BHAGAVAD-GITA – HINDUISTISCHE ORIENTIERUNG

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Weder derjenige, der denkt, das Lebewesen töte, noch derjenige, der denkt, es werde getötet, besitzt Wissen, denn das Selbst tötet nicht und wird auch nicht getötet. Für die Seele gibt es zu keiner Zeit Geburt und Tod. Sie ist nicht entstanden, sie entsteht nicht, und sie wird nie entstehen. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper getötet wird (Bhagavad-gita 2.12 bis 2.20)


Hat der Mensch Pflichten zu erfüllen? Geregelte Tätigkeiten werden in den Veden vorgeschrieben, und die Veden sind unmittelbar von der Höchsten Persönlichkeit Gottes ausgegangen. Folglich ist die alldurchdringende Transzendenz für ewig in Opferhandlungen gegenwärtig (3.15)


Kann man Pflichten transzendieren? Doch für jemanden, der im Selbst Freude findet, dessen menschliches Leben ein Leben der Selbstverwirklichung ist, dessen Zufriedenheit allein im Selbst gründet und der völlig in sich erfüllt ist - für ihn gibt es keine Pflicht. Ein selbst-verwirklichter Mensch verfolgt bei der Erfüllung seiner Pflichten keine Absicht, und ebenso gibt es für ihn keinen Grund, diese Tätigkeiten nicht zu verrichten. Auch ist es für ihn nicht notwendig, von irgend einem anderen Lebewesen abhängig zu sein. (3.17 und 3.18)


Sollte man Pflichten jemals aufgeben? Daher sollte man aus Pflichtgefühl handeln, ohne an den Früchten der Tätigkeiten zu haften; denn wenn man ohne Anhaftung tätig ist, erreicht man das Höchste. Könige wie Janaka und andere erreichten allein durch die Erfüllung vorgeschriebener Pflichten die Vollkommenheit. Deshalb solltest du deine Arbeit ausführen, und sei es auch nur, um die Allgemeinheit zu lehren. Was auch immer ein bedeutender Mensch tut, dem folgen die gewöhnlichen Menschen. Und nach den Maßstäben, die er durch sein Beispiel setzt, richtet sich die ganze Welt. O Sohn Prithas, in allen drei Planetensystemen gibt es keine Arbeit, die mir vorgeschrieben ist. Weder mangelt es mir an etwas, noch muss ich irgend etwas erreichen - und dennoch beschäftige ich mich mit der Erfüllung der vorgeschriebenen Pflichten. Denn würde ich es jemals verfehlen, die vorgeschriebenen Pflichten sorgfältig auszuführen, o Partha, folgten gewiss alle Menschen meinem Pfad. Wenn ich die vorgeschriebenen Pflichten nicht erfüllen würde, gingen alle Welten zugrunde. So wie die Unwissenden ihre Pflichten mit Anhaftung an die Ergebnisse ausführen, o Bharata, so führen auch die Gelehrten ihre Pflichten aus, aber ohne Anhaftung, und nur, um die Menschen auf den rechten Pfad zu führen. Ein Weiser sollte den Geist der Unwissenden, die an den fruchttragenden Ergebnissen ihrer vorgeschriebenen Pflichten haften, nicht verwirren. Er sollte sie nicht dazu bewegen, mit ihrer Arbeit aufzuhören; vielmehr sollte er im Geist der Hingabe handeln und sie mit verschiedenen Tätigkeiten beschäftigen. (3.19 bis 3.26)


Wodurch wird man getrieben, von der Pflicht abzuweichen? Es ist Lust allein, Arjuna, die aus Leidenschaft geboren wird und sich später in Zorn umwandelt. Sie ist der allesverschlingende, sündige Feind dieser Welt. Wie Feuer von Rauch, ein Spiegel von Staub und ein Embryo vom Mutterleib bedeckt wird, so wird das Lebewesen von verschiedenen Graden dieser Lust bedeckt. So wird das reine Bewusstsein des weisen Lebewesens von seiner ewigen Feindin in der Form von Lust bedeckt, die niemals befriedigt werden kann und die wie Feuer brennt. Die Sinne, der Geist und die Intelligenz sind die Wohnstätten der Lust. Durch sie bedeckt die Lust das wirkliche Wissen des Lebewesens und verwirrt es. Deshalb, o Arjuna, bester der Bharatas, bezwinge gleich zu Anfang dieses große Symbol der Sünde (die Lust), indem du die Sinne regulierst, und erschlage diese Zerstörerin des Wissens und der Selbstverwirklichung. (3.37 bis 3.41)


Was ist das Zeichen von Loslösung und Selbstzufriedenheit? Wer mit Gewinn zufrieden ist, der von selbst kommt, wer von Dualität frei ist und keinen Neid kennt und wer sowohl bei Erfolg als auch bei Misserfolg ausgeglichen bleibt, wird niemals verstrickt, obwohl er handelt. (4.22)


Wie handelt man zur Freude des Höchsten? Wer bloß allen Tätigkeiten entsagt und sich nicht im hingebungsvollen Dienst des Herrn beschäftigt, kann nicht glücklich werden. Aber ein besonnener Mensch, der hingebungsvollen Dienst ausführt, kann den Höchsten unverzüglich erreichen. Wer in Hingabe handelt, wer eine reine Seele ist und wer Geist und Sinne beherrscht, ist jedem lieb, und jeder ist ihm lieb. Obwohl ein solcher Mensch stets tätig ist, wird er niemals verstrickt. Ein Mensch im göttlichen Bewusstsein weiß im Innern stets, dass er in Wirklichkeit nicht handelt, obwohl er sieht, hört, berührt, riecht, isst, sich bewegt, schläft und atmet. Denn während er spricht, sich entleert, etwas annimmt, seine Augen öffnet oder schließt, weiß er immer, dass nur die materiellen Sinne mit ihren Objekten beschäftigt sind und dass er selbst darüber steht. Wer seine Pflicht ohne Anhaftung erfüllt und die Ergebnisse dem Höchsten Herrn hingibt, wird nicht von sündhaften Handlungen beeinflusst, ebenso wie ein Lotosblatt vom Wasser nicht berührt wird. (5.6 bis 5.10)

Soll man dem Geist freien Lauf lassen oder ihn kontrollieren? Für einen Menschen mit ungezügeltem Geist ist Selbstverwirklichung ein schwieriges Unterfangen. Demjenigen aber, dessen Geist beherrscht ist und der sich mit geeigneten Mitteln bemüht, ist der Erfolg sicher. Das ist Meine Meinung. (6.36)


Ist alles vergeblich gewesen, wenn man im Leben scheitert? O Sohn Prithas, ein Transzendentalist, der Glück bringenden Tätigkeiten nachgeht, wird weder in dieser Welt noch in der spirituellen Welt Vernichtung erleiden; wer Gutes tut, Mein Freund, wird niemals vom Schlechten besiegt. Nach vielen, vielen Jahren des Genusses auf den Planeten der frommen Lebewesen wird der gescheiterte Yogi in einer Familie rechtschaffener Menschen oder in einer reichen, aristokratischen Familie geboren. Oder er wird in einer Familie von Transzendentalisten geboren, die zweifelsohne große Weisheit besitzen. Wahrlich, eine solche Geburt ist sehr selten in dieser Welt. Wenn er in einer solchen Familie geboren wird, erweckt er das göttliche Bewusstsein seines vorigen Lebens wieder und versucht, weiteren Fortschritt zu machen, um vollständigen Erfolg zu erreichen, o Sohn Kurus. (6.40 bis 6.43)

Aus welchen grundlegenden Prinzipien besteht die materielle Welt? Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, Intelligenz und falsches Ego – all diese acht Elemente bilden zusammen Meine abgesonderten, materiellen Energien. (7.4)


Kann man Gott wahrnehmen? O Sohn Kuntis, ich bin der Geschmack des Wassers, das Licht der Sonne und des Mondes und die Silbe OM in den vedischen Mantras; ich bin der Klang im Äther und die Fähigkeit im Menschen. Ich bin der ursprüngliche Duft in der Erde, und ich bin die Hitze im Feuer. ich bin das Leben in allem Lebendigen, und ich bin die Entsagung der Asketen. O Sohn Prithas, wisse, dass ich der ursprüngliche Same alles Existierenden, die Intelligenz der Intelligenten und die Macht aller mächtigen Menschen bin. Ich bin die Stärke der Starken, frei von Leidenschaft und Verlangen und ich bin die Sexualität, die nicht im Widerspruch zu den religiösen Prinzipien steht, o Herr der Bharatas. (7.8 bis 7.11)

Warum gibt es so viele verschiedene Religionen oder Glaubensrichtungen? Ich weile als Überseele im Herzen eines jeden. Sobald jemand den Wunsch hat, eine bestimmte Gottheit zu verehren, festige ich seinen Glauben, so dass er sich dieser bestimmten Gottheit hingeben kann. (7.21)

Gotteslob Ohne Unterlass preisen sie meine Herrlichkeit, bemühen sich mit großer Entschlossenheit und verneigen sich vor mir. So verehren mich die großen Seelen unaufhörlich mit Hingabe. (9.14)


Wer ist Gott besonders lieb? Wer nicht neidisch ist, sondern allen Lebewesen ein gütiger Freund ist, wer keinen Besitzanspruch erhebt und von falschem Ego frei ist, wer in Glück und Leid gleichmütig bleibt, wer duldsam, immer zufrieden und selbst beherrscht ist und sich mit Entschlossenheit im hingebungsvollen Dienst beschäftigt, indem er Geist und Intelligenz auf mich richtet - ein solcher Geweihter ist mir sehr lieb. (12.13 und 12.14)

Gott im Herzen oder wo finde ich Gott? Ich verweile im Herzen eines jeden, und von mir kommen Erinnerung, Wissen und Vergessen. Das Ziel aller Veden ist es, mich zu erkennen. Wahrlich, ich bin der Verfasser des Vedanta, und ich bin der Kenner der Veden. (15.15)

Alle belohne ich in dem Maße, wie sie sich mir ergeben. Jeder folgt meinem Pfad in jeder Hinsicht, O Sohn Prithas. (4.11)


Eigenschaften der Heiligen (Suras) oder was zeichnet heilige Menschen aus? Furchtlosigkeit, Läuterung des Daseins, Kultivierung spirituellen Wissens, Mildtätigkeit, Selbstbeherrschung, Darbringung von Opfern, Studium der Veden, Entsagung, Einfachheit, Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Freisein von Zorn, Ausgeglichenheit, Abneigung gegen Fehlerfinden, Mitleid mit allen Lebewesen, Freisein von Habsucht, Freundlichkeit, Bescheidenheit, feste Entschlossenheit, Stärke, Nachsicht, Standhaftigkeit, Sauberkeit und das Freisein von Neid und dem leidenschaftlichen Verlangen nach Ehre – diese transzendentalen Eigenschaften zeichnen heilige Menschen aus, die von göttlicher Natur sind. (16.1 bis 16.3)

Eigenschaften der Dämonen (Asuras) oder welche Eigenschaften sind unvorteilhaft? Stolz, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Zorn, Grobheit und Unwissenheit - diese Eigenschaften gehören zu denen, die von dämonischer Natur sind. (16.4)

Was erwartet mich in zukünftigen Leben? Was auch immer der Daseinszustand ist, an den man sich erinnert, während man seinen Körper verlässt, o Sohn Kuntis, diesen Zustand wird man ohne Zweifel erreichen. (8.6)

Wie kann man über Gott meditieren? Man sollte über die Höchste Persönlichkeit als denjenigen meditieren, der alles weis, der der Älteste ist, der Meister und Beherrscher von allem, der kleiner als das Kleinste ist, jenseits aller materiellen Vorstellungen und völlig unbegreiflich, und der immer eine Person ist. Er ist leuchtend wie die Sonne, und er ist transzendental, jenseits der materiellen Natur. (8.9)

Wo ist das Reich Gottes? Jedoch gibt es noch eine andere, unmanifestierte Natur, die ewig ist und zur manifestierten und unmanifestierten Materie in transzendentaler Stellung steht. Sie ist über alles erhaben und vergeht niemals. Wenn alles in der Welt vernichtet wird, bleibt dieser Teil, wie er ist. Das, was die Vedantisten als unmanifestiert und unfehlbar beschreiben und was als der höchste Bestimmungsort bezeichnet wird, der Ort, von dem man, wenn man ihn erreicht, nie wieder zurückkehrt - dies ist Mein höchstes Reich. (8.20 und 8.21)

Wie kann man das Reich Gottes erreichen? Der Herr, die höchste Persönlichkeit Gottes, der größer ist als alle, kann durch ungetrübte Hingabe erreicht werden. Obwohl er sich in seinem Reich aufhält, ist er alldurchdringend, und alles ruht in ihm. (8.22)


Eigenschaften Gottes Ich bin der Vater des Universums, die Mutter, der Erhalter und der Großvater. Ich bin der Gegenstand des Wissens, der Läuternde und die Silbe OM. Ich bin auch der Rig-, der Sama- und der Yajur-Veda. Ich bin das Ziel, der Erhalter, der Meister, der Zeuge, das Zuhause, die Zuflucht und der beste Freund. Ich bin die Schöpfung und die Vernichtung, die Grundlage von allem, der Ruheort und der ewige Same. O Arjuna, ich sorge für Wärme, und ich bin es, der den Regen zurückhält und aussendet. Ich bin die Unsterblichkeit, und ich bin auch der personifizierte Tod. Sowohl die spirituelle als auch die materielle Energie befinden sich in mir. (9.17 bis 9.19)

Ergebung Gib alle Arten von Religion auf, und ergib dich einfach mir. Ich werde dich von allen sündhaften Reaktionen befreien. Fürchte dich nicht. (18.66)


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