

Sprachwissen (Grammatik/Rechtschreibung)
Einleitung
Sprachwissen ist das Fundament für gelingendes Schreiben im Deutschunterricht. Wenn Du Texte verfasst, triffst Du ständig Entscheidungen: Welche Wörter passen? Wie baue ich Sätze, damit sie verständlich sind? Wo setze ich Kommas und andere Zeichen? Genau hier greifen Grammatik und Rechtschreibung (auch: Orthografie) ineinander. Sprachwissen hilft Dir dabei, klarer, überzeugender und adressatenorientierter zu schreiben – von der kurzen Nachricht bis zur Erörterung.

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Warum Sprachwissen fürs Schreiben so wichtig ist
Beim Schreiben geht es nicht nur darum, „keine Fehler zu machen“. Sprachwissen unterstützt Dich in drei zentralen Bereichen:
- Verständlichkeit: Durch passende Satzstrukturen, korrekte Zeichensetzung und eindeutige Bezüge (z.B. Pronomen) wird Dein Text leichter lesbar.
- Wirkung: Mit bewusster Wortwahl, passender Wortarten-Nutzung und variierenden Satzformen steuerst Du Stil und Ton.
- Überarbeitung: Wenn Du Regeln und Muster kennst, findest Du Fehler schneller und kannst Texte gezielt verbessern (z.B. Kommasetzung prüfen, Satzgrenzen erkennen, Wortstämme ableiten).
Überblick: Was gehört zu Sprachwissen?
Sprachwissen im Kontext „Grammatik/Rechtschreibung“ umfasst unter anderem:
- Wortarten (z.B. Verb, Nomen, Adjektiv)
- Satzglieder (z.B. Subjekt, Prädikat, Objekt)
- Satzarten (Aussage, Frage, Aufforderung)
- Zeichensetzung (z.B. Komma, Punkt, Doppelpunkt, Anführungszeichen)
- Groß- und Kleinschreibung
- Getrennt- und Zusammenschreibung
- s-Schreibung (z.B. dass/das, ss/ß)
- Dehnung und Schärfung (z.B. ie, h, Doppelkonsonanten)
- Wortbildung und Flexion (z.B. Plural, Fälle, Zeiten)
Sprachwissen in der Schreibpraxis

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Grammatik: Satzbau, Textfluss und Präzision
Grammatik hilft Dir, Gedanken so zu ordnen, dass andere sie nachvollziehen können. Besonders wichtig für das Schreiben sind:
1. Satzbau und Satzgrenzen
Ein Text wirkt professionell, wenn Sätze vollständig und sinnvoll gegliedert sind.
- Einfacher Satz: Ein Prädikat bildet den Kern (z.B. „Ich schreibe.“).
- Satzreihe: Hauptsätze werden verbunden (z.B. mit „und“, „aber“).
- Satzgefüge: Hauptsatz + Nebensatz (z.B. mit „weil“, „dass“, „obwohl“).
Typisch im Unterricht: Viele Fehler entstehen nicht „aus Unwissen“, sondern weil beim Schreiben schnell gedacht und formuliert wird. Deshalb ist Überarbeiten mit Grammatikblick ein Schlüssel: Satz zu lang? Nebensätze ohne klaren Bezug? Fehlende Satzteile?
2. Satzglieder und klare Bezüge
Wenn Du Satzglieder erkennst, kannst Du gezielt umstellen, variieren und Fehler finden:
- Subjekt: Wer/was?
- Prädikat: Was passiert?
- Objekt: Wen/was? Wem?
- Adverbiale Bestimmung: Wann/wo/wie/warum?
Klare Bezüge sind wichtig: Pronomen wie „er“, „sie“, „das“ müssen eindeutig auf etwas im Text verweisen. Unklare Bezüge machen Texte schwer verständlich.
3. Kohärenz und Stil
Grammatik ist auch Stilwerkzeug:
- Satzlängen variieren (kurz für Spannung, länger für Erklärung)
- Aktiv/Passiv bewusst einsetzen
- Verben präzise wählen statt „machen“, „tun“, „sein“ zu oft zu verwenden
- Nominalstil vermeiden, wenn Verständlichkeit leiden würde
Rechtschreibung und Zeichensetzung: Lesbarkeit und Professionalität

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Rechtschreibung und Zeichensetzung sorgen dafür, dass Leserinnen und Leser Deinen Text flüssig verstehen. In der Schule werden häufig diese Bereiche geübt:
1. Groß- und Kleinschreibung
Grundidee: Nomen werden großgeschrieben, ebenso Satzanfänge und Eigennamen. Schwieriger wird es bei Nominalisierungen (z.B. „beim Lesen“, „im Allgemeinen“). Hier hilft die Frage: „Kann ich ein Adjektiv davor setzen?“ (z.B. „beim lauten Lesen“).
2. s-Schreibung: das/dass, ss/ß
Das/dass ist besonders häufig:
- „das“ als Artikel/Pronomen: „Ich sehe das Buch.“ / „Das ist gut.“
- „dass“ als Konjunktion: „Ich glaube, dass es stimmt.“
3. Dehnung und Schärfung
Typische Muster:
- Dehnung: ie, h (z.B. „ziehen“, „sehen“)
- Schärfung: Doppelkonsonant nach kurzem Vokal (z.B. „rennen“, „Mitte“)
4. Zeichensetzung, besonders Komma
Kommas strukturieren Deinen Text. Besonders wichtig:
- Komma bei Nebensätzen (z.B. „…, weil …“)
- Komma in Aufzählungen
- Komma bei Infinitivgruppen in bestimmten Fällen (unterrichtsabhängig: Du lernst Kriterien und übst an Beispielen)
Für schulische Texte gilt: Gute Zeichensetzung ist nicht nur „Regelwissen“, sondern Leserführung.
Schreibprozess: Sprachwissen als Werkzeug in drei Phasen
Sprachwissen wirkt im ganzen Schreibprozess:
1. Planen
Du entscheidest: Welche Textsorte? Welcher Adressat? Welche Wirkung? Hier hilft Sprachwissen bei der passenden Formulierung (z.B. sachlich in Bericht/Erörterung, erzählend in Geschichte).
2. Formulieren
Beim Schreiben darfst Du erst einmal Ideen fließen lassen. Sprachwissen unterstützt Dich, wenn Du merkst: „Der Satz ist zu verschachtelt“ oder „Der Ausdruck passt nicht“.
3. Überarbeiten
Hier wird Sprachwissen besonders wertvoll. Eine gute Überarbeitung ist systematisch:
- Inhalt: Ist alles logisch und vollständig?
- Struktur: Stimmen Absätze, Reihenfolge, Übergänge?
- Sprache: Satzbau, Wortwahl, Stil
- Norm: Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik
Strategien, die im Deutschunterricht besonders gut funktionieren
Diese Strategien sind typisch im Unterricht und helfen Dir direkt:
- Fehlerprofil: Sammle wiederkehrende Fehler (z.B. Komma, dass/das, Großschreibung) und übe gezielt.
- Wörter ableiten: Nutze Wortstämme und verwandte Formen (z.B. „läuft“ → „laufen“).
- Lautieren + Silbieren: Hilft bei Dehnung/Schärfung.
- Satzklammer prüfen: Bei Verbformen im Satz (z.B. „Ich habe … geschrieben“).
- Korrekturzeichen: Nutze vereinbarte Zeichen beim Überarbeiten (z.B. für Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung).
Medien zum Lernen
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Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Funktion hat Grammatik im Schreibprozess besonders stark? Texte gezielt überarbeiten und verständlicher machen (!Nur schwierige Wörter auswendig lernen) (!Nur Gedichte analysieren) (!Nur mündliche Gespräche führen)
Welche Aussage passt zu „dass“? dass ist eine Konjunktion und leitet oft einen Nebensatz ein (!dass ist immer ein Artikel) (!dass ist ein Adjektiv) (!dass schreibt man nur am Satzanfang)
Welche Wortart wird im Deutschen grundsätzlich großgeschrieben? Nomen (!Verben) (!Adverbien) (!Präpositionen)
Wofür setzt Du ein Komma sicher? Bei Nebensätzen, die mit weil, dass, obwohl eingeleitet werden (!Zwischen Subjekt und Prädikat im einfachen Satz) (!Vor jedem und) (!Am Satzanfang)
Welche Strategie hilft bei der Rechtschreibung besonders bei verwandten Formen? Wörter ableiten über den Wortstamm (!Wörter rückwärts lesen) (!Jedes Wort einzeln raten) (!Nur nach Gefühl schreiben)
Was beschreibt „Kohärenz“ in einem Text am besten? Der Text ist logisch verknüpft und gut nachvollziehbar (!Der Text ist besonders lang) (!Der Text hat viele Fremdwörter) (!Der Text enthält nur kurze Sätze)
Welche Möglichkeit verbessert Stil und Lesefluss oft? Satzlängen variieren und passende Verben wählen (!Immer denselben Satzanfang benutzen) (!Möglichst viele Abkürzungen nutzen) (!Alle Sätze gleich lang schreiben)
Was ist ein Nebensatz typischerweise? Ein Satzteil mit eigener Verbform, der vom Hauptsatz abhängt (!Ein einzelnes Wort ohne Verb) (!Ein Satz ohne Aussage) (!Eine Überschrift)
Welche Frage hilft beim Erkennen von Satzgliedern besonders? Wer oder was? Was tut jemand? Wen oder was? (!Wie viele Buchstaben hat das Wort?) (!Wie alt ist der Autor?) (!Wie teuer ist das Buch?)
Welche Reihenfolge passt gut zur systematischen Überarbeitung? Inhalt, Struktur, Sprache, Norm (!Norm, Inhalt, Struktur, Sprache) (!Nur Norm kontrollieren und abgeben) (!Nur Rechtschreibung prüfen und fertig)
Memory
| Kohärenz | Logischer Zusammenhang |
| Nebensatz | Abhängiger Satz |
| Komma | Satzstrukturzeichen |
| Wortstamm | Ableitungsbasis |
| Nominalisierung | Verb wird Nomen |
| Satzglied | Funktion im Satz |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Nomen | Wird großgeschrieben und kann Artikel haben |
| Verb | Drückt Handlung oder Zustand aus |
| Komma | Trennt Nebensätze vom Hauptsatz |
| Pronomen | Steht stellvertretend für ein Nomen |
| Konjunktion | Verbindet Wörter oder Sätze |
...
Kreuzworträtsel
| Grammatik | Frage 1 |
| Komma | Frage 2 |
| Duden | Frage 3 |
| Syntax | Frage 4 |
| Nomen | Frage 5 |
| Kohärenz | Frage 6 |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Fehlerprofil: Sammle eine Woche lang Deine häufigsten Fehler (z.B. Komma, dass/das, Großschreibung) und erstelle eine persönliche Übeliste mit zehn Beispielsätzen.
- Kommasetzung: Schreibe einen kurzen Text (8–10 Sätze) und markiere anschließend alle Nebensätze. Erkläre zu jedem Nebensatz, warum dort ein Komma steht.
- Wortarten: Nimm einen Zeitungsabschnitt und markiere jeweils zehn Nomen, Verben und Adjektive. Formuliere drei Sätze um, indem Du die Verben präziser machst.
- Überarbeitung: Tausche einen Text mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler und gib sprachliches Feedback: Verständlichkeit, Satzbau, Rechtschreibung (mindestens fünf konkrete Hinweise).
Standard
- Textsorten: Schreibe denselben Inhalt einmal als Bericht und einmal als Kommentar. Beschreibe, wie Du Sprache und Grammatik an die Textsorte angepasst hast.
- Satzgefüge: Schreibe einen erklärenden Text zu einem Unterrichtsthema und baue mindestens fünf Nebensätze (weil, dass, obwohl, wenn, damit) korrekt ein. Unterstreiche die Konjunktionen.
- Zeichensetzung: Erstelle eine Lernkarte „Komma-Regeln, die ich wirklich brauche“ mit eigenen Beispielen aus Deinen Texten und setze sie beim nächsten Aufsatz ein.
- Stil: Überarbeite einen eigenen Text gezielt: Ersetze mindestens acht ungenaue Verben (z.B. „machen“, „gehen“, „sein“) durch präzisere Alternativen und begründe zwei Entscheidungen.
Schwer
- Schreibkonferenz: Organisiere eine Schreibkonferenz in einer kleinen Gruppe: Planung, Textfeedback, Überarbeitung. Protokolliere, welche Grammatik- und Rechtschreibaspekte besonders geholfen haben.
- Fehleranalyse: Nimm einen anonymisierten Beispieltext (z.B. aus Übungsmaterial) und erstelle eine Fehleranalyse nach Kategorien: Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Stil. Entwickle dazu eine Mini-Trainingseinheit.
- Sprachbewusstsein: Vergleiche zwei Versionen eines Textes (Rohfassung und Überarbeitung). Erkläre detailliert, wie Satzbau, Wortwahl und Zeichensetzung die Wirkung verändern.
- Erklärvideo: Produziere ein kurzes Erklärvideo (2–4 Minuten) zu einem typischen Problem (z.B. dass/das oder Komma bei Nebensätzen) mit eigenen Beispielen und einer Übungsaufgabe am Ende.


Lernkontrolle
- Transfer: Wähle eine Textsorte (z.B. Erörterung). Erkläre, welche drei Grammatik-Entscheidungen (Satzbau, Nebensätze, Pronomenbezüge) die Überzeugungskraft besonders beeinflussen und belege es mit Beispielen.
- Reflexion: Beschreibe, wie Du beim Überarbeiten vorgehst. Begründe, warum die Reihenfolge „Inhalt, Struktur, Sprache, Norm“ sinnvoll ist, und nenne ein Gegenbeispiel, wann Du davon abweichen würdest.
- Strategien: Entwickle für eine jüngere Klasse eine Mini-Lernroutine (5 Minuten täglich) zur Rechtschreibung. Erkläre, welche Strategie (Ableiten, Silbieren, Regelkarte) warum im Mittelpunkt steht.
- Textwirkung: Nimm einen Absatz und schreibe ihn zweimal um: einmal mit kurzen, einmal mit längeren Sätzen. Analysiere, wie sich Lesefluss, Verständlichkeit und Wirkung verändern.
- Fehlerprofil: Leite aus Deinem Fehlerprofil konkrete Lernziele für vier Wochen ab (messbar). Begründe, wie Du Deinen Fortschritt überprüfst (z.B. Diktat-Check, Textrevision, Peer-Feedback).
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Fair-Image wird von CHILDREN JUGEND HILFT! gefördert und ist mit der deutschlandweiten AI Fair-Image Challenge SIEGERPROJEKT 2025. Alle Infos zur Challenge hier >>. Infos zum Camp25 gibt es hier. Wenn auch Ihr Euch ehrenamtlich engagiert und noch finanzielle Unterstützung für Eurer Projekt braucht, dann stellt gerne einen Antrag bei JUGEND HILFT.
