

Pampa Blues - Rolf Lappert



Einleitung
Pampa Blues ist ein vielfach ausgezeichnetes Jugendbuch von Rolf Lappert (erschienen 2012). Im Mittelpunkt steht der fast 17-jährige Ben Schilling, der im fiktiven Zehn-Einwohner-Ort Wingroden feststeckt – einem „Nirgendwo“, das sogar als Anagramm im Ortsnamen mitschwingt. Ben trägt viel Verantwortung: Er kümmert sich um seinen dementen Großvater Karl, während seine Mutter als Jazzsängerin auf Tour ist. Ben träumt davon wegzugehen (unter anderem nach Afrika), doch die skurrilen Bewohner Wingrodens, eine überraschende Begegnung und der Alltag zwischen Pflicht, Einsamkeit und Hoffnung verändern seinen Blick.
In diesem aiMOOC lernst Du, wie man Jugendliteratur und besonders einen Adoleszenzroman versteht: Du analysierst Figuren, erzählerische Mittel (z.B. Ich-Erzähler), Motive und Themen wie Demenz, Verantwortung und Leben auf dem Land – und Du entwickelst eigene kreative und argumentative Texte.
Lernziele
Am Ende dieses Kurses kannst Du # die wichtigsten Inhalte von Pampa Blues sicher wiedergeben # zentrale Figuren (Ben, Karl, Maslow, Lena, Anna) charakterisieren # die Wirkung von Erzählperspektive und Sprache erklären # Themen und Motive (Monotonie, Fernweh, Gemeinschaft, „Nirgendwo“) deuten # eigene kreative und analytische Produkte erstellen (Tagebuch, Szene, Podcast, Essay) # Transfer leisten: Was sagt der Text über Jugend, Verantwortung und Zukunft in strukturschwachen Regionen?
Medien zum Einstieg
Hintergrundwissen: Autor, Genre, Kontext
Rolf Lappert und das Jugendbuch
Rolf Lappert ist ein Schweizer Schriftsteller. Mit Pampa Blues veröffentlichte er 2012 sein erstes Jugendbuch. Das Buch wurde unter anderem mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet und erhielt weitere Anerkennungen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur.
Für den Unterricht ist interessant, dass Lappert sehr „leise“ erzählt: Humor und Melancholie stehen nebeneinander, und viele große Fragen entstehen aus einem scheinbar kleinen Alltag.
Genre: Adoleszenzroman und Coming-of-Age
Ein Adoleszenzroman zeigt häufig eine Phase des Übergangs: Kindheit endet, Erwachsenwerden beginnt. Typisch sind # Suche nach Identität # Konflikte zwischen Freiheit und Pflicht # erste Liebe und neue Beziehungen # Abgrenzung und Zugehörigkeit # Zukunftsfragen.
In Pampa Blues wird das besonders sichtbar, weil Ben Verantwortung übernehmen muss, obwohl er selbst noch Orientierung sucht.
Ort und Atmosphäre: Wingroden als „Nirgendwo“
Wingroden ist fiktiv und extrem klein. Die Abgeschiedenheit beeinflusst alles: Tempo, Möglichkeiten, Kontakte und Träume. Die „Pampa“ steht hier nicht nur für Landschaft, sondern auch für Gefühl: Stillstand, Leere, aber auch Schutzraum.
Wichtig ist: Das „Nirgendwo“ ist nicht nur negativ. Im Verlauf der Geschichte kann es auch als Ort der Gemeinschaft, der Geduld und der Veränderung lesbar werden.
Inhalt: Handlung verständlich zusammenfassen
Ben lebt mit seinem Großvater Karl in einer Gärtnerei außerhalb Wingrodens. Karl ist dement und braucht Betreuung. Bens Mutter ist selten da und meldet sich nur gelegentlich; sein Vater ist gestorben. Ben fühlt sich eingesperrt und träumt von einem anderen Leben.
In Wingroden gibt es schräge, aber nicht einfach „lächerliche“ Figuren. Besonders Maslow (Wirt und Tüftler) versucht, dem Ort Bedeutung zu geben – unter anderem durch ungewöhnliche Pläne wie inszenierte „UFO“-Geschichten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dann taucht Lena auf und bringt Bewegung in Bens Alltag. Begegnungen, Konflikte und kleine Entscheidungen verdichten sich zu einer Frage: Bleibe ich, gehe ich, oder finde ich einen dritten Weg?
Der Roman lebt von Stimmung: Zwischen Winter-Blues, trockenem Humor und Momenten, in denen Hoffnung möglich wird.
Figurenanalyse: Wer ist wer – und warum ist das wichtig?
Ben Schilling
Ben ist Ich-Erzähler. Dadurch erlebst Du die Welt durch seine Wahrnehmung: genervt, müde, witzig, manchmal überfordert, manchmal zärtlich. Seine Entwicklung besteht nicht nur darin, „mutiger“ zu werden, sondern differenzierter zu fühlen und Verantwortung neu zu deuten.
Karl (Großvater) und Demenz
Karl ist nicht nur „Problem“, sondern Beziehung: Ben pflegt ihn, streitet sich, sorgt sich, ist beschämt, ist liebevoll. Der Roman zeigt, wie Demenz Alltag verändert: Wiederholungen, Verwirrung, Kontrollverlust – und zugleich Momente von Nähe.
Maslow, Lena, Anna und die Dorfgemeinschaft
Maslow steht für Aktivität, Ideen, Widerstand gegen das Verschwinden des Ortes. Lena bringt Außenblick und Dynamik hinein. Anna (Friseurin) und andere Dorfbewohner bilden eine Gemeinschaft, die einerseits festhält, andererseits auch trägt.
Spannend ist die Frage: Sind diese Figuren „typisch Dorf“ oder individuelle Menschen mit eigenen Träumen?
Erzählweise und Sprache: Wie der Roman wirkt
Ich-Erzähler und subjektive Wahrnehmung
Weil Ben in der Ich-Form erzählt, ist die Perspektive eng: Du weißt nicht „alles“, sondern das, was Ben sieht, fühlt und vermutet. Das erzeugt Nähe und macht seine Überforderung nachvollziehbar.
Ton, Humor und „Blues“
„Blues“ meint nicht nur Musik, sondern Stimmung: ein melancholischer Grundton, in dem dennoch Energie steckt. Der Roman arbeitet mit knappen Beobachtungen, trockenen Pointen und einem Blick für Skurrilität.
Motive und Symbole
Typische Motive sind # Winter/Kälte als Gefühl von Stillstand # Straße/Reise als Fernweh # Gärtnerei als Ort zwischen Leben und Vergehen # UFO-Gerüchte als Sehnsucht nach Bedeutung # Musik (Jazz/Blues) als Hintergrund für Stimmung und Freiheit.
Transfer: Buch und Verfilmung
Es gibt eine Verfilmung (Fernsehfilm), die den Stoff eigenständig interpretiert. Für die Analyse ist interessant: Was verändert sich, wenn Stimmung, Figuren und Tempo in Bilder übersetzt werden? Welche Szenen funktionieren im Film anders als im Text?
Nutze das als Training: Literatur ist nicht „nur Inhalt“, sondern auch Form.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer ist der Ich-Erzähler in Pampa Blues? (Ben Schilling) (!Maslow) (!Karl) (!Lena)
Wie heißt der fiktive Ort, in dem Ben lebt? (Wingroden) (!Wingerode) (!Windroden) (!Winden)
Welche Verantwortung prägt Bens Alltag besonders? (Er pflegt seinen dementen Großvater) (!Er leitet die Dorfschule) (!Er trainiert eine Fußballmannschaft) (!Er betreibt den einzigen Supermarkt)
Welches Genre passt besonders gut zu Pampa Blues? (Adoleszenzroman) (!Historischer Roman) (!Kriminalroman) (!Mittelalterfantasy)
Was ist eine typische Wirkung der Ich-Perspektive? (Nähe zu Bens Gedanken und Gefühlen) (!Objektive Darstellung ohne Emotionen) (!Allwissender Überblick über alle Figuren) (!Chronik mit amtlichem Ton)
Wofür steht „Blues“ im Titel besonders? (Für eine melancholische Grundstimmung) (!Für ein reines Musiklehrbuch) (!Für eine Detektivgruppe) (!Für ein Naturphänomen)
Welche Figur versucht besonders, Wingroden „berühmt“ zu machen? (Maslow) (!Karl) (!Ben) (!Anna)
Welche Abwesenheit verstärkt Bens Einsamkeit? (Seine Mutter ist auf Tour) (!Sein Bruder lebt im Internat) (!Sein bester Freund ist im Ausland) (!Seine Lehrerin ist versetzt worden)
Was bedeutet die Idee „Wingroden als Nirgendwo“ vor allem? (Der Ort wirkt abgelegen und perspektivarm, aber deutbar) (!Der Ort existiert nur in einem Traum) (!Der Ort liegt auf einer Insel) (!Der Ort ist eine Großstadt)
Welche Themenkombination passt besonders zum Roman? (Verantwortung und Freiheit) (!Rache und Gericht) (!Weltraumkrieg und Kolonien) (!Sportkarriere und Ruhm)
Memory
| Ich-Erzähler | subjektive Perspektive |
| Wingroden | Anagramm Nirgendwo |
| Demenz | Pflege und Kontrollverlust |
| Maslow | UFO-Idee für Aufmerksamkeit |
| Blues | melancholische Stimmung |
| Gärtnerei | Lebensort außerhalb des Dorfes |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ich-Erzähler | Nähe zu Bens Innenwelt |
| Wingroden | Abgeschiedenheit und Stillstand |
| Karl | Demenz und Pflegebeziehung |
| Maslow | Sehnsucht nach Bedeutung |
| Lena | Impuls für Veränderung |
...
Kreuzworträtsel
| Wingroden | Frage 1 |
| Nirgendwo | Frage 2 |
| Demenz | Frage 3 |
| Maslow | Frage 4 |
| Hanser | Frage 5 |
| Ichform | Frage 6 |
Hinweise zu den Kreuzworträtsel-Fragen
- Frage 1: Wie heißt Bens Wohnort?
- Frage 2: Wofür steht Wingroden als Wortspiel?
- Frage 3: Welche Krankheit prägt Karls Verhalten?
- Frage 4: Wie heißt der Wirt und Ideengeber im Ort?
- Frage 5: In welchem Verlag erschien das Buch?
- Frage 6: Welche Erzählform nutzt Ben?
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Lesetagebuch: Schreibe drei kurze Einträge aus Bens Sicht (je 8–12 Sätze) zu Alltag, Pflicht und Fernweh.
- Figurensteckbrief: Erstelle einen Steckbrief zu Ben mit Zitaten, Eigenschaften und Widersprüchen (mindestens 8 Merkmale).
- Stimmungsbild: Gestalte ein Foto- oder Bild-Collage-Poster „Wingroden fühlt sich an wie …“ und erkläre Deine Bildwahl in 6–10 Sätzen.
- Wortschatzarbeit: Sammle 15 Wörter aus dem Romanfeld „Blues/Monotonie“ und formuliere je einen eigenen Beispielsatz.
Standard
- Charakterisierung: Schreibe eine Charakterisierung von Maslow und belege sie mit mindestens 3 Textbelegen.
- Erzählperspektive: Analysiere, wie die Ich-Perspektive Deine Sympathie für Ben steuert (Beispiele: Humor, Überforderung, Zärtlichkeit).
- Motiv: Untersuche das Motiv „Straße/Reise“: Welche Sehnsüchte und Ängste hängen daran? Schreibe einen strukturierten Text (ca. 1 Seite).
- Dialog: Schreibe eine neue Szene als Dialog zwischen Ben und Lena, in der es um „Bleiben oder Gehen“ geht (mindestens 2 Seiten).
Schwer
- Interpretation: Deute Wingroden als Symbol: Ist das „Nirgendwo“ eher Gefängnis, Schutzraum oder Möglichkeitsort? Begründe mit 4 Argumenten.
- Vergleichende Analyse: Vergleiche Buch und Verfilmung: Wähle eine Schlüsselszene und erkläre, was sich in Wirkung und Aussage verändert.
- Essay: Schreibe einen Essay: „Verantwortung macht erwachsen – oder nimmt Jugend?“ Nutze Ben und Karl als Beispiel und entwickle Transfer auf heute.
- Podcast: Produziere eine 5–8-minütige Podcastfolge: Inhaltskern, Figuren, ein Motiv, eine Lieblingsstelle, eine kritische Frage an den Text.


Lernkontrolle
- Transfer: Erkläre, wie der Roman zeigt, dass „Freiheit“ ohne Beziehungen leer sein kann. Nutze mindestens zwei Figuren.
- Argumentation: Nimm Stellung: Ist Maslows UFO-Idee eher Flucht vor Realität oder kreativer Widerstand? Begründe differenziert.
- Systemisches Denken: Beschreibe das Zusammenspiel von Ort (Wingroden), Verantwortung (Karl) und Zukunftsbild (Afrika-Traum). Was verursacht was?
- Perspektivwechsel: Schreibe eine kurze Reflexion aus Karls Sicht: Was könnte Ben für Karl bedeuten, obwohl Karl dement ist?
- Motive vernetzen: Verbinde drei Motive (Winter, Straße, Musik) zu einer Deutung: Was erzählen sie gemeinsam über Bens Entwicklung?
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