Rede


Rede
Einleitung
Eine Rede ist eine vorbereitete, mündliche Mitteilung, die ein Redner an eine Zuhörerschaft richtet – meist mit einem klaren Ziel (informieren, überzeugen, würdigen, aufrufen). Im Deutschunterricht ist die Rede eine wichtige Textsorte: Du planst Inhalte, formulierst adressatengerecht und lernst, Sprache als Wirkungsmittel einzusetzen. Dabei gehören Rhetorik (die Kunst der Rede), Argumentation und Vortrag (Stimme, Haltung, Blickkontakt) zusammen.

Warum Rede-Kompetenz wichtig ist
Reden begegnen Dir überall: in der Schule (Klassensprecherwahl, Projektvorstellung), im Alltag (Geburtstagsrede), in der Öffentlichkeit (politische Reden, Vereinsansprachen). Wer eine Rede schreiben und halten kann, trainiert:
- Adressatenbezug: Du passt Sprache und Beispiele an Dein Publikum an.
- Struktur: Du ordnest Gedanken verständlich (roter Faden).
- Überzeugung: Du arbeitest mit Gründen, Beispielen und Wirkungsmitteln.
- Präsentationskompetenz: Du sprichst klar, sicher und wirkungsvoll.
Lernziele (Kompetenzen)
Am Ende dieses aiMOOC kannst Du:
- eine Rede nach Anlass, Ziel und Publikum planen (Situationsanalyse)
- eine Rede gliedern (Einleitung, Hauptteil, Schluss)
- überzeugend argumentieren (These, Begründung, Beispiel, Schluss)
- passende Stilmittel einsetzen (z.B. Anapher, rhetorische Frage, Dreierfigur)
- Deine Rede vortragen (Stimme, Körpersprache, Blickkontakt, Pausen)
- Feedback geben und überarbeiten (Überarbeitung, Wirkung prüfen)
Grundlagen der Rede (Deutsch: Schreiben und Sprechen)
1. Anlass, Ziel, Publikum: Die wichtigsten Entscheidungen
Bevor Du schreibst, klärst Du drei Fragen:
- Anlass: Warum wird gesprochen? (z.B. Schulversammlung, Debatte, Festakt)
- Ziel: Was sollen die Zuhörenden denken/fühlen/tun? (informieren, überzeugen, danken, motivieren)
- Publikum: Wer hört zu? (Alter, Vorwissen, Interessen, mögliche Einwände)
Merksatz: Eine Rede ist dann stark, wenn sie zu den Menschen passt, für einen Anlass gemacht ist und auf ein Ziel hin spricht.
2. Der typische Aufbau: Einleitung – Hauptteil – Schluss
Einleitung (Kontakt, Interesse, Thema):
- Einstiegshaken: kurze Szene, Frage, überraschende Zahl (ohne Übertreibung), Zitat (sinnvoll erklärt)
- Begrüßung und Anlass
- Thema + Position (These) oder Ziel der Rede
- kurzer Ausblick: Was kommt?
Hauptteil (Argumentation, Beispiele, Struktur):
- These klar formulieren
- 2–3 starke Argumente (Qualität vor Menge)
- Beispiele, Vergleiche, kurze Geschichten (Anschaulichkeit)
- Gegenargument nennen und entkräften (Antizipation)
- Übergänge (Signale wie „Erstens…“, „Ein weiterer Punkt…“, „Darum…“)
Schluss (Wirkung sichern):
- Kerngedanke zusammenfassen (kurz!)
- Appell/Handlungsvorschlag oder klare Pointe
- Dank + Abschlussformel
3. Argumentieren in der Rede (Überzeugen statt Behaupten)
Eine überzeugende Rede unterscheidet Meinung und Begründung. Praktisch hilft das Schema:
- These (Deine Position)
- Begründung (Warum ist das so?)
- Beispiel/Beleg (Woran sieht man das?)
- Schlussfolgerung (Was folgt daraus?)
Achte außerdem auf:
- Logos: nachvollziehbare Gründe, Ordnung, Klarheit
- Ethos: glaubwürdig wirken (fair, sachlich, respektvoll)
- Pathos: Gefühle ansprechen (ohne Manipulation)
4. Sprache, Stil und Wirkung (Stilmittel sinnvoll nutzen)
Stilmittel sind Werkzeuge, keine Dekoration. Nutze sie so, dass sie Dein Ziel stützen:
- rhetorische Frage: aktiviert, lenkt Aufmerksamkeit
- Anapher (Wiederholung am Satzanfang): betont, rhythmisiert
- Dreierfigur: wirkt einprägsam (z.B. „klar, fair, machbar“)
- Antithese: Gegensätze verdeutlichen
- Metapher: Bilder schaffen Verständnis
- Direkte Anrede: Nähe („Du“, „Sie“, „Wir“ – passend zum Rahmen)
- Pausen: geben Bedeutung und Zeit zum Denken
Sprachregeln für den Aufsatzunterricht:
- Schreibe verständlich: kurze Sätze, klare Verben, wenig Füllwörter.
- Bleibe adressatengerecht: Wortwahl passend zu Alter und Anlass.
- Vermeide Angriffe: kritisiere Ideen, nicht Menschen.
- Prüfe den Ton: feierlich, sachlich, motivierend – je nach Anlass.
5. Vortrag: Stimme, Tempo, Körpersprache
Gute Rede entsteht im Zusammenspiel von Text und Vortrag:
- Stimme: deutlich, variabel, nicht zu leise
- Tempo: lieber etwas langsamer, wichtige Stellen mit Pausen
- Betonung: Schlüsselwörter hervorheben
- Körpersprache: aufrecht stehen, offene Gesten, ruhige Hände
- Blickkontakt: über den Raum „wandern“, nicht nur auf das Blatt
- Medien: nur nutzen, wenn sie helfen (z.B. Bild, Stichwortkarte)
Umgang mit Lampenfieber:
- Atmung (tief, langsam), kurze Sprechpause vor dem Start
- Anfangssatz auswendig
- Blick auf freundliche Gesichter, ruhiger Stand
- Proben: laut, im Raum, mit Zeitmessung
6. Schreibprozess im Deutschunterricht: Von der Idee zur fertigen Rede
Bewährte Schritte:
- Planen (Anlass/Ziel/Publikum, Material sammeln)
- Gliedern (Einleitung–Hauptteil–Schluss, Reihenfolge)
- Formulieren (erster Entwurf: lieber zu viel als zu wenig)
- Überarbeiten (Kürzen, Übergänge, Wirkung prüfen)
- Proben (laut sprechen, Zeit stoppen, markieren)
- Feedback (Mitschüler, Lehrkraft, Selbstcheck)
- Finalisieren (Stichwortkarten oder Manuskript)
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist ein zentrales Merkmal einer Rede im Unterschied zum Gespräch? (monologischer Vortrag an eine Zuhörerschaft) (!geplantes Frage-Antwort-Spiel mit Rollenwechsel) (!mündliche Unterhaltung ohne Struktur) (!Dialog mit gleich langen Redeanteilen)
Welche Reihenfolge passt am besten zum klassischen Redeaufbau? (Einleitung – Hauptteil – Schluss) (!Hauptteil – Einleitung – Schluss) (!Schluss – Hauptteil – Einleitung) (!Einleitung – Schluss – Hauptteil)
Wozu dient die Einleitung einer Rede besonders? (Interesse wecken und Thema/Ziel klären) (!alle Argumente vollständig beweisen) (!möglichst viele Fakten ohne Beispiele nennen) (!das Publikum sofort bewerten)
Welche Kombination beschreibt überzeugendes Argumentieren am besten? (These – Begründung – Beispiel/Beleg – Schlussfolgerung) (!Beispiel – Schlussfolgerung – These – Begrüßung) (!These – Beleidigung – Wiederholung – Applaus) (!Frage – Witz – Ausrede – Ende)
Welche Wirkung hat eine Anapher typischerweise? (Sie betont durch Wiederholung am Satzanfang) (!Sie verkürzt den Text automatisch) (!Sie ersetzt Begründungen durch Gefühle) (!Sie macht Sätze absichtlich unverständlich)
Was ist ein sinnvoller Zweck von Pausen beim Sprechen? (Sie geben dem Publikum Zeit zum Verstehen und betonen Wichtiges) (!Sie verhindern, dass Argumente logisch wirken) (!Sie verlängern die Rede ohne Nutzen) (!Sie machen die Stimme grundsätzlich leiser)
Warum ist Adressatenbezug für eine Rede wichtig? (Weil Wortwahl, Beispiele und Ton zum Publikum passen müssen) (!Weil man immer die gleiche Rede überall halten kann) (!Weil Fachbegriffe grundsätzlich verboten sind) (!Weil Rede nur aus Zitaten bestehen darf)
Was gehört besonders in einen starken Schluss? (Kernaussage + Appell oder Pointe) (!neue Nebenargumente ohne Verbindung) (!lange Wiederholung der gesamten Einleitung) (!eine Liste aller Quellen ohne Kommentar)
Welche Aussage zur Körpersprache ist am passendsten? (Offene Haltung und Blickkontakt unterstützen Glaubwürdigkeit) (!Blickkontakt stört immer und sollte vermieden werden) (!Körpersprache ist unwichtig, nur der Text zählt) (!Man sollte ständig hin- und herlaufen)
Welche Strategie hilft bei Lampenfieber am ehesten? (Den Einstieg gut vorbereiten und laut proben) (!Alles komplett improvisieren und sofort starten) (!Sehr schnell sprechen, damit es schneller vorbei ist) (!Während der Rede dauerhaft auf den Boden schauen)
Memory
| Inventio | Ideen und Argumente finden |
| Dispositio | Rede gliedern und ordnen |
| Elocutio | sprachlich gestalten |
| Memoria | Rede einprägen |
| Actio | Vortrag mit Stimme und Gestik |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Einleitung | Aufmerksamkeit und Orientierung |
| Hauptteil | Argumente und Beispiele |
| Schluss | Zusammenfassung und Appell |
| Anapher | Wiederholung am Satzanfang |
| Blickkontakt | Verbindung zum Publikum |
Kreuzworträtsel
| Rhetorik | Wie heißt die Kunst des wirksamen Redens? |
| Publikum | Wie nennt man die Zuhörerschaft einer Rede? |
| Anapher | Welche Stilfigur wiederholt Wörter am Satzanfang? |
| Appell | Wie heißt der direkte Aufruf am Ende einer Rede? |
| Argument | Was liefert eine Begründung für eine These? |
| Körpersprache | Wie nennt man Gestik und Haltung beim Vortrag? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Rede: Schreibe eine 60–90 Sekunden lange Begrüßungsrede für einen Klassenausflug und achte auf eine klare Einleitung.
- Adressatenbezug: Formuliere denselben Redeabschnitt einmal für Deine Klasse und einmal für Eltern – markiere die sprachlichen Unterschiede.
- Stilmittel: Baue in einen kurzen Absatz eine rhetorische Frage ein und erkläre, welche Wirkung Du erzielen willst.
- Stichwortkarte: Erstelle Stichwortkarten für eine Mini-Rede und prüfe, ob Du ohne vollständiges Manuskript sprechen kannst.
Standard
- Argumentation: Halte eine Rede (2–3 Minuten) dafür oder dagegen, dass Handys in der Schule erlaubt sein sollten – mit mindestens zwei Argumenten und einem Gegenargument.
- Dreierfigur: Schreibe einen Schluss mit einer Dreierfigur und teste, ob er einprägsamer wirkt als Dein erster Entwurf.
- Überarbeitung: Tausche Deine Rede mit einer Mitschülerin/einem Mitschüler und überarbeite sie anhand von Feedback zu Struktur und Verständlichkeit.
- Körpersprache: Nimm Dich beim Vortragen auf Video auf (z.B. Handy) und notiere drei konkrete Verbesserungen für Haltung, Gestik und Blickkontakt.
Schwer
- Rhetorik: Schreibe eine überzeugende Rede (3–5 Minuten) zu einem gesellschaftlichen Thema (z.B. Umweltschutz, Zivilcourage) und nutze bewusst Ethos, Pathos und Logos.
- Gegenargument: Plane eine Rede mit einem starken Einwand gegen Deine Position und entkräfte ihn fair und nachvollziehbar.
- Metapher: Entwickle eine Leitmetapher (z.B. „Schule als Werkstatt“) und ziehe sie durch Einleitung, Hauptteil und Schluss, ohne kitschig zu werden.
- Redeanalyse: Analysiere eine öffentliche Rede (z.B. aus dem Internet): Welche Stilmittel werden genutzt, wie ist der Aufbau, welche Wirkung entsteht?


Lernkontrolle
- Transferleistung: Erkläre an einem selbstgewählten Thema, warum ein gutes Gegenargument die eigene Rede oft stärker macht, statt sie zu schwächen.
- Wirkungsanalyse: Vergleiche zwei verschiedene Einstiege (Anekdote vs. Frage) und begründe, welcher Einstieg für welches Publikum besser passt.
- Kommunikation: Beschreibe, wie sich Ton und Wortwahl verändern müssen, wenn Du dieselbe Rede einmal in der Klasse und einmal bei einer offiziellen Schulfeier hältst.
- Struktur: Zeige an einem Beispiel, wie ein fehlender roter Faden entsteht und wie Du ihn durch Übergänge und Gliederung reparierst.
- Ethik: Diskutiere, wo für Dich die Grenze zwischen überzeugender Rhetorik und Manipulation liegt, und nenne Kriterien für „faire“ Rede.
OERs zum Thema
Links
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs



aiMOOC Projekte


YouTube Music: THE MONKEY DANCE

Spotify: THE MONKEY DANCE

Apple Music: THE MONKEY DANCE

Amazon Music: THE MONKEY DANCE

The Monkey Dance SpreadShirtShop

|
|
|


Children for a better world >> Förderung der AI Fair-Image Challenge
Fair-Image wird von CHILDREN JUGEND HILFT! gefördert und ist mit der deutschlandweiten AI Fair-Image Challenge SIEGERPROJEKT 2025. Alle Infos zur Challenge hier >>. Infos zum Camp25 gibt es hier. Wenn auch Ihr Euch ehrenamtlich engagiert und noch finanzielle Unterstützung für Eurer Projekt braucht, dann stellt gerne einen Antrag bei JUGEND HILFT.
