Es ist normal, verschieden zu sein?


Einleitung

In diesem aiMOOC beschäftigen wir uns mit dem Thema "Behinderung, Norm, Differenz - soziale, kulturelle, intersektionale Perspektiven auf Behinderung". Dieses Thema umfasst ein breites Spektrum an Diskussionen und Studien, die sich mit der Vielfältigkeit menschlicher Existenz und den gesellschaftlichen Konstruktionen von Normalität und Abweichung befassen. Durch interaktive Elemente und offene Aufgaben wird der aiMOOC angereichert, um ein tiefgreifendes Verständnis für die Komplexität des Themas zu entwickeln und zur kritischen Reflexion über die eigenen Positionen und die der Gesellschaft anzuregen.

Behinderung als soziale Konstruktion

Die Wahrnehmung und Definition von Behinderung haben sich im Laufe der Zeit und in verschiedenen Kulturen erheblich verändert. Während in der Vergangenheit oft eine medizinische Sichtweise dominierte, die Behinderung als individuelles Defizit oder Krankheit betrachtete, hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Paradigmenwechsel vollzogen. Heute verstehen wir Behinderung zunehmend als soziale Konstruktion, die durch gesellschaftliche Barrieren und Einstellungen bedingt ist. Diese Perspektive wird durch den Sozialen Modell von Behinderung unterstützt, das darauf hinweist, dass nicht die physische oder mentale Beeinträchtigung an sich, sondern die gesellschaftlichen Reaktionen und Strukturen Menschen mit Behinderungen einschränken.

Kulturelle Perspektiven auf Behinderung

Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft Behinderung wahrnimmt und bewältigt, ist tief in ihren kulturellen Normen und Werten verankert. Kulturelle Unterschiede können die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen erheblich beeinflussen, von der Art der Unterstützung und Integration in die Gemeinschaft bis hin zu den Barrieren, mit denen sie konfrontiert sind. Ein interkultureller Vergleich bietet wertvolle Einblicke in alternative Ansätze zur Inklusion und zum Umgang mit Differenz.

Intersektionale Perspektiven auf Behinderung

Intersektionalität, ein Konzept, das ursprünglich aus der feministischen Theorie stammt, hat sich als wichtiges Analyseinstrument auch in der Behinderungsforschung etabliert. Es erlaubt uns, zu verstehen, wie sich verschiedene Formen von Diskriminierung und Ungleichheit, wie Geschlecht, Rasse, Klasse und Behinderung, überschneiden und verstärken. Durch eine intersektionale Perspektive können wir die vielfältigen Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen in ihrer ganzen Komplexität erfassen und adressieren.


Quiz:

Was versteht man unter dem sozialen Modell von Behinderung? (Eine Sichtweise, die Behinderung als Resultat von gesellschaftlichen Barrieren und Einstellungen betrachtet) (!Eine medizinische Diagnose, die individuelle Defizite hervorhebt) (!Ein rechtliches Konzept, das sich ausschließlich auf den Zugang zu Sozialleistungen konzentriert) (!Eine pädagogische Strategie, die auf spezielle Bildungsbedürfnisse ausgerichtet ist)

Welche Rolle spielt die Kultur bei der Wahrnehmung von Behinderung? (Sie prägt die gesellschaftlichen Normen und Werte, die die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen beeinflussen) (!Sie hat keinen Einfluss auf die soziale Integration von Menschen mit Behinderungen) (!Sie bestimmt ausschließlich die medizinische Behandlung von Behinderungen) (!Sie wirkt sich nur auf die architektonische Gestaltung öffentlicher Räume aus)

Was ermöglicht eine intersektionale Analyse im Kontext von Behinderung? (Sie erfasst, wie sich verschiedene Formen von Diskriminierung und Ungleichheit überschneiden und verstärken) (!Sie konzentriert sich ausschließlich auf die finanziellen Aspekte von Behinderung) (!Sie negiert die Bedeutung kultureller Unterschiede) (!Sie fördert eine rein medizinische Betrachtung von Behinderung)






Memory

Soziales Modell Gesellschaftliche Barrieren
Kulturelle Perspektive Normen und Werte
Intersektionalität Überschneidung von Diskriminierungsformen
Medizinisches Modell Individuelle Defizite
Inklusion Teilhabe aller in der Gesellschaft






Offene Aufgaben

Leicht

  1. Reflexion eigener Vorstellungen: Überlege, welche Vorstellungen du von Behinderung hast und wie diese durch dein Umfeld geprägt wurden.
  2. Vergleich kultureller Ansätze: Recherchiere, wie zwei unterschiedliche Kulturen mit Behinderung umgehen, und vergleiche ihre Ansätze.
  3. Diskussion soziales Modell: Diskutiere in einer Gruppe, inwiefern das soziale Modell von Behinderung in deinem Alltag sichtbar wird.

Standard

  1. Analyse von Medieninhalten: Analysiere, wie Menschen mit Behinderungen in den Medien dargestellt werden und reflektiere über die dabei vermittelten Botschaften.
  2. Planung einer inklusiven Veranstaltung: Entwirf ein Konzept für eine Veranstaltung, die vollständig barrierefrei und inklusiv ist.
  3. Intersektionale Biografien: Schreibe die Biografie einer fiktiven Person mit mehreren Identitätsmerkmalen, die Diskriminierung erfahren könnte.

Schwer

  1. Entwicklung eines Inklusionsprojekts: Entwickle ein Projekt, das konkrete Maßnahmen zur Förderung von Inklusion in deiner Gemeinde umsetzt.
  2. Forschungsarbeit zu intersektionalen Perspektiven: Verfasse eine kleine Forschungsarbeit, die die Lebensrealität von Menschen mit Behinderungen aus einer intersektionalen Perspektive beleuchtet.
  3. Kritische Analyse von Gesetzgebung: Untersuche die Gesetzgebung deines Landes hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen.




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Lernnachweis

  1. Vergleich soziales vs. medizinisches Modell: Erläutere die Unterschiede zwischen dem sozialen und dem medizinischen Modell von Behinderung und diskutiere die Implikationen für die Gesellschaft.
  2. Kulturelle Einflüsse auf Behinderung: Beschreibe, wie kulturelle Normen und Werte die Wahrnehmung und Behandlung von Menschen mit Behinderungen beeinflussen können.
  3. Intersektionale Analyse: Führe eine intersektionale Analyse durch, um zu zeigen, wie Behinderung mit anderen sozialen Kategorien wie Geschlecht, Ethnizität und Klasse interagiert.
  4. Reflexion über Inklusion: Reflektiere über Maßnahmen, die die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Lebensbereichen fördern können.
  5. Kritische Betrachtung von Barrieren: Identifiziere und analysiere Barrieren, die Menschen mit Behinderungen in deiner Umgebung im Alltag begegnen, und schlage Verbesserungen vor.



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Einzelnachweise

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  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
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Abitur Gerichtskomödie; Fragmentdrama über Gewalt/Entmenschlichung; Erinnerungsroman über deutsche Brüche; moderner Roman über Schuld, Macht und Bürokratie.

Niedersachsen

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  1. Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist
  2. Das kunstseidene Mädchen - Irmgard Keun
  3. Die Marquise von O. - Heinrich von Kleist
  4. Über das Marionettentheater - Heinrich von Kleist

Abitur Schwerpunkt auf Drama/Roman sowie Kleist-Prosatext und Essay (Ehre, Gewalt, Unschuld; Ästhetik/„Anmut“).

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  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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Sachsen (berufliches Gymnasium)

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  1. Der zerbrochne Krug - Heinrich von Kleist
  2. Heimsuchung - Jenny Erpenbeck

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Thüringen

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  1. (keine fest benannte landesweite Pflichtlektüre veröffentlicht; Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool)

Abitur In der Praxis häufig Orientierung am gemeinsamen Aufgabenpool; landesweite Einzeltitel je nach Vorgabe/Handreichung nicht einheitlich ausgewiesen.

Mecklenburg-Vorpommern

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  1. (Quelle aktuell technisch nicht abrufbar; Beteiligung am gemeinsamen Aufgabenpool bekannt)

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Rheinland-Pfalz

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Abitur Keine landesweite Einheitsliste; Auswahl kann schul-/kursbezogen erfolgen.




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