Kolumne


Kolumne
Kolumne (Deutsch / Aufsatzunterricht)

Einleitung
Eine Kolumne ist ein kurzer, regelmäßig erscheinender Meinungsbeitrag in Zeitung oder Onlinejournalismus. Typisch ist: Eine Kolumne hat eine erkennbare Stimme (oft ein Ich), eine klare Haltung und einen pointierten Schluss. In der Schule lernst Du an der Kolumne, wie man eine persönliche Perspektive mit nachvollziehbarer Argumentation verbindet, ohne dabei beliebig zu werden.
Warum Kolumnen im Deutschunterricht wichtig sind
Im Aufsatzunterricht trainierst Du mit der Kolumne gleich mehrere Schlüsselkompetenzen:
- Standpunkt entwickeln: Du formulierst eine These und vertrittst sie überzeugend.
- Adressatenorientierung: Du schreibst für eine Zielgruppe und steuerst Wirkung.
- Sprachliche Gestaltung: Du nutzt Stilmittel wie Ironie, Metapher oder Übertreibung bewusst.
- Medienkompetenz: Du lernst, Meinung und Information sauber zu trennen (Meinungsjournalismus).
Lernziele (Kompetenzen)
Nach diesem aiMOOC kannst Du:
- eine Kolumne von Kommentar, Glosse und Essay unterscheiden
- ein Thema finden, zuspitzen und in eine starke These überführen
- eine Kolumne strukturiert planen (Einstieg, Argument, Beispiel, Pointe)
- sprachliche Mittel zielgerichtet einsetzen
- eine Kolumne überarbeiten (Redigieren) und Feedback nutzen
Voraussetzungen und Material
- Grundwissen zu Argumentation (These, Begründung, Beispiel)
- Schreibmaterial oder Textverarbeitung
- Optional: Tageszeitung / Nachrichtenportal für Themenideen
Medienimpulse (Video)
Was ist eine Kolumne?
Definition und Merkmale
Die Kolumne ist eine journalistische Kleinform und meist ein kurzer Meinungsbeitrag, häufig regelmäßig an gleicher Stelle und mit wiedererkennbarem Titel oder Autorennamen. Charakteristisch ist, dass in der Kolumne das Ich erlaubt ist: Du darfst persönliche Erfahrungen, Beobachtungen oder Fragen einbauen, solange Deine Schlussfolgerungen nachvollziehbar bleiben.
Kolumne, Kommentar, Glosse, Essay: Unterschiede
- Kommentar: stärker an aktuellen Nachrichten orientiert, oft klarer argumentativer Aufbau, weniger erzählerisch.
- Glosse: stärker satirisch, zugespitzt, häufig ironisch und kürzer, manchmal mit überraschender Verdrehung.
- Essay: freier, oft länger, reflektierend, mehr gedankliche Erkundung als klare Position.
- Kolumne: regelmäßig, personalisiert, alltagsnah oder gesellschaftlich, pointiert, mit klarer Stimme.
Typische Themenfelder
Kolumnen können fast alles behandeln, solange Du einen Angle (Blickwinkel) findest:
- Schule, Alltag, Sprache, Trends, Medien, Politik (altersangemessen), Sport, Umwelt
- kleine Beobachtungen mit großer Aussage: „Warum wir ständig scrollen“, „Was Noten mit Motivation machen“, „Wieso Pünktlichkeit unfair sein kann“
Aufbau einer Kolumne

Die klassische Struktur (Schreibfahrplan)
Eine Kolumne wirkt leicht, ist aber gut gebaut. Nutze diesen Bauplan:
- Hook / Einstieg: überraschende Beobachtung, Mini-Szene, provokante Frage, starke Behauptung
- These: Deine Haltung in einem klaren Satz
- Begründung: 2–3 nachvollziehbare Argumente (nicht zu viele)
- Beleg / Beispiel: konkretes Erlebnis, aktuelles Ereignis, typisches Alltagsbeispiel (kein Datenfriedhof)
- Gegenperspektive: fair anreißen und entkräften (zeigt Qualität)
- Pointe / Schluss: zugespitztes Fazit, überraschender Dreh, Merksatz oder Appell
Sprache und Stil: So klingt eine gute Kolumne
- Stimme: Du schreibst persönlich, aber nicht privat. Dein Ich dient der Klarheit, nicht dem Jammern.
- Knappheit: kurze Sätze an wichtigen Stellen, Verben statt Substantive.
- Pointierung: lieber ein starkes Bild als zehn Erklärungen.
- Rhythmus: Abwechslung aus kurzen und mittleren Sätzen.
- Bildhafte Mittel: Metapher, Vergleich, Kontrast, Anapher (Wiederholung), Rhetorische Frage.
- Humor: wenn passend, dosiert. Humor ersetzt keine Argumente.
Haltung und Fairness
Auch eine Meinungsform braucht Regeln:
- Trenne Beobachtung und Bewertung.
- Vermeide pauschale Abwertungen von Gruppen (Respekt, Diskriminierung vermeiden).
- Wenn Du Fakten nennst: prüfe sie (Quellenkritik). In der Schule reichen oft seriöse Quellen oder klare Kennzeichnung: „Meiner Erfahrung nach…“.
Themenfindung und Zuspitzung
Von „Thema“ zu „These“
Viele Texte scheitern nicht am Schreiben, sondern am Fokus. So gehst Du vor:
- Sammle 5 Themen, die Dich wirklich beschäftigen.
- Formuliere zu jedem Thema eine provokante Frage.
- Antworte in einem Satz – das ist Dein erster These-Entwurf.
- Schärfe: Mache den Satz kürzer und eindeutiger.
Angle (Blickwinkel) finden
Der Angle ist Deine Perspektive, die den Text einzigartig macht:
- „Ich beobachte …“
- „Ich habe gemerkt …“
- „Alle reden über X, aber keiner über Y …“
- „Das Problem ist nicht X, sondern …“
Schreibprozess: Planen, Schreiben, Überarbeiten
1. Planen (5–10 Minuten)
- Hook-Idee notieren
- These in 1 Satz
- 2 Argumente + 1 Beispiel
- Schluss-Pointe als Rohsatz
2. Schreiben (20–40 Minuten)
- Erst schreiben, dann polieren.
- Jede Absatzfunktion klären: Einstieg? Argument? Beispiel? Schluss?
3. Überarbeiten (Redigieren)
Nutze diese Checkliste:
- Ist die These klar und früh erkennbar?
- Gibt es konkrete Beispiele?
- Gibt es eine Gegenperspektive?
- Ist der Schluss pointiert (kein „Das war meine Meinung“-Ende)?
- Sind Füllwörter gestrichen?
- Sind Stilmittel bewusst eingesetzt, nicht zufällig?
Bewertungskriterien im Aufsatzunterricht
Lehrkräfte achten häufig auf:
- Inhalt: klare Haltung, passende Argumente, Relevanz
- Struktur: roter Faden, Absätze mit Funktion, starker Schluss
- Sprache: Ausdruck, Variation, passende Stilmittel, Rechtschreibung
- Adressatenbezug: verständlich, wirkungsorientiert, angemessener Ton
- Originalität: eigener Angle, nicht nur „Nacherzählung“
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine typische Eigenschaft der Kolumne? (Regelmäßiger, kurzer Meinungsbeitrag mit erkennbarer Autorstimme) (!Ausführliche wissenschaftliche Abhandlung ohne persönliche Perspektive) (!Reine Nachricht ohne Bewertung) (!Nur eine Sammlung von Zitaten)
Worin unterscheidet sich eine Kolumne häufig vom Kommentar? (Die Kolumne ist oft personalisierter und arbeitet stärker mit Stimme und Pointe) (!Die Kolumne enthält nie Argumente) (!Der Kommentar darf keine aktuellen Themen behandeln) (!Der Kommentar ist immer humorvoll)
Welche Funktion hat der „Hook“ am Anfang einer Kolumne? (Aufmerksamkeit wecken und in das Thema hineinziehen) (!Alle Argumente vollständig beweisen) (!Den Text mit Zitaten verlängern) (!Die Rechtschreibung erklären)
Was bedeutet „Angle“ beim Schreiben einer Kolumne? (Dein besonderer Blickwinkel auf ein Thema) (!Die Länge des Textes in Wörtern) (!Ein Pflichtzitat aus einer Quelle) (!Ein Grammatikfehler im Einstieg)
Welche Aussage passt am besten zur Sprache einer Kolumne? (Sie ist pointiert, verständlich und hat eine erkennbare Stimme) (!Sie muss ausschließlich im Passiv stehen) (!Sie ist immer streng sachlich ohne Stilmittel) (!Sie besteht nur aus Stichpunkten)
Welche Reihenfolge ist für die Grundstruktur sinnvoll? (Einstieg – These – Begründung – Beispiel – Schluss/Pointe) (!Schluss – Beispiel – Einstieg – Begründung – These) (!Begründung – Begründung – Begründung – Ende ohne Fazit) (!Einleitung – Quellenverzeichnis – Tabellen – Anhang)
Warum ist eine Gegenperspektive in einer Kolumne oft hilfreich? (Sie zeigt Fairness und stärkt die Überzeugungskraft Deiner Argumentation) (!Sie macht den Text automatisch doppelt so lang) (!Sie verhindert, dass Du eine These formulierst) (!Sie ersetzt den Schluss)
Welches Stilmittel passt besonders gut für pointierte Kolumnen? (Rhetorische Frage) (!Zufällige Wortwiederholung ohne Wirkung) (!Unleserliche Abkürzungen) (!Fremdwörter ohne Bedeutung)
Was ist ein typischer Fehler beim Kolumnenschreiben? (Kein klarer Standpunkt und ein Schluss ohne Pointe) (!Eine These zu formulieren) (!Beispiele einzubauen) (!Sätze zu kürzen)
Welche Aussage trifft auf die Rolle des „Ich“ in der Kolumne am ehesten zu? (Das Ich ist erlaubt, soll aber die Argumentation stützen und nicht beliebig werden) (!Das Ich ist immer verboten) (!Das Ich ersetzt jede Begründung) (!Das Ich muss in jedem Satz stehen)
Memory
| Hook | Aufmerksamkeit wecken |
| These | Standpunkt in einem Satz |
| Angle | Besonderer Blickwinkel |
| Pointe | Zugespitzter Schluss |
| Gegenperspektive | Fairness zeigen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einstieg | Mini-Szene oder provokante Frage |
| Begründung | Argumente nachvollziehbar machen |
| Beispiel | Konkreter Fall aus Alltag oder Ereignis |
| Redigieren | Überarbeiten und schärfen |
| Pointe | Überraschendes, pointiertes Ende |
Kreuzworträtsel
| These | Wie heißt der zentrale Standpunkt eines Textes in einem Satz? |
| Pointe | Wie nennt man den zugespitzten, oft überraschenden Schluss? |
| Metapher | Welches Stilmittel arbeitet mit bildhafter Übertragung? |
| Kolumnist | Wie heißt die Person, die regelmäßig eine Kolumne schreibt? |
| Argument | Wie heißt ein begründender Gedankenschritt zur Stützung einer These? |
| Ironie | Welches Stilmittel sagt etwas und meint oft das Gegenteil? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Themenliste: Sammle 10 mögliche Kolumnenthemen aus Deinem Alltag und formuliere zu jedem eine provokante Frage.
- Hook: Schreibe zu einem Thema drei verschiedene Einstiege (Frage, Mini-Szene, überraschende Behauptung) und vergleiche ihre Wirkung.
- These: Formuliere zu einem Thema drei These-Varianten: neutral, deutlich, extrem pointiert. Entscheide, welche am besten passt und begründe.
- Zielgruppe: Schreibe denselben Kolumnen-Start (5–7 Sätze) einmal für Gleichaltrige und einmal für Eltern/Lehrkräfte. Was ändert sich?
Standard
- Argumentation: Entwirf einen Plan für eine Kolumne mit These, zwei Argumenten, einem Beispiel und einer Gegenperspektive (als Stichworte).
- Stilmittel: Überarbeite einen Absatz Deiner Kolumne und baue gezielt zwei Stilmittel ein (z.B. Metapher und Rhetorische Frage).
- Redigieren: Tausche Deinen Text mit einer Person und erstellt gegenseitig eine Überarbeitungsliste mit 5 konkreten Verbesserungsvorschlägen.
- Glosse: Nimm Dein Kolumnenthema und schreibe eine zweite Version als Glosse. Markiere, was Du satirischer oder ironischer gemacht hast.
Schwer
- Meinungsjournalismus: Schreibe eine Kolumne zu einem aktuellen Thema und trenne sichtbar Beobachtung und Bewertung (z.B. durch klare Formulierungen).
- Gegenposition: Schreibe zu Deiner Kolumne eine „Antwort-Kolumne“ aus der Gegenperspektive, aber fair und ohne Beleidigungen.
- Medienanalyse: Suche zwei Kolumnen aus unterschiedlichen Medien und analysiere Stimme, Angle, These, Stilmittel und Pointe. Stelle Deine Ergebnisse vor.
- Podcast: Produziere eine Audio-Kolumne (1–2 Minuten): Text schreiben, einsprechen, kurze Reflexion über Wirkung und Sprache.


Lernkontrolle
- Transfer: Erkläre, wie sich eine Kolumne verändern müsste, wenn sie statt für eine Zeitung für einen Schulblog geschrieben wird (Sprache, Länge, Beispiele, Ton).
- Wirkungsanalyse: Nimm einen Kolumnen-Schluss und schreibe drei alternative Pointen (Appell, ironischer Dreh, Merksatz). Welche wirkt warum am besten?
- Argumentationsqualität: Prüfe eine Kolumne (eigene oder fremde) darauf, ob die Argumente logisch sind. Zeige mindestens eine Stelle, die verbessert werden kann.
- Ethik: Entwickle Regeln für respektvollen Meinungsjournalismus in der Schule und wende sie auf ein strittiges Thema an.
- Überarbeitungskompetenz: Dokumentiere Deinen Redigierprozess: Welche drei Änderungen haben Deinen Text am stärksten verbessert und warum?
OERs zum Thema
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