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{{#ev:youtube|  https://www.youtube.com/watch?v=8KQkPatC-co  |500|center}}
{{#ev:youtube|  https://www.youtube.com/watch?v=x7LvOwC9-gk  |500|center}}
{{BR}}
= Einleitung =
{{BR}}
Argumentieren ist eine Schlüsselkompetenz im [[Deutschunterricht]] – besonders beim Schreiben von [[Aufsatz|Aufsätzen]], [[Erörterung|Erörterungen]], [[Kommentar|Kommentaren]] und bei der [[Sachtextanalyse]]. Damit Du überzeugend schreibst, brauchst Du nicht nur gute Ideen, sondern auch passende '''[[Argumentationsformen|Argumenttypen]]''': Sie helfen Dir, eine [[These]] stichhaltig zu begründen und Deine Leserinnen und Leser logisch und sprachlich mitzunehmen.
{{BR}}
In diesem aiMOOC lernst Du:
# wie ein gutes [[Argument]] aufgebaut ist
# welche wichtigen [[Argumentationsformen]] (Argumenttypen) Du im Aufsatzunterricht sicher anwenden kannst
# wie Du Argumente ordnest, verknüpfst und sprachlich überzeugend formulierst
# wie Du typische Fehler und [[Scheinargument]]e erkennst
{{BR}}
== Warum Argumentationsformen wichtig sind ==
{{BR}}
Wenn Du in einer [[Erörterung]] eine Position vertrittst, reicht eine Meinung nicht aus. Du brauchst Gründe, Belege, Beispiele und eine klare Struktur. Verschiedene [[Argumentationsformen]] erfüllen dabei unterschiedliche Zwecke:
# Du kannst mit Fakten überzeugen ('''[[Faktenargument]]''')
# Du kannst Werte und Normen ansprechen ('''[[Normatives Argument]]''')
# Du kannst Expertinnen/Experten zitieren ('''[[Autoritätsargument]]''')
# Du kannst durch Vergleiche verständlich machen ('''[[Analogisierendes Argument]]''')
# Du kannst die Gegenseite prüfen und entkräften ('''[[Indirektes Argument]]''')
# Du kannst durch Plausibilität wahrscheinlich machen ('''[[Plausibilitätsargument]]''')
{{BR}}
== Lernziele ==
{{BR}}
Am Ende dieses aiMOOCs kannst Du:
# eine [[These]] präzise formulieren und dazu passende [[Argument]]e entwickeln
# mindestens sechs zentrale [[Argumentationsformen]] erkennen und selbst schreiben
# Argumente sinnvoll gewichten und in einer schlüssigen Reihenfolge anordnen
# sprachliche Mittel zur [[Kohärenz]] (Zusammenhang) einsetzen (z.B. [[Konnektor]]en)
# schwache Begründungen und [[Scheinargument]]e (z.B. [[ad hominem]]) kritisch beurteilen
{{BR}}
= Grundlagen: Was ist ein Argument? =
{{BR}}
== These, Argument, Beleg ==
{{BR}}
Ein [[Argument]] ist eine Begründung, die eine [[These]] stützt. In der Schule ist besonders hilfreich, Argumente nach einem klaren Bauplan zu schreiben:
{{BR}}
'''Bauplan (praxisnah):'''
# '''[[Behauptung]]''' (Dein Standpunkt / Teilthese)
# '''[[Begründung]]''' (Warum gilt das?)
# '''[[Beleg]]''' oder '''[[Beispiel]]''' (Woran sieht man das? Daten, Textbeleg, Beispiel, Erfahrung, Quelle)
{{BR}}
'''Mini-Beispiel:'''
{{BR}}
These: '''Schuluniformen sollten nicht eingeführt werden.'''
{{BR}}
Argument (B-B-B):
# Behauptung: '''Uniformen schränken die Individualität ein.'''
# Begründung: '''Jugendliche entwickeln Identität auch über Kleidung.'''
# Beleg/Beispiel: '''Wer sich nicht über Kleidung ausdrücken kann, erlebt Schule eher als Anpassungsraum statt als Lernraum.'''
{{BR}}
== Argumente ordnen: vom schwächeren zum stärksten Argument ==
{{BR}}
In vielen Aufsatzformen wirkt diese Reihenfolge besonders überzeugend:
# Einstieg mit einem gut verständlichen Argument (oft [[Analogisierendes Argument]] oder [[Plausibilitätsargument]])
# Aufbau mit soliden Argumenten (oft [[Faktenargument]] und [[Autoritätsargument]])
# Abschluss mit dem stärksten Argument (häufig [[Faktenargument]] oder gut begründetes [[Normatives Argument]])
{{BR}}
'''Merke:''' Das stärkste Argument steht häufig am Schluss, damit der Text mit maximaler Überzeugungskraft endet.
{{BR}}
= Die wichtigsten Argumentationsformen im Deutsch-Aufsatz =
{{BR}}
== Faktenargument ==
{{BR}}
Ein '''[[Faktenargument]]''' stützt sich auf überprüfbare Tatsachen: Zahlen, Studienergebnisse, Statistiken oder eindeutig belegbare Informationen.
{{BR}}
'''Typische Signalwörter:''' '''nachweislich''', '''statistisch''', '''laut Daten''', '''Studien zeigen'''
{{BR}}
'''Beispiel:''' '''Laut Studien zur Lernwirksamkeit verbessert regelmäßiges Feedback die Leistung messbar.'''
{{BR}}
== Autoritätsargument ==
{{BR}}
Ein '''[[Autoritätsargument]]''' beruft sich auf anerkannte Fachleute oder Institutionen (z.B. Wissenschaft, Behörden, Expertinnen/Experten). Wichtig ist, dass die Quelle '''kompetent''' und '''thematisch passend''' ist.
{{BR}}
'''Typische Signalwörter:''' '''Expertinnen sagen''', '''laut Institut''', '''Forschende betonen'''
{{BR}}
'''Beispiel:''' '''Bildungsforschende betonen, dass frühe Leseförderung langfristig die Bildungschancen erhöht.'''
{{BR}}
== Normatives Argument ==
{{BR}}
Ein '''[[Normatives Argument]]''' stützt sich auf Werte, Normen und gesellschaftliche Vorstellungen von „richtig“ und „gerecht“. Es wirkt besonders stark, wenn Autor und Leserschaft ähnliche Werte teilen.
{{BR}}
'''Typische Signalwörter:''' '''gerecht''', '''verantwortlich''', '''moralisch''', '''sollte'''
{{BR}}
'''Beispiel:''' '''Eine Gesellschaft sollte fair sein – daher müssen Bildungschancen unabhängig vom Einkommen der Eltern sein.'''
{{BR}}
== Analogisierendes Argument ==
{{BR}}
Ein '''[[Analogisierendes Argument]]''' arbeitet mit Vergleichen und Analogien: Du erklärst einen Sachverhalt, indem Du ihn mit einem ähnlichen Fall vergleichst. Das macht komplexe Themen anschaulich – aber nur, wenn der Vergleich wirklich passt.
{{BR}}
'''Typische Signalwörter:''' '''wie''', '''vergleichbar mit''', '''ähnlich wie'''
{{BR}}
'''Beispiel:''' '''Wer beim Sport nur zuschaut, wird nicht besser – genauso lernt man Schreiben nur durch Übung und Feedback.'''
{{BR}}
== Plausibilitätsargument ==
{{BR}}
Ein '''[[Plausibilitätsargument]]''' macht etwas wahrscheinlich, indem es logisch und lebensnah begründet wird. Es ist weniger „messbar“ als ein [[Faktenargument]], kann aber sehr überzeugend sein, wenn die Begründung schlüssig ist.
{{BR}}
'''Typische Signalwörter:''' '''wahrscheinlich''', '''naheliegend''', '''logisch''', '''erfahrungsgemäß'''
{{BR}}
'''Beispiel:''' '''Es ist naheliegend, dass weniger Hausaufgaben an Tagen mit vielen Nachmittagskursen Stress reduziert.'''
{{BR}}
== Indirektes Argument ==
{{BR}}
Ein '''[[Indirektes Argument]]''' stärkt die eigene Position, indem es ein Gegenargument prüft und entkräftet. Das zeigt, dass Du fair argumentierst und Gegenpositionen ernst nimmst.
{{BR}}
'''Typische Signalwörter:''' '''zwar … aber''', '''dennoch''', '''jedoch''', '''allerdings'''
{{BR}}
'''Beispiel:''' '''Zwar könnten Uniformen Konflikte reduzieren, jedoch entstehen neue Probleme, weil Individualität unterdrückt wird.'''
{{BR}}
= Argumentationsqualität: Seriös argumentieren, Scheinargumente vermeiden =
{{BR}}
== Was macht ein starkes Argument aus? ==
{{BR}}
Ein starkes Argument ist:
# '''relevant''' (passt direkt zur These)
# '''logisch''' (die Begründung folgt nachvollziehbar)
# '''belegt''' (Beispiel, Beleg, Textstelle, Daten)
# '''präzise''' (keine schwammigen Wörter wie „immer“, „alle“, „nie“ ohne Beleg)
# '''fair''' (greift Positionen an, nicht Personen)
{{BR}}
== Typische Scheinargumente im Aufsatz (Vorsicht!) ==
{{BR}}
Im Unterricht solltest Du Scheinargumente erkennen, kritisieren und vermeiden:
# '''[[ad hominem]]''' (Angriff auf die Person statt auf das Argument): „Du sagst das nur, weil …“
# '''[[Strohmann-Argument]]''' (Gegenseite übertreiben/verdrehen): „Du willst also, dass niemand mehr …“
# '''[[Whataboutism]]''' (Ablenken mit anderem Thema): „Aber was ist mit …?“
# '''[[Angstargument]]''' ohne Belege: „Wenn wir das zulassen, geht alles den Bach runter.“
{{BR}}
'''Merke:''' In vielen Deutsch-Aufgaben wird erwartet, dass Du '''sachlich''' bleibst und nachvollziehbar begründest.
{{BR}}
= Sprache und Stil: So formulierst Du überzeugend =
{{BR}}
== Konnektoren für gute Übergänge ==
{{BR}}
Gute [[Konnektor]]en machen Deinen Text logisch:
# '''Begründung:''' [[weil]], [[da]], [[denn]]
# '''Folge:''' [[deshalb]], [[daher]], [[folglich]]
# '''Einschränkung:''' [[jedoch]], [[allerdings]], [[dennoch]]
# '''Gegenüberstellung:''' [[zwar]], [[aber]], [[hingegen]]
# '''Beispiel:''' [[zum Beispiel]], [[etwa]], [[beispielsweise]]
{{BR}}
== Satzstarter, die nach Aufsatz klingen ==
{{BR}}
# '''Ein zentrales Argument dafür ist, dass …'''
# '''Darüber hinaus zeigt sich, dass …'''
# '''Dies lässt sich daran erkennen, dass …'''
# '''Gegnerinnen und Gegner wenden ein, dass …; dem lässt sich entgegenhalten, dass …'''
# '''Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass …'''
{{BR}}
= Interaktive Aufgaben =
{{BR}}
== Quiz: Teste Dein Wissen ==
{{MC}}
'''Wie heißt der Teil eines Arguments, in dem Du Deine Aussage begründest?'''
(Begründung)
(!These)
(!Überschrift)
(!Einleitung)
'''Welcher Argumenttyp arbeitet mit überprüfbaren Daten wie Zahlen oder Statistiken?'''
(Faktenargument)
(!Normatives Argument)
(!Analogisierendes Argument)
(!Indirektes Argument)
'''Worauf stützt sich ein Autoritätsargument vor allem?'''
(Aussagen anerkannter Fachleute oder Institutionen)
(!Auf persönliche Beleidigungen)
(!Auf zufällige Beispiele ohne Bezug)
(!Auf reine Gefühle ohne Begründung)
'''Welcher Argumenttyp beruft sich auf Werte und Vorstellungen von Gerechtigkeit?'''
(Normatives Argument)
(!Faktenargument)
(!Plausibilitätsargument)
(!Analogisierendes Argument)
'''Was ist das Ziel eines indirekten Arguments?'''
(Ein Gegenargument prüfen und entkräften)
(!Eine Statistik erfinden)
(!Die Einleitung verlängern)
(!Nur Gefühle ausdrücken)
'''Welches Signalwort passt besonders zu einem Plausibilitätsargument?'''
(naheliegend)
(!nachweislich)
(!laut Statistik)
(!gemessen)
'''Wann ist ein analogisierendes Argument gut gelungen?'''
(Wenn der Vergleich wirklich passend ist)
(!Wenn der Vergleich möglichst lustig ist)
(!Wenn der Vergleich sehr weit hergeholt ist)
(!Wenn der Vergleich keine Verbindung zum Thema hat)
'''Welche Reihenfolge ist in vielen Erörterungen überzeugend?'''
(vom schwächeren zum stärksten Argument)
(!vom stärksten zum schwächsten Argument)
(!zufällige Reihenfolge)
(!nur ein Argument wiederholen)
'''Was ist ein typisches Kennzeichen eines Scheinarguments?'''
(Es lenkt ab oder greift Personen statt Gründe an)
(!Es nutzt Konnektoren)
(!Es enthält eine klare Begründung)
(!Es belegt Aussagen mit Daten)
'''Welcher Konnektor zeigt eine Einschränkung an?'''
(jedoch)
(!deshalb)
(!weil)
(!zum Beispiel)
{{E}}
<br>
{{BR}}
== Memory ==
<div class="memo-quiz">
{|
|-
| Faktenargument || überprüfbare Daten
|-
| Autoritätsargument || Expertinnenaussage
|-
| Normatives Argument || Werte und Normen
|-
| Analogisierendes Argument || Vergleich
|-
| Indirektes Argument || Widerlegung
|-
| Plausibilitätsargument || logische Wahrscheinlichkeit
|}
{{E}}
<br>
{{BR}}
== Drag and Drop ==
<div class="lueckentext-quiz">
{| class="wikitable"
! Ordne die richtigen Begriffe zu.
! Thema
|-
| '''Faktenargument'''
| Statistik
|-
| '''Autoritätsargument'''
| Expertin
|-
| '''Normatives Argument'''
| Gerechtigkeit
|-
| '''Analogisierendes Argument'''
| Vergleich
|-
| '''Indirektes Argument'''
| Entkräftung
|}
{{E}}
<br>
<br />
{{BR}}
== Kreuzworträtsel ==
<div class="kreuzwort-quiz">
{|
|-
| These || Zentrale Behauptung, die Du begründest
|-
| Beleg || Nachweis durch Textstelle, Beispiel oder Quelle
|-
| Analogie || Vergleich, der etwas anschaulich macht
|-
| Normativ || Auf Werte und Regeln bezogen
|-
| Autorität || Anerkannte Fachinstanz
|-
| Konnektor || Verknüpft Sätze logisch miteinander
|}
{{E}}
<br>
{{BR}}
== LearningApps ==
<iframe> https://learningapps.org/index.php?s=Argumentationsformen+Deutsch+Aufsatzunterricht </iframe>
{{BR}}
== Lückentext ==
<quiz display=simple>
{'''Vervollständige den Text.'''<br>
|type="{}"}
Ein gutes Argument stützt eine { These } durch eine nachvollziehbare { Begründung } und einen passenden { Beleg }. Ein { Faktenargument } arbeitet mit überprüfbaren Daten, während ein { Autoritätsargument } sich auf Fachleute stützt. Ein { Normatives } Argument beruft sich auf Werte wie Gerechtigkeit, ein analogisierendes Argument nutzt eine { Analogie }. Mit einem { indirektes } Argument setzt Du Dich mit Gegenpositionen auseinander und entkräftest sie. Für den Textzusammenhang sind passende { Konnektoren } wichtig.
</quiz>
<br>
{{BR}}
= Offene Aufgaben =
{{BR}}
=== Leicht ===
# [[These]]: Formuliere zu einem Schulthema (z.B. „Handynutzung im Unterricht“) eine klare These und schreibe zwei passende Teilsätze, die schon nach Argument klingen.
# [[Faktenargument]]: Suche in einem aktuellen Schulkontext zwei überprüfbare Fakten (z.B. aus Schulordnung, Statistik der Klasse, Umfrage im Kurs) und formuliere daraus ein Faktenargument mit Begründung und Beleg.
# [[Konnektor]]: Schreibe einen kurzen Absatz (5–6 Sätze) und nutze mindestens fünf verschiedene Konnektoren (z.B. „dennoch“, „daher“, „zwar … aber“).
# [[Beispiel]]: Erfinde zu einer These drei kurze Beispiele und entscheide, welches Beispiel am überzeugendsten ist – begründe Deine Wahl.
{{BR}}
=== Standard ===
# [[Autoritätsargument]]: Finde eine seriöse Institution (z.B. Schule, Universität, Amt) und formuliere ein Autoritätsargument. Erkläre danach, warum diese Autorität zum Thema passt.
# [[Normatives Argument]]: Schreibe ein normatives Argument zu „Umweltfreundliche Schule“. Nenne den Wert (z.B. Verantwortung, Fairness) ausdrücklich und erkläre, warum er hier zählt.
# [[Indirektes Argument]]: Formuliere ein mögliches Gegenargument zu Deiner Position und entkräfte es in einem „zwar … aber“-Satz mit Begründung.
# [[Analogisierendes Argument]]: Erstelle zwei Vergleiche zu einer These und prüfe kritisch, welcher Vergleich wirklich passt (und warum der andere schwächer ist).
{{BR}}
=== Schwer ===
# [[Argumentationsstruktur]]: Schreibe eine Mini-Erörterung (ca. 250–350 Wörter) mit mindestens vier verschiedenen Argumenttypen. Markiere danach die Argumenttypen im Text.
# [[Scheinargument]]: Sammle drei Scheinargumente, die man in Debatten oft hört (ohne Personen anzugreifen). Schreibe zu jedem Scheinargument eine sachliche Gegenformulierung als seriöses Argument.
# [[Sachtextanalyse]]: Nimm einen kurzen Zeitungs- oder Blogkommentar und identifiziere mindestens fünf Argumente. Ordne sie Argumenttypen zu und bewerte ihre Stärke.
# [[Diskussion]]: Plane eine Klassendebatte: Erstelle für beide Seiten je drei starke Argumente (unterschiedliche Argumenttypen) und notiere passende Rückfragen, die die Argumente prüfen.
{{:Offene Aufgabe - MOOC erstellen}}
{{BR}}
= Lernkontrolle =
{{BR}}
# [[Transferleistung]]: Wähle ein Thema aus Deinem Alltag (Sportverein, Schule, Familie) und erkläre, welcher Argumenttyp dort am häufigsten genutzt wird – und ob das sinnvoll ist.
# [[Perspektivwechsel]]: Schreibe zu einer These erst einen Absatz Pro und dann Contra, ohne Argumente zu wiederholen. Begründe, welche Seite überzeugender wirkt und warum.
# [[Argumentationsethik]]: Diskutiere, warum faire Argumentation in einer [[Demokratie]] wichtig ist. Nenne zwei Folgen, wenn Debatten nur mit Scheinargumenten geführt werden.
# [[Sprachbewusstsein]]: Überarbeite einen selbst geschriebenen Absatz: Ersetze unklare Wörter („immer“, „alle“, „nie“) durch präzise Formulierungen und füge Belege/Beispiele hinzu.
# [[Qualitätscheck]]: Entwickle eine Checkliste (5 Kriterien) für starke Argumente und wende sie auf einen Text Deiner Wahl an. Begründe jede Bewertung.
<br>
<br>
{{BR}}
= OERs zum Thema =
<iframe> https://de.m.wikipedia.org/wiki/Typen_von_Argumenten </iframe>
<br>
{{BR}}
= Links =
{| align=center
{{:D-Tab}}
'''[[Argumentationsformen]]'''
# [[Argument]]
# [[These]]
# [[Begründung]]
# [[Beleg]]
# [[Faktenargument]]
# [[Autoritätsargument]]
# [[Normatives Argument]]
# [[Analogisierendes Argument]]
# [[Indirektes Argument]]
# [[Plausibilitätsargument]]
# [[Konnektor]]
# [[Scheinargument]]
# [[ad hominem]]
# [[Strohmann-Argument]]
|}
[[Kategorie:Deutsch]]
[[Kategorie:Rhetorik]]
[[Kategorie:Medienbildung]]
[[Kategorie:Schule]]


= aiMOOC-Projekte =
= aiMOOC-Projekte =
{{TM}}
{{TM}}
[[Kategorie:AI_MOOC]] [[Kategorie:GPT aiMOOC]]
[[Kategorie:AI_MOOC]] [[Kategorie:GPT aiMOOC]]
[[Kategorie:AI_MOOC]] [[Kategorie:GPT aiMOOC]]

Aktuelle Version vom 25. Januar 2026, 12:56 Uhr



Argumentationsformen



Einleitung

Argumentieren gehört zu den wichtigsten Kompetenzen in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf: Du vertrittst eine These, begründest sie mit Prämissen und leitest eine Konklusion ab. Dabei entscheidest Du, wie Du begründest: mit Fakten (Sachargument), mit Werten (Werteargument), mit Autorität (Autoritätsargument) oder über Analogien (Analogisierendes Argument). Genau diese unterschiedlichen Argumentationsformen lernst Du hier systematisch kennen, zu analysieren und selbst wirksam einzusetzen.


Worum geht es in diesem aiMOOC?

Dieser Kurs verbindet drei Perspektiven:

  1. Argumentationsstruktur (Was ist ein Argument? Wie sind Prämissen und Konklusion verknüpft?)
  2. Argumenttypen bzw. Argumentationsformen (Welche Art von Begründung wird genutzt?)
  3. Argumentationsfehler (Welche Muster wirken überzeugend, sind aber logisch oder inhaltlich schwach?)


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. eine These klar formulieren und passende Prämissen auswählen
  2. wichtige Argumenttypen unterscheiden und gezielt einsetzen
  3. Argumente mit dem Toulmin-Schema strukturieren
  4. typische Fehlschlüsse erkennen und fair entkräften
  5. überzeugende Argumentationen für Erörterung, Debatte und Präsentation schreiben


Video-Impulse: Argumentationsformen und Analyse



Grundlagen: Was ist ein Argument?

Ein Argument ist (in Philosophie und Sprachwissenschaft) eine Abfolge von Aussagen, bei der Prämissen eine Konklusion stützen. Mehrere zusammenhängende Argumente bilden eine Argumentation. In Texten (z.B. Erörterung) wird oft eine These vertreten, mit Gründen begründet und durch Beispiele, Daten oder Quellen gestützt.


Bausteine einer Argumentation

  1. These: Die strittige Behauptung, die Du vertreten oder prüfen willst.
  2. Prämisse: Ein Grund, der die These stützt (oder angreift).
  3. Konklusion: Das Ergebnis, das aus den Prämissen folgen soll (oft identisch mit der These).
  4. Beleg: Konkrete Stütze (Zahl, Studie, Textstelle, Beispiel, Beobachtung).
  5. Einwand: Gegenargument oder Einschränkung.
  6. Widerlegung: Antwort auf den Einwand (Rebuttal).


Mini-Beispiel (Behauptung–Begründung–Beleg)

These: Smartphones sollten im Unterricht teilweise erlaubt sein. Begründung: Sie ermöglichen schnelles Recherchieren und kollaboratives Arbeiten. Beleg: In Projektphasen lassen sich Quellen prüfen und Ergebnisse direkt dokumentieren. Einwand: Sie lenken ab. Widerlegung: Klare Regeln (Flugmodus, Einsatz nur auf Aufgabenhinweis) reduzieren Ablenkung.


Argumentationsformen: Typen von Argumenten

Argumentationsformen unterscheiden sich danach, welche Art von Begründung verwendet wird. In Schule und Alltag sind besonders diese Typen verbreitet:


1. Sachargument (Faktenargument)

Ein Sachargument stützt sich auf überprüfbare Fakten, Daten, Messwerte oder nachvollziehbare Zusammenhänge. Es wirkt besonders stark, wenn Quellen transparent sind und Zahlen korrekt interpretiert werden.

Typische Signalwörter: „nachweislich“, „laut Statistik“, „messbar“, „belegt“.


2. Autoritätsargument

Ein Autoritätsargument beruft sich auf anerkannte Expertinnen/Experten oder Institutionen. Es ist überzeugend, wenn die Autorität zuständig ist (Fachgebiet!) und die Aussage korrekt wiedergegeben wird.

Achtung: Autorität ersetzt keinen Beleg. Prüfe: Kompetenz, Interessenkonflikte, Aktualität.


3. Beispielargument

Ein Beispiel veranschaulicht eine These. Beispiele sind hilfreich, aber sie beweisen nicht automatisch eine allgemeine Regel. Stark wird das Beispielargument, wenn mehrere Beispiele ein Muster zeigen oder wenn es typisch/representativ ist.


4. Erfahrungsargument

Ein Erfahrungsargument stützt sich auf persönliche oder kollektive Erfahrung („In unserer Schule hat das funktioniert“). Es kann plausibel sein, ist aber anfällig für Verzerrungen (z.B. Bestätigungsfehler).


5. Analogisierendes Argument (Analogieargument)

Eine Analogie überträgt eine Struktur von einem bekannten Fall auf einen neuen Fall: „So wie …, so auch …“. Gut ist eine Analogie, wenn die Gemeinsamkeiten relevant sind und Unterschiede nicht entscheidend.


6. Werteargument (normatives Argument)

Ein Werteargument begründet mit Werten und Normen (z.B. Gerechtigkeit, Freiheit, Nachhaltigkeit). Es ist wichtig, die zugrunde liegenden Werte offen zu legen: Welche Priorität haben sie? Was passiert bei Zielkonflikten?


7. Nutzenargument (Zweckargument)

Ein Nutzenargument bewertet Folgen: „Es ist gut, weil es nützt / hilft / Vorteile bringt.“ Es gehört zur Folgenabschätzung und sollte sowohl positive als auch negative Effekte berücksichtigen.


8. Indizienargument

Ein Indizienargument nutzt Hinweise, die eine These wahrscheinlich machen (nicht sicher beweisen). Es ist typisch für Alltag, Journalismus und Recht (Indizienkette). Wichtig: Alternativerklärungen prüfen.


9. Traditionsargument

Ein Traditionsargument („Das war schon immer so“) wirkt kulturell, ist aber logisch schwach, wenn Tradition als alleiniger Grund dient. Tradition kann ein Wert sein, braucht aber zusätzliche Begründung.


10. Emotionsargument (pathos-orientiert)

Ein Emotionsargument spricht Gefühle an (Mitgefühl, Angst, Empörung). Gefühle sind real und in Debatten relevant, ersetzen aber keine Prüfung der Sachebene. Stark wird es, wenn Emotion und Sachgrund kombiniert werden.


Argumentationsmuster: Logik und Struktur

Neben Argumenttypen (Inhalt/Begründungsart) gibt es Muster der Schlussfolgerung:


Deduktion, Induktion, Abduktion

  1. Deduktion: Wenn die Prämissen wahr sind und die Form korrekt ist, muss die Konklusion wahr sein.
  2. Induktion: Von Einzelfällen zu einer allgemeinen Regel (macht wahrscheinlicher, nicht sicher).
  3. Abduktion: „Beste Erklärung“: Aus Beobachtung wird die plausibelste Ursache vermutet.


Syllogismus und Enthymem

Ein Syllogismus ist ein klassisches deduktives Muster. Ein Enthymem lässt eine Prämisse unausgesprochen („Das versteht man doch!“). In Analyse und Diskussion ist es wichtig, implizite Prämissen sichtbar zu machen.


Toulmin-Schema: Argumente präzise zerlegen

Das Toulmin-Schema erweitert „Prämissen → Konklusion“ zu einem praxisnahen Analysemodell:

  1. Data (Daten/Prämisse)
  2. Claim (Behauptung/Konklusion)
  3. Warrant (Schlussregel) als Brücke zwischen Daten und Behauptung
  4. Backing (Stützung) der Schlussregel
  5. Qualifier (Modaloperator) („wahrscheinlich“, „meistens“, „unter Bedingungen“)
  6. Rebuttal (Gegenargument/Einschränkung)


Argumentmapping: Strukturen sichtbar machen

Eine Argument Map zeigt, wie Gründe, Zwischenkonklusionen und Einwände zusammenhängen. Das ist besonders hilfreich bei komplexen Texten und Debatten.


Rhetorische Perspektive: Überzeugen mit Ethos, Logos, Pathos

Seit Aristoteles wird Überzeugung häufig als Zusammenspiel beschrieben:

  1. Logos: sachliche Begründung, Logik, Nachvollziehbarkeit
  2. Ethos: Glaubwürdigkeit, Fairness, Kompetenz, Haltung
  3. Pathos: angemessene emotionale Ansprache, Anschaulichkeit

Gute Argumentation ist meist eine Balance: logisch korrekt, fair, verständlich und adressatenorientiert.


Argumentationsfehler: Fehlschlüsse erkennen

Ein Fehlschluss ist ein Fehler im Schließen oder Begründen. Besonders häufig in Diskussionen:

  1. Ad-hominem-Argument: Angriff auf die Person statt auf das Argument
  2. Strohmann-Argument: Position des Gegenübers verzerren und dann „leicht“ widerlegen
  3. Falsches Dilemma: so tun, als gäbe es nur zwei Optionen
  4. Zirkelschluss: Behauptung wird mit sich selbst begründet
  5. Post hoc ergo propter hoc: Nachher passiert, also Ursache
  6. Slippery slope (Dammbruchargument): kleine Ursache führt „zwangsläufig“ zur Katastrophe


Praxis: So baust Du starke Argumentationen


Checkliste für starke Argumente

  1. Klarheit: Ist die These eindeutig (Begriffe definiert)?
  2. Relevanz: Stützen die Prämissen wirklich die Konklusion?
  3. Belege: Gibt es überprüfbare Quellen oder nachvollziehbare Beispiele?
  4. Gegenposition: Werden Einwände fair dargestellt?
  5. Abwägung: Werden Grenzen und Bedingungen genannt (Qualifier)?
  6. Sprache: Ist der Ton respektvoll und adressatengerecht?


Schreibgerüst für Erörterung und Debatte

  1. These (Standpunkt)
  2. Argument 1 (stark) + Beleg + kurze Erklärung
  3. Argument 2 (stark) + Beleg + kurze Erklärung
  4. Einwand + Widerlegung
  5. Fazit (Konklusion, evtl. Ausblick)


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist eine Prämisse? Ein Grund, der eine Konklusion stützt (!Eine emotionale Reaktion auf ein Thema) (!Ein Stilmittel zur Verschönerung eines Textes) (!Eine Schlussfolgerung ohne Bezug zu Gründen)

Wofür steht das „W“ im Toulmin-Schema als „Warrant“? Schlussregel, die Daten und Behauptung verbindet (!Wiederholung einer Behauptung bis sie geglaubt wird) (!Widerspruch gegen jede Art von Argument) (!Wortwahl zur emotionalen Verstärkung)

Welches Argument ist am stärksten auf überprüfbare Daten gestützt? Sachargument (!Traditionsargument) (!Emotionsargument) (!Strohmann-Argument)

Was beschreibt ein Strohmann-Argument? Die Position des Gegenübers wird verzerrt und dann widerlegt (!Eine These wird mit Statistiken belegt) (!Ein Experte wird korrekt zitiert) (!Eine Analogie wird sorgfältig geprüft)

Welche Schlussart schließt von vielen Einzelfällen auf eine allgemeine Regel? Induktion (!Deduktion) (!Abduktion) (!Zirkelschluss)

Was ist typisch für ein Autoritätsargument? Berufung auf Expertise oder Institutionen (!Ausschließliches Arbeiten mit persönlichen Gefühlen) (!Begründung nur durch Tradition) (!Ableitung einer Regel aus einem Einzelfall ohne Kontext)

Was ist ein Hauptproblem reiner Beispielargumente? Ein Beispiel beweist keine allgemeine Regel (!Beispiele sind immer erfunden) (!Beispiele dürfen nie verwendet werden) (!Beispiele sind nur in Naturwissenschaften erlaubt)

Welche Kombination passt am besten zu Logos? Nachvollziehbare Gründe und logische Struktur (!Sympathie und persönliche Nähe) (!Angst und Schockeffekte) (!Ironie und Übertreibung)

Was ist ein Zirkelschluss? Die Behauptung wird mit sich selbst begründet (!Ein Einwand wird fair zusammengefasst) (!Eine These wird durch eine Studie widerlegt) (!Ein Argument wird durch Beispiele veranschaulicht)

Welche Aussage beschreibt eine gute Argumentation am ehesten? Sie nennt Gründe, Belege und berücksichtigt Einwände (!Sie wiederholt die These möglichst oft) (!Sie greift die Person des Gegenübers an) (!Sie vermeidet jede Einschränkung und jedes „Vielleicht“)





Memory

These strittige Behauptung
Prämisse stützender Grund
Konklusion Ergebnis der Begründung
Toulmin-Schema Modell zur Argumentanalyse
Deduktion Schluss vom Allgemeinen auf den Einzelfall
Induktion Schluss vom Einzelfall zur Regel
Ethos Glaubwürdigkeit der Sprechperson
Strohmann-Argument verzerrte Gegnerposition





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Sachargument überprüfbare Daten und Fakten
Autoritätsargument Verweis auf zuständige Expertinnen oder Institutionen
Werteargument Begründung über Normen und Prioritäten
Analogieargument Übertragung einer Struktur auf einen ähnlichen Fall
Strohmann verzerrte Darstellung der Gegenposition






Kreuzworträtsel

Praemisse Wie heißt der stützende Grund in einem Argument?
These Wie nennt man die zentrale Behauptung einer Erörterung?
Logos Welche Überzeugungsdimension steht für Logik und Gründe?
Ethos Welche Überzeugungsdimension steht für Glaubwürdigkeit?
Toulmin Welches Schema analysiert Argumente mit Warrant und Backing?
Strohmann Wie heißt der Fehlschluss, der die Gegnerposition verzerrt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein Argument besteht typischerweise aus Prämissen und einer

und dient dazu, eine strittige Aussage zu begründen. Eine klare

hilft, den eigenen Standpunkt für andere nachvollziehbar zu machen. Ein

stützt sich auf überprüfbare Daten, während ein Werteargument auf

und Prioritäten basiert. Beim Autoritätsargument ist entscheidend, ob die zitierte Person im jeweiligen

tatsächlich kompetent ist. Eine Analogie ist nur dann stark, wenn die Gemeinsamkeiten für die Frage

sind. Das

zerlegt Argumente in Bausteine wie Daten, Claim und Warrant, um die Brücke zwischen Grund und Behauptung zu prüfen. Ein Enthymem enthält häufig eine

Prämisse, die in der Analyse sichtbar gemacht werden sollte. Ein häufiger Fehlschluss ist das

, bei dem die Person statt das Argument angegriffen wird. Beim Strohmann wird die Position des Gegenübers

dargestellt und dadurch scheinbar leichter widerlegt. Gute Argumentationen nennen auch Einwände und arbeiten mit Einschränkungen, zum Beispiel durch Modalwörter wie

.




Offene Aufgaben

Leicht

  1. Argument: Sammle zu einem Alltagsthema (z.B. Schulweg, Social Media, Ernährung) drei Thesen und formuliere zu jeder These je ein Sachargument.
  2. Beleg: Suche zu einer These zwei Belege (Zahl, Textstelle, Beobachtung) und notiere, warum sie zur These passen.
  3. Analogie: Erfinde zwei Analogien zu einem aktuellen Thema und markiere, welche Gemeinsamkeit Du überträgst.
  4. Werte: Schreibe ein kurzes Werteargument und benenne den zugrunde liegenden Wert (z.B. Gerechtigkeit, Freiheit, Sicherheit).

Standard

  1. Toulmin-Schema: Nimm einen Kommentar aus Zeitung/Online und zerlege ein Argument in Data, Claim, Warrant, Backing, Qualifier und Rebuttal.
  2. Argumentationsanalyse: Markiere in einem Text These, Prämissen, Konklusion und Einwände mit Farben und erkläre die logische Verbindung.
  3. Autoritätsargument: Vergleiche zwei Quellen (z.B. Verband vs. Influencer) und prüfe Kompetenz, Interessen und Nachvollziehbarkeit.
  4. Debatte: Führe eine Mini-Debatte (2–3 Minuten) mit einer Partnerperson: Eine Person Pro, eine Contra, danach Rollenwechsel und Reflexion.

Schwer

  1. Argument Map: Erstelle eine Argumentkarte zu einem kontroversen Thema mit mindestens zwei Pro-Argumenten, zwei Contra-Argumenten und je einer Widerlegung.
  2. Fehlschluss: Sammle in Kommentaren oder Talkshows fünf mögliche Fehlschlüsse, benenne sie und formuliere jeweils eine faire, sachliche Entkräftung.
  3. Erörterung: Schreibe eine strukturierte Erörterung mit Einleitung, Hauptteil (mind. 3 Argumente) und Schluss; nutze mindestens zwei Argumentationsformen bewusst.
  4. Medienkompetenz: Untersuche eine Werbekampagne oder ein politisches Video: Welche Mischung aus Logos, Ethos und Pathos wird genutzt, und welche Wirkung hat das?




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Lernkontrolle

  1. Transfer: Wähle ein Thema und begründe, warum ein Sachargument in diesem Kontext stärker oder schwächer wirkt als ein Werteargument.
  2. Perspektivwechsel: Formuliere zu einer These ein starkes Gegenargument und verbessere danach Deine ursprüngliche Argumentation durch Abwägung.
  3. Qualität: Prüfe ein Autoritätsargument: Welche zusätzlichen Informationen brauchst Du, um die Quelle als zuverlässig einzuschätzen?
  4. Fehlerdiagnose: Analysiere eine Diskussion: Wo kippt sie in einen Fehlschluss, und wie könnte man sie zurück zur Sachebene führen?
  5. Struktur: Zeige an einem Beispiel, wie ein Warrant im Toulmin-Schema die „unsichtbare Brücke“ bildet, und was passiert, wenn diese Brücke nicht akzeptiert wird.




OERs zum Thema



Links



Argumentationsformen



Einleitung


Argumentieren ist eine Schlüsselkompetenz im Deutschunterricht – besonders beim Schreiben von Aufsätzen, Erörterungen, Kommentaren und bei der Sachtextanalyse. Damit Du überzeugend schreibst, brauchst Du nicht nur gute Ideen, sondern auch passende Argumenttypen: Sie helfen Dir, eine These stichhaltig zu begründen und Deine Leserinnen und Leser logisch und sprachlich mitzunehmen.


In diesem aiMOOC lernst Du:

  1. wie ein gutes Argument aufgebaut ist
  2. welche wichtigen Argumentationsformen (Argumenttypen) Du im Aufsatzunterricht sicher anwenden kannst
  3. wie Du Argumente ordnest, verknüpfst und sprachlich überzeugend formulierst
  4. wie Du typische Fehler und Scheinargumente erkennst


Warum Argumentationsformen wichtig sind


Wenn Du in einer Erörterung eine Position vertrittst, reicht eine Meinung nicht aus. Du brauchst Gründe, Belege, Beispiele und eine klare Struktur. Verschiedene Argumentationsformen erfüllen dabei unterschiedliche Zwecke:

  1. Du kannst mit Fakten überzeugen (Faktenargument)
  2. Du kannst Werte und Normen ansprechen (Normatives Argument)
  3. Du kannst Expertinnen/Experten zitieren (Autoritätsargument)
  4. Du kannst durch Vergleiche verständlich machen (Analogisierendes Argument)
  5. Du kannst die Gegenseite prüfen und entkräften (Indirektes Argument)
  6. Du kannst durch Plausibilität wahrscheinlich machen (Plausibilitätsargument)


Lernziele


Am Ende dieses aiMOOCs kannst Du:

  1. eine These präzise formulieren und dazu passende Argumente entwickeln
  2. mindestens sechs zentrale Argumentationsformen erkennen und selbst schreiben
  3. Argumente sinnvoll gewichten und in einer schlüssigen Reihenfolge anordnen
  4. sprachliche Mittel zur Kohärenz (Zusammenhang) einsetzen (z.B. Konnektoren)
  5. schwache Begründungen und Scheinargumente (z.B. ad hominem) kritisch beurteilen


Grundlagen: Was ist ein Argument?


These, Argument, Beleg


Ein Argument ist eine Begründung, die eine These stützt. In der Schule ist besonders hilfreich, Argumente nach einem klaren Bauplan zu schreiben:


Bauplan (praxisnah):

  1. Behauptung (Dein Standpunkt / Teilthese)
  2. Begründung (Warum gilt das?)
  3. Beleg oder Beispiel (Woran sieht man das? Daten, Textbeleg, Beispiel, Erfahrung, Quelle)


Mini-Beispiel:
These: Schuluniformen sollten nicht eingeführt werden.
Argument (B-B-B):

  1. Behauptung: Uniformen schränken die Individualität ein.
  2. Begründung: Jugendliche entwickeln Identität auch über Kleidung.
  3. Beleg/Beispiel: Wer sich nicht über Kleidung ausdrücken kann, erlebt Schule eher als Anpassungsraum statt als Lernraum.


Argumente ordnen: vom schwächeren zum stärksten Argument


In vielen Aufsatzformen wirkt diese Reihenfolge besonders überzeugend:

  1. Einstieg mit einem gut verständlichen Argument (oft Analogisierendes Argument oder Plausibilitätsargument)
  2. Aufbau mit soliden Argumenten (oft Faktenargument und Autoritätsargument)
  3. Abschluss mit dem stärksten Argument (häufig Faktenargument oder gut begründetes Normatives Argument)


Merke: Das stärkste Argument steht häufig am Schluss, damit der Text mit maximaler Überzeugungskraft endet.


Die wichtigsten Argumentationsformen im Deutsch-Aufsatz


Faktenargument


Ein Faktenargument stützt sich auf überprüfbare Tatsachen: Zahlen, Studienergebnisse, Statistiken oder eindeutig belegbare Informationen.


Typische Signalwörter: nachweislich, statistisch, laut Daten, Studien zeigen
Beispiel: Laut Studien zur Lernwirksamkeit verbessert regelmäßiges Feedback die Leistung messbar.


Autoritätsargument


Ein Autoritätsargument beruft sich auf anerkannte Fachleute oder Institutionen (z.B. Wissenschaft, Behörden, Expertinnen/Experten). Wichtig ist, dass die Quelle kompetent und thematisch passend ist.


Typische Signalwörter: Expertinnen sagen, laut Institut, Forschende betonen
Beispiel: Bildungsforschende betonen, dass frühe Leseförderung langfristig die Bildungschancen erhöht.


Normatives Argument


Ein Normatives Argument stützt sich auf Werte, Normen und gesellschaftliche Vorstellungen von „richtig“ und „gerecht“. Es wirkt besonders stark, wenn Autor und Leserschaft ähnliche Werte teilen.


Typische Signalwörter: gerecht, verantwortlich, moralisch, sollte
Beispiel: Eine Gesellschaft sollte fair sein – daher müssen Bildungschancen unabhängig vom Einkommen der Eltern sein.


Analogisierendes Argument


Ein Analogisierendes Argument arbeitet mit Vergleichen und Analogien: Du erklärst einen Sachverhalt, indem Du ihn mit einem ähnlichen Fall vergleichst. Das macht komplexe Themen anschaulich – aber nur, wenn der Vergleich wirklich passt.


Typische Signalwörter: wie, vergleichbar mit, ähnlich wie
Beispiel: Wer beim Sport nur zuschaut, wird nicht besser – genauso lernt man Schreiben nur durch Übung und Feedback.


Plausibilitätsargument


Ein Plausibilitätsargument macht etwas wahrscheinlich, indem es logisch und lebensnah begründet wird. Es ist weniger „messbar“ als ein Faktenargument, kann aber sehr überzeugend sein, wenn die Begründung schlüssig ist.


Typische Signalwörter: wahrscheinlich, naheliegend, logisch, erfahrungsgemäß
Beispiel: Es ist naheliegend, dass weniger Hausaufgaben an Tagen mit vielen Nachmittagskursen Stress reduziert.


Indirektes Argument


Ein Indirektes Argument stärkt die eigene Position, indem es ein Gegenargument prüft und entkräftet. Das zeigt, dass Du fair argumentierst und Gegenpositionen ernst nimmst.


Typische Signalwörter: zwar … aber, dennoch, jedoch, allerdings
Beispiel: Zwar könnten Uniformen Konflikte reduzieren, jedoch entstehen neue Probleme, weil Individualität unterdrückt wird.


Argumentationsqualität: Seriös argumentieren, Scheinargumente vermeiden


Was macht ein starkes Argument aus?


Ein starkes Argument ist:

  1. relevant (passt direkt zur These)
  2. logisch (die Begründung folgt nachvollziehbar)
  3. belegt (Beispiel, Beleg, Textstelle, Daten)
  4. präzise (keine schwammigen Wörter wie „immer“, „alle“, „nie“ ohne Beleg)
  5. fair (greift Positionen an, nicht Personen)


Typische Scheinargumente im Aufsatz (Vorsicht!)


Im Unterricht solltest Du Scheinargumente erkennen, kritisieren und vermeiden:

  1. ad hominem (Angriff auf die Person statt auf das Argument): „Du sagst das nur, weil …“
  2. Strohmann-Argument (Gegenseite übertreiben/verdrehen): „Du willst also, dass niemand mehr …“
  3. Whataboutism (Ablenken mit anderem Thema): „Aber was ist mit …?“
  4. Angstargument ohne Belege: „Wenn wir das zulassen, geht alles den Bach runter.“


Merke: In vielen Deutsch-Aufgaben wird erwartet, dass Du sachlich bleibst und nachvollziehbar begründest.


Sprache und Stil: So formulierst Du überzeugend


Konnektoren für gute Übergänge


Gute Konnektoren machen Deinen Text logisch:

  1. Begründung: weil, da, denn
  2. Folge: deshalb, daher, folglich
  3. Einschränkung: jedoch, allerdings, dennoch
  4. Gegenüberstellung: zwar, aber, hingegen
  5. Beispiel: zum Beispiel, etwa, beispielsweise


Satzstarter, die nach Aufsatz klingen


  1. Ein zentrales Argument dafür ist, dass …
  2. Darüber hinaus zeigt sich, dass …
  3. Dies lässt sich daran erkennen, dass …
  4. Gegnerinnen und Gegner wenden ein, dass …; dem lässt sich entgegenhalten, dass …
  5. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass …


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie heißt der Teil eines Arguments, in dem Du Deine Aussage begründest? (Begründung) (!These) (!Überschrift) (!Einleitung)

Welcher Argumenttyp arbeitet mit überprüfbaren Daten wie Zahlen oder Statistiken? (Faktenargument) (!Normatives Argument) (!Analogisierendes Argument) (!Indirektes Argument)

Worauf stützt sich ein Autoritätsargument vor allem? (Aussagen anerkannter Fachleute oder Institutionen) (!Auf persönliche Beleidigungen) (!Auf zufällige Beispiele ohne Bezug) (!Auf reine Gefühle ohne Begründung)

Welcher Argumenttyp beruft sich auf Werte und Vorstellungen von Gerechtigkeit? (Normatives Argument) (!Faktenargument) (!Plausibilitätsargument) (!Analogisierendes Argument)

Was ist das Ziel eines indirekten Arguments? (Ein Gegenargument prüfen und entkräften) (!Eine Statistik erfinden) (!Die Einleitung verlängern) (!Nur Gefühle ausdrücken)

Welches Signalwort passt besonders zu einem Plausibilitätsargument? (naheliegend) (!nachweislich) (!laut Statistik) (!gemessen)

Wann ist ein analogisierendes Argument gut gelungen? (Wenn der Vergleich wirklich passend ist) (!Wenn der Vergleich möglichst lustig ist) (!Wenn der Vergleich sehr weit hergeholt ist) (!Wenn der Vergleich keine Verbindung zum Thema hat)

Welche Reihenfolge ist in vielen Erörterungen überzeugend? (vom schwächeren zum stärksten Argument) (!vom stärksten zum schwächsten Argument) (!zufällige Reihenfolge) (!nur ein Argument wiederholen)

Was ist ein typisches Kennzeichen eines Scheinarguments? (Es lenkt ab oder greift Personen statt Gründe an) (!Es nutzt Konnektoren) (!Es enthält eine klare Begründung) (!Es belegt Aussagen mit Daten)

Welcher Konnektor zeigt eine Einschränkung an? (jedoch) (!deshalb) (!weil) (!zum Beispiel)





Memory

Faktenargument überprüfbare Daten
Autoritätsargument Expertinnenaussage
Normatives Argument Werte und Normen
Analogisierendes Argument Vergleich
Indirektes Argument Widerlegung
Plausibilitätsargument logische Wahrscheinlichkeit





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Faktenargument Statistik
Autoritätsargument Expertin
Normatives Argument Gerechtigkeit
Analogisierendes Argument Vergleich
Indirektes Argument Entkräftung






Kreuzworträtsel

These Zentrale Behauptung, die Du begründest
Beleg Nachweis durch Textstelle, Beispiel oder Quelle
Analogie Vergleich, der etwas anschaulich macht
Normativ Auf Werte und Regeln bezogen
Autorität Anerkannte Fachinstanz
Konnektor Verknüpft Sätze logisch miteinander





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein gutes Argument stützt eine

durch eine nachvollziehbare

und einen passenden

. Ein

arbeitet mit überprüfbaren Daten, während ein

sich auf Fachleute stützt. Ein

Argument beruft sich auf Werte wie Gerechtigkeit, ein analogisierendes Argument nutzt eine

. Mit einem

Argument setzt Du Dich mit Gegenpositionen auseinander und entkräftest sie. Für den Textzusammenhang sind passende

wichtig.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. These: Formuliere zu einem Schulthema (z.B. „Handynutzung im Unterricht“) eine klare These und schreibe zwei passende Teilsätze, die schon nach Argument klingen.
  2. Faktenargument: Suche in einem aktuellen Schulkontext zwei überprüfbare Fakten (z.B. aus Schulordnung, Statistik der Klasse, Umfrage im Kurs) und formuliere daraus ein Faktenargument mit Begründung und Beleg.
  3. Konnektor: Schreibe einen kurzen Absatz (5–6 Sätze) und nutze mindestens fünf verschiedene Konnektoren (z.B. „dennoch“, „daher“, „zwar … aber“).
  4. Beispiel: Erfinde zu einer These drei kurze Beispiele und entscheide, welches Beispiel am überzeugendsten ist – begründe Deine Wahl.


Standard

  1. Autoritätsargument: Finde eine seriöse Institution (z.B. Schule, Universität, Amt) und formuliere ein Autoritätsargument. Erkläre danach, warum diese Autorität zum Thema passt.
  2. Normatives Argument: Schreibe ein normatives Argument zu „Umweltfreundliche Schule“. Nenne den Wert (z.B. Verantwortung, Fairness) ausdrücklich und erkläre, warum er hier zählt.
  3. Indirektes Argument: Formuliere ein mögliches Gegenargument zu Deiner Position und entkräfte es in einem „zwar … aber“-Satz mit Begründung.
  4. Analogisierendes Argument: Erstelle zwei Vergleiche zu einer These und prüfe kritisch, welcher Vergleich wirklich passt (und warum der andere schwächer ist).


Schwer

  1. Argumentationsstruktur: Schreibe eine Mini-Erörterung (ca. 250–350 Wörter) mit mindestens vier verschiedenen Argumenttypen. Markiere danach die Argumenttypen im Text.
  2. Scheinargument: Sammle drei Scheinargumente, die man in Debatten oft hört (ohne Personen anzugreifen). Schreibe zu jedem Scheinargument eine sachliche Gegenformulierung als seriöses Argument.
  3. Sachtextanalyse: Nimm einen kurzen Zeitungs- oder Blogkommentar und identifiziere mindestens fünf Argumente. Ordne sie Argumenttypen zu und bewerte ihre Stärke.
  4. Diskussion: Plane eine Klassendebatte: Erstelle für beide Seiten je drei starke Argumente (unterschiedliche Argumenttypen) und notiere passende Rückfragen, die die Argumente prüfen.




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Lernkontrolle


  1. Transferleistung: Wähle ein Thema aus Deinem Alltag (Sportverein, Schule, Familie) und erkläre, welcher Argumenttyp dort am häufigsten genutzt wird – und ob das sinnvoll ist.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe zu einer These erst einen Absatz Pro und dann Contra, ohne Argumente zu wiederholen. Begründe, welche Seite überzeugender wirkt und warum.
  3. Argumentationsethik: Diskutiere, warum faire Argumentation in einer Demokratie wichtig ist. Nenne zwei Folgen, wenn Debatten nur mit Scheinargumenten geführt werden.
  4. Sprachbewusstsein: Überarbeite einen selbst geschriebenen Absatz: Ersetze unklare Wörter („immer“, „alle“, „nie“) durch präzise Formulierungen und füge Belege/Beispiele hinzu.
  5. Qualitätscheck: Entwickle eine Checkliste (5 Kriterien) für starke Argumente und wende sie auf einen Text Deiner Wahl an. Begründe jede Bewertung.




OERs zum Thema



Links

aiMOOC-Projekte





Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Der Biberpelz - Gerhart Hauptmann
  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

Abitur

  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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