Kriminalroman


Kriminalroman
Einleitung
Ein Kriminalroman (umgangssprachlich: Krimi) ist eine fiktionale Erzählung, in der eine Straftat im Zentrum steht und ihre Aufklärung Spannung erzeugt. Oft geht es um die Frage: Wer war es? (Täter), Warum? (Motiv) oder Wie? (Tathergang). Im Deutschunterricht eignet sich der Kriminalroman besonders, um Erzähltechniken, Figurenentwicklung, Spannungsaufbau und sprachliche Mittel zu analysieren und selbst kreativ anzuwenden.
Lernziele (Du kannst danach ...)
- Kriminalroman als Gattung erklären und typische Merkmale benennen.
- Spannungsbogen und Erzählperspektive in Kriminaltexten analysieren.
- Figurenkonstellation (Ermittler, Täter, Opfer, Nebenfiguren) beschreiben und bewerten.
- Ein eigenes Krimi-Konzept (Plot, Indizienkette, Wendepunkt, Auflösung) entwickeln.
Video-Impuls
Input: Der Kriminalroman als Genre
Was macht einen Kriminalroman aus?
Der Kriminalroman erzählt eine Handlung, die von einer Straftat ausgeht (häufig Mord), und führt die Lesenden über Indizien, Verdachtsmomente und Ermittlungen zur (scheinbaren oder endgültigen) Aufklärung. Typisch ist eine Spannung zwischen Wissen und Nichtwissen: Du bekommst Hinweise, aber nicht sofort die Lösung. Dadurch entsteht ein Rätsel oder eine Bedrohung, die dich zum Weiterlesen motiviert.
Hauptformen und Untergattungen
Im Alltag werden viele Kriminalromane als Thriller vermarktet, doch das Genre ist vielfältig. Diese Formen begegnen dir besonders häufig:
- Detektivroman: Eine (oft private) Ermittlungsfigur löst ein Rätsel anhand von Indizien; klassisch ist das „Wer-war’s?“-Prinzip (auch: Whodunit).
- Polizeikriminalroman: Ermittlungen stehen als Teamarbeit, Routine, Aktenlage und reale Abläufe im Fokus (auch: Police Procedural).
- Thriller: Die Bedrohung eskaliert, Tempo und Gefahr steigen; häufig wird der Ermittler selbst zum Ziel.
- Psychothriller: Innere Konflikte, Manipulation, Wahrnehmung, Angst und psychologische Motive dominieren.
- Noir: Düstere Atmosphäre, moralische Ambivalenz, gesellschaftliche Abgründe; klare „Gut-Böse“-Grenzen werden unsicher.
- Regionalkrimi: Schauplatz und lokale Kultur prägen Handlung, Milieu und Sprache.
- Cozy Crime: Rätsel und Figuren stehen im Vordergrund, Gewalt wird oft weniger explizit dargestellt.
Typische Bausteine einer Krimi-Handlung
Viele Kriminalromane nutzen wiederkehrende Bausteine, die du beim Lesen erkennen und beim Schreiben bewusst einsetzen kannst:
- Ausgangslage (Normalität): Eine Welt mit Regeln, Beziehungen, Alltag.
- Störung (Tat): Ein Ereignis sprengt die Ordnung.
- Ermittlung (Suche): Fragen, Verdächtige, Widersprüche, Indizien.
- Falsche Fährten (Irrwege): Hinweise, die plausibel wirken, aber in die Irre führen.
- Wendepunkt (Enthüllung): Ein neues Indiz kippt die Deutung.
- Showdown (Konfrontation): Wahrheit trifft auf Gefahr/Entscheidung.
- Auflösung (Erklärung): Täter, Motiv und Tathergang werden nachvollziehbar.
Erzähltechniken im Kriminalroman
Spannung entsteht nicht nur durch den Fall, sondern durch Erzählweise:
- Erzählperspektive: Ich-Erzähler, personale Sicht (nah an einer Figur), auktoriale Erzählinstanz (überblickend).
- Zeitstruktur: lineares Erzählen, Rückblenden, parallele Handlungsstränge, Countdown.
- Informationssteuerung: Du weißt mehr oder weniger als die Figuren (Spannungsprinzip).
- Cliffhanger: Kapitel enden offen oder bedrohlich, um Lesedruck zu erzeugen.
- Foreshadowing: Vorzeichen, die später Bedeutung gewinnen (zarte Hinweise statt platte Lösung).
Figuren im Krimi: Rollen und Funktionen
Figuren sind im Kriminalroman oft funktional aufgebaut, aber in guten Texten zugleich komplex:
- Ermittlerfigur: beobachtet, kombiniert, irrt, lernt; bringt oft eigene Konflikte mit.
- Täterfigur: handelt aus Motiv, Druck, Ideologie oder Verzweiflung; kann sichtbar oder verborgen bleiben.
- Opferfigur: kann mehr sein als „Auslöser“; Biografie und Beziehungen sind häufig entscheidend.
- Nebenfiguren: Zeugen, Verdächtige, Helfer, Gegenspieler; sie liefern Informationen, Emotion und Ablenkung.
Sprache und Stil: Wie Krimis wirken
Krimis nutzen sprachliche Mittel gezielt:
- Dialog: Verhör, Andeutung, Lüge, Konflikt, Tempo.
- Beschreibung: Atmosphäre (Ort, Wetter, Licht), Spuren, Details.
- Metapher und Symbol: Verdichtung von Angst, Schuld, Dunkelheit, Ordnung.
- Satzbau: kurze Sätze für Tempo, längere Passagen für Analyse und Reflexion.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was steht im Zentrum eines Kriminalromans? (Aufklärung einer Straftat) (!Romantische Liebesgeschichte ohne Konflikt) (!Reisebericht ohne Rätsel) (!Reines Gedicht über Natur)
Welche Form fragt besonders stark „Wer war es?“ und baut auf Rätselstruktur? (Detektivroman) (!Regionalkrimi) (!Noir) (!Coming-of-Age)
Wie heißt ein typisches Element, das Lesende bewusst in die Irre führen kann? (Falsche Fährte) (!Reim) (!Fußnote) (!Märchenformel)
Was bezeichnet ein Indiz am besten? (Ein Hinweis, der auf Täter oder Tathergang hindeuten kann) (!Eine zufällige Nebenfigur ohne Funktion) (!Ein Kapitelende mit Happy End) (!Ein Gedicht im Roman)
Welche Perspektive kann Spannung erzeugen, weil du nur weißt, was eine Figur weiß? (Personale Erzählperspektive) (!Wörterbuchperspektive) (!Alphabetische Perspektive) (!Statistische Perspektive)
Was ist im Thriller häufig typisch? (Der Ermittler gerät selbst in Gefahr) (!Es gibt nie eine Bedrohung) (!Es wird ausschließlich in Reimen erzählt) (!Die Handlung besteht nur aus Tagebucheinträgen)
Welche Zeittechnik meint Rückblicke auf frühere Ereignisse? (Rückblende) (!Alliteration) (!Ellipse) (!Onomatopoesie)
Was ist ein Alibi im Krimi-Kontext? (Ein Nachweis, dass jemand zur Tatzeit woanders war) (!Ein geheimer Code im Buchsatz) (!Ein Kapitel ohne Handlung) (!Eine Überschrift am Romanende)
Wozu dient ein Showdown besonders? (Zur Konfrontation und Entscheidung kurz vor der Auflösung) (!Zum Start der Normalität) (!Zur Vorstellung der Figuren ohne Konflikt) (!Zur reinen Landschaftsbeschreibung)
Welche Aussage passt am besten zum Genre Noir? (Düstere Atmosphäre und moralische Ambivalenz) (!Immer komisch und harmlos) (!Immer ohne Verbrechen) (!Immer als Briefroman geschrieben)
Memory
| Indiz | Hinweis mit Bedeutung für die Lösung |
| Alibi | Nachweis eines anderen Aufenthaltsorts |
| Motiv | Grund für die Tat |
| Cliffhanger | Offenes, spannendes Kapitelende |
| Erzählperspektive | Blickwinkel, aus dem erzählt wird |
| Falsche Fährte | Spur, die absichtlich oder zufällig täuscht |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Ausgangslage | Normalität vor der Tat |
| Störung | Ereignis, das die Ordnung bricht |
| Ermittlung | Systematische Suche nach Wahrheit |
| Wendepunkt | Neues Indiz verändert die Deutung |
| Auflösung | Erklärung von Täter, Motiv und Tathergang |
...
Kreuzworträtsel
| DETEKTIV | Figur, die Hinweise sammelt und Fälle löst |
| INDIZ | Spur, die auf die Lösung hinweisen kann |
| ALIBI | Beleg, zur Tatzeit anderswo gewesen zu sein |
| THRILLER | Krimi-Form mit hoher Bedrohung und Tempo |
| MOTIV | Grund, warum eine Tat begangen wird |
| AUFKLAERUNG | Ziel der Ermittlungen im klassischen Krimi |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Krimi-Lesezeichen: Gestalte ein Lesezeichen, auf dem du fünf typische Krimi-Merkmale in eigenen Worten erklärst und mit Beispielen aus einem gelesenen Text belegst.
- Figurensteckbrief: Erstelle für eine Ermittlerfigur (aus einem Buch, Film oder selbst erfunden) einen Steckbrief mit Stärken, Schwächen, innerem Konflikt und Ziel.
- Indiz-Sammlung: Sammle in einem kurzen Textausschnitt (oder in einem selbst gewählten Krimi-Kapitel) mindestens sechs mögliche Indizien und notiere jeweils eine Deutung.
- Spannungsbarometer: Zeichne (analog oder digital) eine Kurve, die zeigt, wo die Spannung steigt oder fällt, und begründe drei Stellen.
Standard
- Krimi-Szene schreiben: Schreibe eine Szene (300–500 Wörter), in der ein Ermittler ein neues Indiz findet, das die bisherige Theorie verändert.
- Dialoganalyse: Wähle einen Verhör-Dialog (oder schreibe einen) und markiere Stellen, an denen Lüge, Ausweichen oder Druck sprachlich sichtbar werden.
- Erzählperspektive wechseln: Schreibe eine kurze Passage einmal personal und einmal auktorial um und vergleiche die Wirkung auf Spannung und Wissen.
- Falsche Fährte planen: Entwirf eine glaubwürdige falsche Spur: Wer legt sie? Warum wirkt sie plausibel? Woran könnte sie später entlarvt werden?
Schwer
- Plot-Architektur: Entwickle ein vollständiges Krimi-Plot-Exposé mit Ausgangslage, Tat, drei Wendepunkten, Showdown und Auflösung (inklusive Motiv und Indizienkette).
- Gesellschaftskritik im Krimi: Analysiere, welche gesellschaftlichen Themen ein Krimi transportiert (z.B. Macht, Korruption, Medien, Milieu) und belege dies mit mindestens vier Textstellen oder Szenenmerkmalen.
- Noir-Atmosphäre: Schreibe eine Szene im Stil von Noir (Atmosphäre, Moral, Sprache) und erkläre anschließend, welche Stilmittel du bewusst eingesetzt hast.
- Intertextualität: Vergleiche zwei Kriminalformen (z.B. Detektivroman und Thriller) und zeige, wie unterschiedliche Erzählstrategien die Leserlenkung verändern.


Lernkontrolle
- Transferanalyse: Erkläre an einem Beispiel, wie Erzählperspektive und Informationsvergabe zusammen Spannung erzeugen, und formuliere eine alternative Erzählstrategie mit anderer Wirkung.
- Indizienlogik: Prüfe eine Indizienkette auf Plausibilität: Welche Schlüsse sind zwingend, welche nur Vermutungen? Formuliere Verbesserungsvorschläge.
- Figurenethik: Beurteile die Ermittlerfigur: Welche moralischen Entscheidungen trifft sie? Welche Folgen hat das für die Aussage des Textes?
- Genrevergleich: Zeige an zwei kurzen Inhaltsangaben, wie sich Thriller und Detektivroman im Spannungsaufbau unterscheiden, und leite Kriterien zur Unterscheidung ab.
- Schlussvarianten: Entwirf zwei verschiedene Auflösungen für denselben Fall (eine „gerechte“, eine ambivalente) und erkläre, wie sich die Wirkung auf Lesende verändert.
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