500 x 200 cm große Leinwand (bzw. 10 Kubikmeter große Glasbehälter) aufgestellt und gewartet, was mit dem Freiraum passiert. Die Kunstwerke wurden dann später nach den Städten und der Zeitspanne benannt. Z.B.: NY, 09.11.2001, 13.00 – 18.00 Uhr. Aus diesem Grund wurden die Bilder auch als City-ART bekannt und von manchen Städten und Museen gerne in Auftrag gegeben. Die Identifikation des Einzelnen als Künstler und die Anerkennung von hochstehenden Kunstinstitutionen durch die Veröffentlichung in einem Museum ergab eine attraktive Voyeurismus-Show.

Parallel zu der City-ART verteilten Joblin-Mitarbeiter das Meat-Art-Manifest, was zur Folge hatte, dass einige passierende Kunstschaffende das Supermarktfleisch auf die Wände nagelten oder in die Behälter warfen, was eine besondere Erstlagerung bzw. Versiegelung der Werke zur Folge hatte.



Beat & Meat

Beat-Meat-Logo.jpg

Subject Art: Look@Meat

Beat & Meat war die erste Guerilla-Vernissage, die Jack Joblin unangekündigt in einer New-Yorker Kneipe aufzog und damit einen Meilenstein für die persönlich, wissenschafts- und marktbefreite Kunst setzte.


Die Veranstalter von „Holy Art“, einer Upper East Side Kneipe hatten an diesem Winterabend im Jahr 1957 nur ein Konzert auf dem Programm. Sie rechneten nicht mit einem kleinen historischen Ereignis. Vor allem weil die aufspielende Kapelle nicht gerade bekannt dafür war ein großes Publikum anzuziehen.


Die Band wollte gerade mit dem Spiel beginnen, da betraten über dreißig schwarz gekleidete Personen den Raum, die alle etwas Rotes in der Hand hielten. Es waren Lachsarbeiten von Jack Joblin. Ohne weitere Kommentare stellten sie sich, wie lebendige Staffeleien im Raum auf. Das verwirrte Publikum und der Veranstalter wussten nicht so recht wie ihnen geschah, aber sie wurden in diesem Moment zu Besuchern der weltweit ersten Guerilla-Vernissage mit dem Titel „Beat & Meat“.


Jack Joblin hatte zuvor daran gedacht Publikum per Flyer einzuladen. Die Band begann zu spielen. Eine halbe Stunde später war der Raum brechend voll. Der anfangs skeptische Veranstalter war bald von dieser spontanen Vernissage überzeugt – auch wenn diese Kunstausstellung nur eine „One-Night-Show“ war.


Nachfolgeveranstaltungen waren „Flesh-In“, „Fish-In“ und „Art-In“ in verschieden Etablissements und öffentlichen Plätzen, wobei spontane Beteiligungen anderer Künstler gern gesehen waren. Auch bei diesen Veranstaltungen wurde mit der Kombination von totem und lebendigem Fleisch ein Vanitas-Schwerpunkt gelegt. Spätere Guerilla-Vernissagen der Joblin-Factory lösten sich von diesem Focus.


Die früheren Beat & Meat Partys aus den 50er und 60ern von Jack Joblin wurden von der Joblin-Factory zu „Show your Art“ umgewandelt, um das Manifest-Prinzip „Es gibt niemanden, der nicht Kunst schafft“ umzusetzen. Die Variante „Show you’re Art“ schlägt den Bogen zu „Es gibt niemanden, der nicht Kunst ist.“ Die Guerilla-Kunstausstellung der Joblin-Factory ist heute für JEDE(N) geöffnet.

„Show you’re ART“ bringt Kunst in den Alltag. Zu Menschen, die sonst nichts mit Kunst zu tun haben. An Orte, die normalerweis für Kunst unzugänglich sind. Zu Veranstaltungen, die Kunst nicht auf ihrem Programm haben. Dabei wird keiner Elite Schampus oder Lachshäppchen angeboten, d.h. Lachs gibt es eigentlich schon, aber mehr auf den Bildern und auch nicht mehr genießbar. Bei „Show you’re ART“ geht es in erster Linie um die Kombination von angenehmem Ambiente z.B. eines Musiketablissements mit dem Zweck der freien Veröffentlichung von Kunst.


Interview: Thomas Gloom redet mit (Flesh-) Bob Joblin

  • T.G.: Heute sind die Guerilla-Vernissage-Aktionen der Joblin-Factory als Fish-Meat-Art-Panoptikum angelegt. Kuriositäten und „Fälscherstücke“ aus der Fleischkunstgeschichte begleiten die Originale Jack Joblins und die neuen Ausführungen der Joblin Factory.
  • B.J.: „Guerilla-Vernissage“ das ist ein zu großes Wortpaar für das, was bei Beat & Meat stattfand und heute gewollt ist. Ich empfinde es immer noch als persönliche Kunst, auch wenn durch multimediale Verabredungen manchmal unglaublich viele Leute ihre Kunst ganz individuell präsentieren.
  • T.G.: Ausstellungseröffnung ist häufig um Mitternacht.
  • B.J.: Ja, dann ist mit dem größten Publikum zu rechnen. Meist findet sich jemand, der dann mit einigen Worten an meinen Vater erinnert, der die Idee zu den Beat & Meat Aktionen hatte. Manchmal gratuliert ein DJ Jack Joblin zum Geburtstag. Ein andermal wird die aktuelle Ausstellung mit Zitaten aus dem Manifest eröffnet. Am häufigsten wird nichts kommentiert.
  • T.G.: Ursprung ist das Meat-Art-Manifest von Jack Joblin.
  • B.J.: Damals gingen die spontanen Kunstausstellungen auf My Art bzw. City Art zurück. Mein Vater wollte in jeder Stadt, in der er sich gerade befand auf einem öffentlichen Platz den Menschen Materialien und Raum für Kunst zur Verfügung stellen. Die für ihn nicht immer zufriedenstellenden Ergebnisse waren eine Art freiheitlich gemeinschaftliche Kunst.
  • T.G.: Eine „kunstsoziale“ Vorgehensweise.
  • B.J.: Im Gegensatz zu den Vanitas-Brennpunkten früherer „Flesh-In“ und „Fish-In“ Partys ist das öffnende Prinzip heute unser Schwerpunkt. Wir präsentieren zwar auch uns und unsere Kunst, aber wir wollen vor allem persönlicher Kunst von Jedermensch eine Öffentlichkeit bieten.
  • T.G.: Abgerundet wird dieses modern gewordene Konstrukt von einem Charity-Charakter – Gewinne werden einem sozialen Projekt zugesichert.
  • B.J.: Derzeit ist dies die Unterstützung tibetischer Flüchtlingskinder und „No Fish-Meat On Mondays“.
  • T.G.: Seit der ersten Veranstaltung heißen sie „Flesh Bob“.
  • B.J.: Die Idee kam einigen Freunden von mir in unserer Stammpizzeria Taormina, da über soziale Netzwerke usw. zu den Guerilla-Vernissagen ähnlich dem Flash Mob aufgerufen wird.




MeatART: There is no one, who is not art.

Auch FleshART & Subject Art: Look@Meat

Meat- bzw. Subject-ART: Es gibt niemanden, der nicht Kunst ist.

Ziel der „Meat ART“ bzw. „Subjektkunst“ ist das Verständnis für einen neuen Kunstbegriff: Alles Fleisch ist Kunst. Die Kunstgeschichte arbeitete konstant auf diese Lösung des Kunstbegriffes hin. Von der Höhlenmalerei bis zu neuzeitlichen Entwicklungen wurde der Einsatz des Fleisches ständig erhöht: Tier und Mensch als Motiv, Blut als Farbe (Höhlenmalerei), Fleisch als mannigfaches Symbol (Renaissance, Barock), Ganzkörpereinsatz in einer Performance, Fleisch als Werkstoff usw. (siehe „Fleisch in der Kunstgeschichte) Im Gegensatz zur Aussage „Jeder kann Kunst sein.“ liegt in dem dritten Teil des Joblin-Manifests ein Schwerpunkt auf dem unbedingten Kunstsein allen Fleisches.

  • Künstler sind Kunst: Jeder ist Künstler. Jeder ist Kunst. Der Mensch an-sich kann nicht nicht Kunst sein. Bewusst oder unbewusst ist der Mensch zum Kunstsein verdammt. Er wird in seinen und anderen Augen zur Kunst und versucht seiner Existenz zu fliehen oder sie zu bewältigen. Selbst die Entscheidung nicht Kunst sein zu wollen ist ein Akt der Subjekt- bzw. Fleischeskunst.
  • Mystischer Kunstmensch: Auch das immaterielle des Menschen ist Kunst. Der Mensch ist Kunst für-sich und für-andere. Was in den Menschen projiziert wird, das ist nicht selten intensivere Kunst als das reelle Dasein. Fiktionen können die Realität überlagern und neue Kunstwelten erschaffen.
  • Kunst gebiert Kunst: Die sich aus der Kunst stets neu entwickelnde Kunst ist „Kunst der Kunst“. Kunst stirbt erst, wenn niemand mehr Kunst erfahren kann. Bis dahin ist alles Kunst. Eine Aufgabe, mit der sich die Kunstgeschichte, die Kunst selbst und damit die Menschen konfrontiert sehen.


Subject-Art: Jeder ist Kunst!

Der Begriff Subject-Art (engl. Subjektkunst) wurde von dem Künstler Jack Joblin in den 2000ern geprägt. Die Subjektkunst ist eine Richtung der Gegenwartskunst, die von der Meat-Art abgeleitet wurde und als Gegenbewegung zur Objektkunst zu verstehen ist, die sich vor allem mit Weiterverarbeitungen und Verfremdungen von Alltagsgegenständen beschäftigt. Zentraler Begriff der Subjektkunst ist die „Geistesfreiheit“.

„Die Freiheit des Geistes ist immer vorhanden. Selbst für den körperlich Gefangenen eines Arbeitslagers einer Diktatur. Die Wertschätzung dieser Freiheit ist das Erkennen der Kunst im Zeitgenossen.“ (Jack Joblin)

  • Kunst ist Individuell. In der wertfreien Betrachtung des Menschen liegt die Wahrheit der Kunst.
  • Geist ist Kunst. Idee ist immaterielle Kunst. Nicht die Ausführung zählt, sondern die Idee. Sie kann auch durch Kommunikation vermittelt werden. Anders als bei der Konzeptkunst zählen alle Ideen. Insbesondere die Ideen des Alltags. Also nicht nur die Ideen, die Kunst zum Thema haben. Pressefreiheit ist ein wichtiger Unterpunkt der geistigen Freiheit.
  • Körper ist Kunst. Das lebende und tote Fleisch ist Kunst. „Der Geist ist im Leben an das Fleisch gebunden.“ (B. Joblin)
  • Befreiung von dem wissenschaftlichen Dogma. Das Individuum bestimmt, was als Kunst empfunden wird. Kulturvorgaben sind Ergänzungen.
  • Befreiung vom Kunstmarkt. Die Ökonomie des Kunstmarktes wird von dem Individuum bestimmt. Werteinschätzungen von Institutionen sind belanglose Schätzwerte.

Sie Subjektkunst Joblins wurde erst durch die Öffentlichkeitsarbeit der Joblin-Factory seit 2011 bekannt. Durch ihre Beat-Meat-Shows tragen sie die Subject-Art von Stadt zu Stadt. Sie wollen damit ein bewusstes Kommunizieren der Subjektkunst mit Subjektkunst anregen. Diese Kommunikation der Kunst mit Kunst bezeichnet Joblin als Kult-Spiel.

Zitate zur Subjektkunst

„Es ist keine direkt Sehnsucht nach einem neuen Zustand der Welt, die Joblin treibt, sondern die Sehnsucht nach einem neuen Blick. Das ist revolutionär.“ (Mehr Zeit)

„Subjektkunst grenzt sich von anderen Kunstströmungen durch das Medium der Kunst ab: Es ist zum ersten Mal wirklich der Mensch. Kein Gemälde schafft, was der Mensch schafft. Kein Video gibt das wieder. Kein Objekt kann annähernd Subjekt sein. Kein bisheriges Medium kann genügen. Kunst ist kein Kunstgegenstand. Den Mensch als Kunst zu erfassen. Das ist lange Idee. Aber nicht richtig angenommen. Nicht zu Ende gedacht. Nicht vollkommen ausgeführt. (...) Ich sag nicht, jemand solle aufhören zu malen. Nein. Malt weiter. Malt euch wund. Malt euch blutig. Lasst Euren vom Fleisch gefallenen Hitler zu euch schreien: ‚Du bist mein Hitler!’ Seltsam, wenn Leute wie Beuys das nicht fassen können und die Menschheit so lange dafür braucht, um zu erkennen. Alle sind sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Auch wenn sie vorgeben andere ins Zentrum der Kunst zu setzen. Ihre Kunst bleibt IHRE Kunst. Das ist ihnen nicht klar. Kunst braucht kein Museum. Kunst braucht keine Zwangsjacke. Keine Bühne. Kunst ist überall. Zu jeder Zeit. Jetzt. Hier. Jetzt. Hier. Jetzt. Hier. Revolution ist rosa-fleischfarbenes Kinkerlitz dagegen.“ (Jack Joblin)

„Subjektkunst ist natürliches Selbst-Sein, aber auch künstliche Inszenierung. Es wird weniger Wertt auf den Gegenstand, sondern auf den Menschen gelegt: Der Betrachter ist kein Beobachter mehr, sondern Interakteur und wird selbst zur Kunst. Dies streift die Rezeptionsästhetik. Geht aber noch weiter.“ (Thomas Gloom)

„Die Verfremdungen einer Objektkunst sind in der Subjektkunst nicht mehr erforderlich. Der Kunstbeteiligte ist in seiner neuen Rolle an der Erschaffung neuer Kunst ebenso involviert, wie derjenige, der früher als Künstler galt. Sie stehen in wechselnden Rollen auf einer Ebene. Gleichberechtigung findet in der Subjektkunstkommunikation von Kunst mit Kunst seine natürlichste Ausprägung. Kunst stellt sich in Wechselbeziehung selbst dar. Temporäre Rückfälle in alte Muster sind unvermeidlich: Einmal ist man wieder passiver Betrachter der Kunst. Im gleichen Moment jedoch als dieser alte Betrachter selbst aktive Kunst. Und damit Innovation im Rückfall auf verbrauchte Muster.“ (Thomas Gloom)

„Was ihr seid? Weder Fisch. Noch Fleisch.“ (Jack Joblin)

„Die Kritik meines Vaters an seinen Künstlerkollegen kannte teilweise kein Maß. Er war davon überzeugt, dass es viele Scharlatane in der Kunstwelt gab. Deren Anerkennung störte ihn nicht, aber er belächelte das Kult-Spiel um die Anerkennung.“ (Bob Joblin)

„Mein Fisch ist näher am Fleisch als ihr.“ (Jack Joblin)

Bibel-Wandlung: Bob Joblin brachte mit der Factory eine Bibel heraus, bei der das Wort „Gott“ nicht mehr vorkommt, weil es durch das Wort „Kunst“ ersetzt wurde. Das war eine Idee seines Vaters.

Das Kunstwerk ist tot. Es lebe die Kunst

Der Begriff Meat-Art (engl. Fleischkunst) wurde in den 1960ern von dem Künstler Jack Joblin geprägt. Es handelt sich dabei um eine Richtung der zeitgenössischen Kunst, die aus Fish-Art, Eat-Art, Objektkunst und Nouveau Réalisme wächst.

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  • 60er
  • Fish-Meat
  • Fleichdarstellung
  • Erhaltung der Fish-Konnotation
  • Objektkunst: Fleisch-O-Phon
  • Sexualität, Lust: Schwarze Speck Serie
  • Ästhetik des Fleisches: Grüne Serie (Fleischstruktur)
  • Fleischstruktur auf Portraits pressen
  • Vergänglichkeit des Fleisches
  • Innenleben, Psyche
  • Fleisch is(s)t Kunst

All-Art

  1. Individuum Kunst
  2. All-Art-Kritik: Qualitätssiegel

Die Aktion mit dem Kunst-Gütesiegel, durch das er Alltagsgegenstände per Aufkleber oder Stempel zur Kunst „segnete“ war einerseits eine Befreiung von den Dogmen des Kunstmarktes und der Kunstwissenschaft. Auf der anderen Seite kritisierte er auch den Kunstbegriff an sich. In die private Aktion des „Kunstsegnens“ bezog er bald seine Studenten und schließlich alle möglichen Menschen auf der Straße mit ein. New York war übersäht von „That’s Art“ Aufklebern.

Tätowierung „ART“ bzw. Qualitätssiegel oder „Look@Meat“ auf 50 „Freiwillige“ Für Geld ließen sich 50 sozial schlecht gestellte Menschen für Joblin tätowieren. Die Höhe der Summe betrug die Sozialleistungen, welche die Freiwilligen vom Staat in einem Monat bekamen.

Bezahlte Kunstsubjekte, die als Kunstwerk und damit als Kunstobjekt im Museum betrachtet werden konnten. Dieser radikale Einschnitt in das Fleisch hatte mehrere Ursachen:

  • Sozialkritisch, Gesellschaftskritisch, Deutschlandkritik – USA-kritisch
  • Kunstmarktkritisch & Kunstwissenschaftskritisch: Von außen bestimmte Kunst
  • Joblin wollte eine Befreiung der Kunst durch die Subjektkunst (ÜBERLEITUNG ZUR SUBJECT-ART)
  • Aus der MeatART wächst die Subjektkunst.

Me@ART

Diether Rot: Betrachten wir die Kunstgeschichte des Fleisches, dann ist die notwendige Konsequenz daraus, dass wir den Menschen als Fleisch betrachten und Fleisch als Kunst. Daraus ergibt sich, dass jeder Mensch Kunst ist. Aber auch jedes Tier. Mit Kunst beschäftigt man sich. Kunst kann inspirieren. Kunst kann anregen, abschrecken, abstoßen, langweilig sein. Während man die eine Kunst versteht, hat man zur anderen Kunst keinen Zugang. Kunst kann schön sein. Kunst kann für uns gut sein. Der Titel heißt Me@ART.

  • MeatART = Fleischkunst
  • Meet ART = Treffe Kunst. Treffe Fleisch. Treffe Dich & Mich
  • Me at ART = Ich bin bei, an und in der Kunst. Ich bin Kunst. Fleisch ist Kunst!

D.R.: Das intuitive Schwanken des Menschen zwischen dem Schönen und Hässlichen; dem Anmutigen und Ekelhaften; dem Guten und dem Bösen und anderen Dualismen, bringt Joblin in seine Kunst ein. Er sieht jeden Menschen als Fleisch und jeden als Kunst. Dadurch versucht er jeden Menschen unbefangen zu sehen. Unabhängig von Schönheitsidealen versucht er in jedem Menschen Schönheit zu erkennen. Frei von ethischen Verpflichtungen versucht er Gutes im Mitmenschen zu erleben. Er sieht den Menschen als Kunst. Der Mensch ist für ihn Kunst. Seine scheinbar egoistische Haltung entwickelt sich in der Auslebung, als die der Wahrheit am nahe stehende. Seine subjektive Deutung der Menschen als Kunst und damit das Individualisieren der Kunst ist eine neue Befreiung des Menschlichen Blicks auf die Kunst.

D.R.: Ein menschlicher Blick wird von der Last des Objektivierens befreit. Die Kunst wird von der Last der Wissenschaft und der Ökonomie befreit. Regeln des Kunstmarktes können hier nicht mehr greifen. Wissenschaft kann diese Fülle der Kunst nicht fassen. Gleichheit der Menschen. Wahre Freiheit.




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