EatArt - Joblin

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EatArt

Joblins Haltung zur Eat-Art war zwiespältig. Auf der einen Seite erkannte er ein Potenzial in der Kunst des Alltäglichen der „Neuen Realisten“; auf der anderen Seite wollte er nicht zu einer All-Art kommen.

Die Philosophie des Fleisches

Interview mit dem Philosophen Nodora Maserhab (von Gorden Chair)

Das Fleisch im Fisch

Fisch ist kein Fleisch. Aber die Struktur der Lachskunst hat große Ähnlichkeit mit Muskelsträngen des menschlichen Fleisches. Die Assoziation an Muskeln unterstützte Joblin mit seinen Titeln: „Fleisch-O-Phon“. Aus der Fish-Art wurde Fish-Meat. Nach der Entwicklung der Eat-Art entschloss sich Joblin zu einer Konzentration auf das Fleisch und bezeichnete seine Folgearbeiten als Meat-Art (Fleischkunst).



Gorden Chair: Kunst sein oder nicht sein? Das ist hier die Frage. Ist Kunst mehr als ein Ergebnis einer menschlichen Tätigkeit, das durch einen kreativen Prozess als Kulturprodukt in Erscheinung tritt? Nodora Maserhab: Der Mensch selbst ist Kunst. Bei dem Gedanken kann ich meinem Vater ganz gut folgen. Er hat es mir auch einmal gut erklärt. G.C.: Ihr Vater nimmt Bob Dylan als eindeutiges Beispiel für seine These, dass jeder Mensch Kunst ist. Er verknüpft Dylans Leben mit eigenen Assoziationen, baut ihn in die Kunstgeschichte ein, verwertet sein Starleben als „Kunstgegenstand“. N.M.: Ja. Aber er kommt daraufhin zur Frage: „Warum sollte nur ein Star Kunst sein?“ und vor allem: „Kann jeder Kunst sein?“

G.C.: Joblin befasste sich mit Hegel, Sartre, Heidegger und anderen Philosophen, um seine Frage zu lösen. N.M.: Und stößt dabei auf ein philosophisches Problem des „An-Sich-Seins“ und des „Für-Sich-Seins“ und erkennt darin seine Problematik des „Kunst-Seins“. Er scheidet die bestimmenden Gruppen, die Kunst als Kunst betrachten in die drei Kategorien: Wissenschaftlich: An wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen Orientiert Pragmatisch: Nach bestimmten Regeln (z.B. der ökonomisch orientierte Kunstmarkt) Individuell: An persönlichen Interessen Orientiert

  • Dabei tritt die individuelle Ebene hervor und ist in der Position, die anderen Ebenen zu „schlucken“, da diese sich ebenfalls durch Individuen nähren. Das Individuelle Kunst-Sein kann nicht ausgeschlossen werden, da es das Fundament der Kunst ist. Der Mensch hat Kunst erfunden. Diese Tatsache ist nicht hinterfragbar. Kunst funktioniert nur durch Individuen. Durch das Fleisch des Künstlers. Das Fleisch des Betrachters. Das Fleisch des Wissenschaftlers. Das Fleisch des Kunsthändlers usw. In der Konzentration auf diese Ebene ist festzustellen, dass Kunst vor allem im Auge des Betrachters entsteht.
  • Erste Antwort: „Jeder kann in den Augen Anderer Kunst werden.“ Duchamp bezeichnet ein Pissoir als Kunst. Der Autor dieser Schrift bezeichnet den Leser als Kunst. Im Bewusstsein des Autors sind also Menschen Kunst. Die Idee der Kunst erhebt sich hier über die Wissenschaftliche Erklärung, gesellschaftliche Relevanz und ökonomische Spielregeln. Die Kunst wird zu ihrem Ursprung zurückgeführt: Kunst ist individuell. Sie liegt im Auge des Betrachters. Aber es findet eine entscheidende Erweiterung statt: Jeder kann Kunst werden und Kunst sein.
  • Für Joblin war die Möglichkeit der Kunstwerdung durch die Objektivierung Anderer aber nicht der fertiggedachte Gedanke. Was ist mit Selbstbetrachtung anzufangen?
  • „Jeder kann in den Augen Anderer und sich selbst Kunst werden.“ Wenn Kunst die Möglichkeit hat, sich selbst zu wandeln und dem Kunstsein für andere zu entgehen, dann ist die Kunst das Subjekt an-sich und nicht das objektivierende Auge Anderer. Es ist aber auch gleichwohl durch den Austritt aus der Fremdkunst bzw. fremdbestimmten Kunstwerdung „Eigenkunst“.
  • Der Umstand des „Kunst-Für-Andere-Sein“ geht davon aus, dass Kunst erst für andere existieren kann, wenn sie „Kunst-Für-Andere-Ist“. Dieser vom Sozialismus und Kommunismus inspirierte Gedanke trifft aber für die Kunst nicht genau zu. Ein System allein kann auch „Existenz der Kunst“ bilden, da Kunst-Existenz auch im „Kunst-Für-Sich-Sein“ erscheint. Das Kunst-Sein kann auch allein im „Für-Sich-Sein“ sinnvoll erscheinen und besitzt damit bereits seinen Selbstwert.
  • Ist Kunst nur sinnvoll, wenn Sie für Andere ist?
  • Stellt sich überhaupt eine Sinnfrage?
  • Kunst kann „An-Und-Für-Sich-Sein“.
  • Schlussfolgernd daraus entwickelt sich die dritte Antwort auf die Frage, ob jeder Kunst sein könne:
  • Jeder ist Kunst!
  • Der Mensch kann nicht nicht Kunst sein, da er von anderen und sich selbst als Kunst wahrgenommen werden kann. Gerade durch eine Weigerung für andere Kunst sein zu wollen wird er zur „Selbstkunst“.
  • Warum können wir nicht nur Kunst werden, sondern sind es schon seit der Geburt?
  • Konjunktivproblematik: Nicht jeder kann Kunst sein; sondern jeder IST Kunst.
  • Kunst ist Kunst-An-Sich. Durch die Erfindung der Kunst hat sich der Mensch bereits selbst zur Kunst gemacht. Er ist der Schöpfer, der Erkennende und obendrein der Geschaffene.
  • Joblin thematisiert in unzähligen Schriften den Dualismus zwischen Kunst-An-Sich (Kunst als Totalität, vom individuellen Bewusstsein transzendent / unabhängig) und Kunst-Für-Sich (Kunst als menschliches Bewusstsein bzw. menschliche Realität).
  • Er denkt an eine Verbindung der Bereiche im „An-Und-Für-Sich-Sein“ und einem sozial orientierten „Kunst-Für-Andere-Sein“. Das „An-Und-Für-Sich-Sein“ bringt ihn zur zweiten Antwort:
  • Kant und das Ding an sich: „Der Idealismus besteht in der Behauptung, dass es keine anderen als denkende Wesen gäbe, die übrigen Dinge, die wir in der Anschauung wahrzunehmen glauben, wären nur Vorstellungen in den denkenden Wesen, denen in der Tat kein außerhalb diesen befindlichen Gegenstand korrespondiert. Ich dagegen sage: es sind uns Dinge als außer uns befindliche Gegenstände unserer Sinne gegeben, allein von dem, was sie an sich sein mögen, wissen wir nichts, sondern kennen nur ihre Erscheinungen, d. i. die Vorstellungen, die sie in uns wirken, indem sie unsere Sinne affizieren […] Kann man dies wohl Idealismus nennen? Es ist ja gerade das Gegenteil davon.“
  • Hegels Dialektik:
  • Heidegger: Konzentrierung auf die Frage nach dem Sinn des Seins.
  • Hartmanns Kritik an Heidegger: „‚Sinn’ ist unter allen Umständen (in allen seinen Bedeutungen) etwas, was ‚für uns‘ besteht – genauer für uns oder für etwas, was unseresgleichen ist, und sei es auch nur ein postuliertes logisches Subjekt. Ein Sinn an sich wäre ein Widersinn. Es ist also noch zu wenig, wenn man sagt: an sich selbst braucht das Seiende als Seiendes keinen Sinn zu haben. Vielmehr muss man sagen: an sich selbst kann es gar nicht Sinn haben. Es kann nur „für jemand“ Sinn haben. Sein Sinnhaben für jemand aber – wenn es ein solches gibt – ist jedenfalls nicht sein ‚Sein‘. Das Sein des Seienden steht indifferent zu allem, was das Seiende ‚für jemand‘ sein könnte. Hier liegt der Grund, warum Heideggers ‚Welt‘ eine auf den Einzelmenschen relative (‚je meinige‘) ist. Das Abgleiten der Seinsfrage in die Sinnfrage lässt es anders nicht zu.“





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I
II
III
IV



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