Argumentationsformen

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Argumentationsformen



Einleitung

Argumentieren gehört zu den wichtigsten Kompetenzen in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf: Du vertrittst eine These, begründest sie mit Prämissen und leitest eine Konklusion ab. Dabei entscheidest Du, wie Du begründest: mit Fakten (Sachargument), mit Werten (Werteargument), mit Autorität (Autoritätsargument) oder über Analogien (Analogisierendes Argument). Genau diese unterschiedlichen Argumentationsformen lernst Du hier systematisch kennen, zu analysieren und selbst wirksam einzusetzen.


Worum geht es in diesem aiMOOC?

Dieser Kurs verbindet drei Perspektiven:

  1. Argumentationsstruktur (Was ist ein Argument? Wie sind Prämissen und Konklusion verknüpft?)
  2. Argumenttypen bzw. Argumentationsformen (Welche Art von Begründung wird genutzt?)
  3. Argumentationsfehler (Welche Muster wirken überzeugend, sind aber logisch oder inhaltlich schwach?)


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du:

  1. eine These klar formulieren und passende Prämissen auswählen
  2. wichtige Argumenttypen unterscheiden und gezielt einsetzen
  3. Argumente mit dem Toulmin-Schema strukturieren
  4. typische Fehlschlüsse erkennen und fair entkräften
  5. überzeugende Argumentationen für Erörterung, Debatte und Präsentation schreiben


Video-Impulse: Argumentationsformen und Analyse



Grundlagen: Was ist ein Argument?

Ein Argument ist (in Philosophie und Sprachwissenschaft) eine Abfolge von Aussagen, bei der Prämissen eine Konklusion stützen. Mehrere zusammenhängende Argumente bilden eine Argumentation. In Texten (z.B. Erörterung) wird oft eine These vertreten, mit Gründen begründet und durch Beispiele, Daten oder Quellen gestützt.


Bausteine einer Argumentation

  1. These: Die strittige Behauptung, die Du vertreten oder prüfen willst.
  2. Prämisse: Ein Grund, der die These stützt (oder angreift).
  3. Konklusion: Das Ergebnis, das aus den Prämissen folgen soll (oft identisch mit der These).
  4. Beleg: Konkrete Stütze (Zahl, Studie, Textstelle, Beispiel, Beobachtung).
  5. Einwand: Gegenargument oder Einschränkung.
  6. Widerlegung: Antwort auf den Einwand (Rebuttal).


Mini-Beispiel (Behauptung–Begründung–Beleg)

These: Smartphones sollten im Unterricht teilweise erlaubt sein. Begründung: Sie ermöglichen schnelles Recherchieren und kollaboratives Arbeiten. Beleg: In Projektphasen lassen sich Quellen prüfen und Ergebnisse direkt dokumentieren. Einwand: Sie lenken ab. Widerlegung: Klare Regeln (Flugmodus, Einsatz nur auf Aufgabenhinweis) reduzieren Ablenkung.


Argumentationsformen: Typen von Argumenten

Argumentationsformen unterscheiden sich danach, welche Art von Begründung verwendet wird. In Schule und Alltag sind besonders diese Typen verbreitet:


1. Sachargument (Faktenargument)

Ein Sachargument stützt sich auf überprüfbare Fakten, Daten, Messwerte oder nachvollziehbare Zusammenhänge. Es wirkt besonders stark, wenn Quellen transparent sind und Zahlen korrekt interpretiert werden.

Typische Signalwörter: „nachweislich“, „laut Statistik“, „messbar“, „belegt“.


2. Autoritätsargument

Ein Autoritätsargument beruft sich auf anerkannte Expertinnen/Experten oder Institutionen. Es ist überzeugend, wenn die Autorität zuständig ist (Fachgebiet!) und die Aussage korrekt wiedergegeben wird.

Achtung: Autorität ersetzt keinen Beleg. Prüfe: Kompetenz, Interessenkonflikte, Aktualität.


3. Beispielargument

Ein Beispiel veranschaulicht eine These. Beispiele sind hilfreich, aber sie beweisen nicht automatisch eine allgemeine Regel. Stark wird das Beispielargument, wenn mehrere Beispiele ein Muster zeigen oder wenn es typisch/representativ ist.


4. Erfahrungsargument

Ein Erfahrungsargument stützt sich auf persönliche oder kollektive Erfahrung („In unserer Schule hat das funktioniert“). Es kann plausibel sein, ist aber anfällig für Verzerrungen (z.B. Bestätigungsfehler).


5. Analogisierendes Argument (Analogieargument)

Eine Analogie überträgt eine Struktur von einem bekannten Fall auf einen neuen Fall: „So wie …, so auch …“. Gut ist eine Analogie, wenn die Gemeinsamkeiten relevant sind und Unterschiede nicht entscheidend.


6. Werteargument (normatives Argument)

Ein Werteargument begründet mit Werten und Normen (z.B. Gerechtigkeit, Freiheit, Nachhaltigkeit). Es ist wichtig, die zugrunde liegenden Werte offen zu legen: Welche Priorität haben sie? Was passiert bei Zielkonflikten?


7. Nutzenargument (Zweckargument)

Ein Nutzenargument bewertet Folgen: „Es ist gut, weil es nützt / hilft / Vorteile bringt.“ Es gehört zur Folgenabschätzung und sollte sowohl positive als auch negative Effekte berücksichtigen.


8. Indizienargument

Ein Indizienargument nutzt Hinweise, die eine These wahrscheinlich machen (nicht sicher beweisen). Es ist typisch für Alltag, Journalismus und Recht (Indizienkette). Wichtig: Alternativerklärungen prüfen.


9. Traditionsargument

Ein Traditionsargument („Das war schon immer so“) wirkt kulturell, ist aber logisch schwach, wenn Tradition als alleiniger Grund dient. Tradition kann ein Wert sein, braucht aber zusätzliche Begründung.


10. Emotionsargument (pathos-orientiert)

Ein Emotionsargument spricht Gefühle an (Mitgefühl, Angst, Empörung). Gefühle sind real und in Debatten relevant, ersetzen aber keine Prüfung der Sachebene. Stark wird es, wenn Emotion und Sachgrund kombiniert werden.


Argumentationsmuster: Logik und Struktur

Neben Argumenttypen (Inhalt/Begründungsart) gibt es Muster der Schlussfolgerung:


Deduktion, Induktion, Abduktion

  1. Deduktion: Wenn die Prämissen wahr sind und die Form korrekt ist, muss die Konklusion wahr sein.
  2. Induktion: Von Einzelfällen zu einer allgemeinen Regel (macht wahrscheinlicher, nicht sicher).
  3. Abduktion: „Beste Erklärung“: Aus Beobachtung wird die plausibelste Ursache vermutet.


Syllogismus und Enthymem

Ein Syllogismus ist ein klassisches deduktives Muster. Ein Enthymem lässt eine Prämisse unausgesprochen („Das versteht man doch!“). In Analyse und Diskussion ist es wichtig, implizite Prämissen sichtbar zu machen.


Toulmin-Schema: Argumente präzise zerlegen

Das Toulmin-Schema erweitert „Prämissen → Konklusion“ zu einem praxisnahen Analysemodell:

  1. Data (Daten/Prämisse)
  2. Claim (Behauptung/Konklusion)
  3. Warrant (Schlussregel) als Brücke zwischen Daten und Behauptung
  4. Backing (Stützung) der Schlussregel
  5. Qualifier (Modaloperator) („wahrscheinlich“, „meistens“, „unter Bedingungen“)
  6. Rebuttal (Gegenargument/Einschränkung)


Argumentmapping: Strukturen sichtbar machen

Eine Argument Map zeigt, wie Gründe, Zwischenkonklusionen und Einwände zusammenhängen. Das ist besonders hilfreich bei komplexen Texten und Debatten.


Rhetorische Perspektive: Überzeugen mit Ethos, Logos, Pathos

Seit Aristoteles wird Überzeugung häufig als Zusammenspiel beschrieben:

  1. Logos: sachliche Begründung, Logik, Nachvollziehbarkeit
  2. Ethos: Glaubwürdigkeit, Fairness, Kompetenz, Haltung
  3. Pathos: angemessene emotionale Ansprache, Anschaulichkeit

Gute Argumentation ist meist eine Balance: logisch korrekt, fair, verständlich und adressatenorientiert.


Argumentationsfehler: Fehlschlüsse erkennen

Ein Fehlschluss ist ein Fehler im Schließen oder Begründen. Besonders häufig in Diskussionen:

  1. Ad-hominem-Argument: Angriff auf die Person statt auf das Argument
  2. Strohmann-Argument: Position des Gegenübers verzerren und dann „leicht“ widerlegen
  3. Falsches Dilemma: so tun, als gäbe es nur zwei Optionen
  4. Zirkelschluss: Behauptung wird mit sich selbst begründet
  5. Post hoc ergo propter hoc: Nachher passiert, also Ursache
  6. Slippery slope (Dammbruchargument): kleine Ursache führt „zwangsläufig“ zur Katastrophe


Praxis: So baust Du starke Argumentationen


Checkliste für starke Argumente

  1. Klarheit: Ist die These eindeutig (Begriffe definiert)?
  2. Relevanz: Stützen die Prämissen wirklich die Konklusion?
  3. Belege: Gibt es überprüfbare Quellen oder nachvollziehbare Beispiele?
  4. Gegenposition: Werden Einwände fair dargestellt?
  5. Abwägung: Werden Grenzen und Bedingungen genannt (Qualifier)?
  6. Sprache: Ist der Ton respektvoll und adressatengerecht?


Schreibgerüst für Erörterung und Debatte

  1. These (Standpunkt)
  2. Argument 1 (stark) + Beleg + kurze Erklärung
  3. Argument 2 (stark) + Beleg + kurze Erklärung
  4. Einwand + Widerlegung
  5. Fazit (Konklusion, evtl. Ausblick)


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist eine Prämisse? Ein Grund, der eine Konklusion stützt (!Eine emotionale Reaktion auf ein Thema) (!Ein Stilmittel zur Verschönerung eines Textes) (!Eine Schlussfolgerung ohne Bezug zu Gründen)

Wofür steht das „W“ im Toulmin-Schema als „Warrant“? Schlussregel, die Daten und Behauptung verbindet (!Wiederholung einer Behauptung bis sie geglaubt wird) (!Widerspruch gegen jede Art von Argument) (!Wortwahl zur emotionalen Verstärkung)

Welches Argument ist am stärksten auf überprüfbare Daten gestützt? Sachargument (!Traditionsargument) (!Emotionsargument) (!Strohmann-Argument)

Was beschreibt ein Strohmann-Argument? Die Position des Gegenübers wird verzerrt und dann widerlegt (!Eine These wird mit Statistiken belegt) (!Ein Experte wird korrekt zitiert) (!Eine Analogie wird sorgfältig geprüft)

Welche Schlussart schließt von vielen Einzelfällen auf eine allgemeine Regel? Induktion (!Deduktion) (!Abduktion) (!Zirkelschluss)

Was ist typisch für ein Autoritätsargument? Berufung auf Expertise oder Institutionen (!Ausschließliches Arbeiten mit persönlichen Gefühlen) (!Begründung nur durch Tradition) (!Ableitung einer Regel aus einem Einzelfall ohne Kontext)

Was ist ein Hauptproblem reiner Beispielargumente? Ein Beispiel beweist keine allgemeine Regel (!Beispiele sind immer erfunden) (!Beispiele dürfen nie verwendet werden) (!Beispiele sind nur in Naturwissenschaften erlaubt)

Welche Kombination passt am besten zu Logos? Nachvollziehbare Gründe und logische Struktur (!Sympathie und persönliche Nähe) (!Angst und Schockeffekte) (!Ironie und Übertreibung)

Was ist ein Zirkelschluss? Die Behauptung wird mit sich selbst begründet (!Ein Einwand wird fair zusammengefasst) (!Eine These wird durch eine Studie widerlegt) (!Ein Argument wird durch Beispiele veranschaulicht)

Welche Aussage beschreibt eine gute Argumentation am ehesten? Sie nennt Gründe, Belege und berücksichtigt Einwände (!Sie wiederholt die These möglichst oft) (!Sie greift die Person des Gegenübers an) (!Sie vermeidet jede Einschränkung und jedes „Vielleicht“)





Memory

These strittige Behauptung
Prämisse stützender Grund
Konklusion Ergebnis der Begründung
Toulmin-Schema Modell zur Argumentanalyse
Deduktion Schluss vom Allgemeinen auf den Einzelfall
Induktion Schluss vom Einzelfall zur Regel
Ethos Glaubwürdigkeit der Sprechperson
Strohmann-Argument verzerrte Gegnerposition





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Sachargument überprüfbare Daten und Fakten
Autoritätsargument Verweis auf zuständige Expertinnen oder Institutionen
Werteargument Begründung über Normen und Prioritäten
Analogieargument Übertragung einer Struktur auf einen ähnlichen Fall
Strohmann verzerrte Darstellung der Gegenposition






Kreuzworträtsel

Praemisse Wie heißt der stützende Grund in einem Argument?
These Wie nennt man die zentrale Behauptung einer Erörterung?
Logos Welche Überzeugungsdimension steht für Logik und Gründe?
Ethos Welche Überzeugungsdimension steht für Glaubwürdigkeit?
Toulmin Welches Schema analysiert Argumente mit Warrant und Backing?
Strohmann Wie heißt der Fehlschluss, der die Gegnerposition verzerrt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Ein Argument besteht typischerweise aus Prämissen und einer

und dient dazu, eine strittige Aussage zu begründen. Eine klare

hilft, den eigenen Standpunkt für andere nachvollziehbar zu machen. Ein

stützt sich auf überprüfbare Daten, während ein Werteargument auf

und Prioritäten basiert. Beim Autoritätsargument ist entscheidend, ob die zitierte Person im jeweiligen

tatsächlich kompetent ist. Eine Analogie ist nur dann stark, wenn die Gemeinsamkeiten für die Frage

sind. Das

zerlegt Argumente in Bausteine wie Daten, Claim und Warrant, um die Brücke zwischen Grund und Behauptung zu prüfen. Ein Enthymem enthält häufig eine

Prämisse, die in der Analyse sichtbar gemacht werden sollte. Ein häufiger Fehlschluss ist das

, bei dem die Person statt das Argument angegriffen wird. Beim Strohmann wird die Position des Gegenübers

dargestellt und dadurch scheinbar leichter widerlegt. Gute Argumentationen nennen auch Einwände und arbeiten mit Einschränkungen, zum Beispiel durch Modalwörter wie

.




Offene Aufgaben

Leicht

  1. Argument: Sammle zu einem Alltagsthema (z.B. Schulweg, Social Media, Ernährung) drei Thesen und formuliere zu jeder These je ein Sachargument.
  2. Beleg: Suche zu einer These zwei Belege (Zahl, Textstelle, Beobachtung) und notiere, warum sie zur These passen.
  3. Analogie: Erfinde zwei Analogien zu einem aktuellen Thema und markiere, welche Gemeinsamkeit Du überträgst.
  4. Werte: Schreibe ein kurzes Werteargument und benenne den zugrunde liegenden Wert (z.B. Gerechtigkeit, Freiheit, Sicherheit).

Standard

  1. Toulmin-Schema: Nimm einen Kommentar aus Zeitung/Online und zerlege ein Argument in Data, Claim, Warrant, Backing, Qualifier und Rebuttal.
  2. Argumentationsanalyse: Markiere in einem Text These, Prämissen, Konklusion und Einwände mit Farben und erkläre die logische Verbindung.
  3. Autoritätsargument: Vergleiche zwei Quellen (z.B. Verband vs. Influencer) und prüfe Kompetenz, Interessen und Nachvollziehbarkeit.
  4. Debatte: Führe eine Mini-Debatte (2–3 Minuten) mit einer Partnerperson: Eine Person Pro, eine Contra, danach Rollenwechsel und Reflexion.

Schwer

  1. Argument Map: Erstelle eine Argumentkarte zu einem kontroversen Thema mit mindestens zwei Pro-Argumenten, zwei Contra-Argumenten und je einer Widerlegung.
  2. Fehlschluss: Sammle in Kommentaren oder Talkshows fünf mögliche Fehlschlüsse, benenne sie und formuliere jeweils eine faire, sachliche Entkräftung.
  3. Erörterung: Schreibe eine strukturierte Erörterung mit Einleitung, Hauptteil (mind. 3 Argumente) und Schluss; nutze mindestens zwei Argumentationsformen bewusst.
  4. Medienkompetenz: Untersuche eine Werbekampagne oder ein politisches Video: Welche Mischung aus Logos, Ethos und Pathos wird genutzt, und welche Wirkung hat das?




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Lernkontrolle

  1. Transfer: Wähle ein Thema und begründe, warum ein Sachargument in diesem Kontext stärker oder schwächer wirkt als ein Werteargument.
  2. Perspektivwechsel: Formuliere zu einer These ein starkes Gegenargument und verbessere danach Deine ursprüngliche Argumentation durch Abwägung.
  3. Qualität: Prüfe ein Autoritätsargument: Welche zusätzlichen Informationen brauchst Du, um die Quelle als zuverlässig einzuschätzen?
  4. Fehlerdiagnose: Analysiere eine Diskussion: Wo kippt sie in einen Fehlschluss, und wie könnte man sie zurück zur Sachebene führen?
  5. Struktur: Zeige an einem Beispiel, wie ein Warrant im Toulmin-Schema die „unsichtbare Brücke“ bildet, und was passiert, wenn diese Brücke nicht akzeptiert wird.




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Schulfach+

Prüfungsliteratur 2026
Bundesland Bücher Kurzbeschreibung
Baden-Württemberg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Mittlere Reife

  1. Der Markisenmann - Jan Weiler oder Als die Welt uns gehörte - Liz Kessler
  2. Ein Schatten wie ein Leopard - Myron Levoy oder Pampa Blues - Rolf Lappert

Abitur Dorfrichter-Komödie über Wahrheit/Schuld; Roman über einen Ort und deutsche Geschichte. Mittlere Reife Wahllektüren (Roadtrip-Vater-Sohn / Jugendroman im NS-Kontext / Coming-of-age / Provinzroman).

Bayern

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Lustspiel über Machtmissbrauch und Recht; Roman als Zeitschnitt deutscher Geschichte an einem Haus/Grundstück.

Berlin/Brandenburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
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  4. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Gerichtskomödie; soziales Drama um Ausbeutung/Armut; Komödie/Satire um Diebstahl und Obrigkeit; Roman über Erinnerungsräume und Umbrüche.

Bremen

Abitur

  1. Nach Mitternacht - Irmgard Keun
  2. Mario und der Zauberer - Thomas Mann
  3. Emilia Galotti - Gotthold Ephraim Lessing oder Miss Sara Sampson - Gotthold Ephraim Lessing

Abitur Roman in der NS-Zeit (Alltag, Anpassung, Angst); Novelle über Verführung/Massenpsychologie; bürgerliche Trauerspiele (Moral, Macht, Stand).

Hamburg

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun

Abitur Justiz-/Machtkritik als Komödie; Großstadtroman der Weimarer Zeit (Rollenbilder, Aufstiegsträume, soziale Realität).

Hessen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  4. Der Prozess - Franz Kafka

Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

Abitur

  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

Nordrhein-Westfalen

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Komödie über Wahrheit und Autorität; Roman als literarische „Geschichtsschichtung“ an einem Ort.

Saarland

Abitur

  1. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  2. Furor - Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  3. Bahnwärter Thiel - Gerhart Hauptmann

Abitur Erinnerungsroman an einem Ort; zeitgenössisches Drama über Eskalation/Populismus; naturalistische Novelle (Pflicht/Überforderung/Abgrund).

Sachsen (berufliches Gymnasium)

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Woyzeck - Georg Büchner
  3. Irrungen, Wirrungen - Theodor Fontane
  4. Der gute Mensch von Sezuan - Bertolt Brecht
  5. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck
  6. Der Trafikant - Robert Seethaler

Abitur Mischung aus Klassiker-Drama, sozialem Drama, realistischem Roman, epischem Theater und Gegenwarts-/Erinnerungsroman; zusätzlich Coming-of-age im historischen Kontext.

Sachsen-Anhalt

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Themenfelder)

Abitur Schwerpunktsetzung über Themenfelder (u. a. Literatur um 1900; Sprache in politisch-gesellschaftlichen Kontexten), ohne feste Einzeltitel.

Schleswig-Holstein

Abitur

  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

Abitur Recht/Gerechtigkeit und historische Tiefenschichten eines Ortes – umgesetzt über Drama und Gegenwartsroman.

Thüringen

Abitur

  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

Abitur

  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

Abitur Land beteiligt sich am länderübergreifenden Aufgabenpool; konkrete, veröffentlichte Einzeltitel konnten hier nicht ausgelesen werden.

Rheinland-Pfalz

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  1. (keine landesweit einheitliche Pflichtlektüre; schulische Auswahl)

Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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