DIE BLUMENINSEL (ILHA DAS FLORES) von Jorge Furtado: Unterschied zwischen den Versionen
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'''[[Insel der Blumen|Insel der Blumen]]''' (Originaltitel: '''[[Ilha das Flores]]''') ist ein brasilianischer '''[[Kurzfilm]]''' von '''[[Jorge Furtado]]''' (Produktion 1989, internationale Festivalrezeption ab 1990). In nur rund 13 Minuten entfaltet der Film ein cineastisches '''[[Essayfilm|Essay]]''' über '''[[Kapitalismus]]''', '''[[Wert (Wirtschaft)|Wert]]''', '''[[Armut]]''' und '''[[Dehumanisierung]]'''. Die Erzählstimme erklärt die Welt mit scheinbar wissenschaftlicher Nüchternheit, als würde sie einem Lexikon entnommen. Genau diese '''unterkühlte Logik''' führt zu einer erschütternden Einsicht: Ein System kann '''rational''' funktionieren und zugleich '''moralisch''' scheitern. | |||
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== Film kurz verorten: Was macht ihn so besonders? == | |||
Der Film kombiniert '''[[Montage (Film)|Montage]]''', '''[[Collage]]''', Fotos, Archivmaterial, Texttafeln und Realaufnahmen. Diese Ästhetik erinnert an einen schnellen '''[[Videoclip]]''': harte Schnitte, pointierte Begriffsdefinitionen, überraschende Bedeutungswechsel. Dadurch entsteht eine „'''Logik des Absurden'''“: Eine lückenlose '''Kausalkette''' wird aufgebaut, die am Ende in eine Situation führt, die menschlich kaum erträglich ist. | |||
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== Lernziele (Du kannst am Ende ...) == | |||
# die filmische '''Erzählstrategie''' (Definitionen, Wiederholungen, Kausalketten) erklären und an Beispielen belegen | |||
# die Begriffe '''[[Tauschwert]]''', '''[[Gebrauchswert]]''', '''[[Warenform]]''' und '''[[Profit]]''' auf die Filmhandlung anwenden | |||
# die dargestellte '''Hierarchie''' (Besitz, Marktwert, „Nützlichkeit“) ethisch reflektieren | |||
# Montage, Ton, Bildmaterial und Rhythmus als Mittel der '''[[Medienanalyse]]''' untersuchen | |||
# eigene Positionen zu '''Freiheit''', '''Verantwortung''' und '''Gerechtigkeit''' argumentativ entwickeln | |||
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== Voraussetzungen == | |||
Du brauchst kein Vorwissen, aber hilfreich sind Grundideen zu '''[[Wirtschaft]]''', '''[[Ethik]]''' und '''[[Dokumentarfilm]]'''. Wichtig ist vor allem: genau hinschauen, Begriffe sauber benutzen, Belege aus dem Film anführen. | |||
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== Medien zum Einstieg == | |||
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= Inhalt und Analyse = | |||
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== 1. Die erzählerische Struktur: Die hyper-rationale „Logik des Absurden“ == | |||
Der Film nutzt eine '''hyper-rationale''' Erzählinstanz: ein '''[[Voice-over]]''' im Ton eines Schulbuchs oder einer Enzyklopädie. Diese Stimme arbeitet mit '''Definitionen''' („X ist ...“), '''Begriffsketten''' und '''Folgerungen''' („also ...“). Gerade weil die Sprache so sachlich wirkt, trifft der Kontrast zum Inhalt umso härter. | |||
Zentrale Mittel: | |||
# '''Wiederholung als Demaskierung''': Der Film definiert den Menschen biologisch über ein „'''hochentwickeltes [[Telencephalon]]'''“ und einen „'''opponierbaren Daumen'''“. Die Wiederholung reduziert Menschen auf Merkmale, die zwar korrekt sind, aber '''nicht erklären''', warum Menschen dennoch in entwürdigenden Verhältnissen leben. | |||
# '''Kausalketten als Zwangslogik''': Eine Tomate wird zu einem Baustein einer langen Ursache-Wirkung-Kette: Anbau, Transport, Verkauf, Kauf, Ausschuss, Müll, Sortierung, Fütterung, Reste. Jedes Glied erscheint für sich „vernünftig“, doch das Gesamtergebnis ist moralisch schockierend. | |||
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== 2. Die ökonomische Kritik: Von Gebrauch zu Tausch, von Wert zu Abfall == | |||
Die Tomate besitzt einen '''[[Gebrauchswert]]''' (sie kann gegessen werden). Im Film dominiert jedoch der '''[[Tauschwert]]''': relevant wird, was jemand '''zahlen''' kann und will. Sobald die Tomate für einen Zweck „ungeeignet“ ist (z.B. für eine Soße), fällt sie aus der Wertlogik heraus und wird zu '''Abfall'''. | |||
Wichtige Denkfiguren: | |||
# '''[[Geld]] als Abstraktion''': Geld löst das Problem komplizierter Tauschverhältnisse, aber es entkoppelt Dinge von unmittelbaren Bedürfnissen. Essen wird zur Ware, Bedürftigkeit wird zur „Nicht-Nachfrage“. | |||
# '''[[Profit]] (Lucro) als Systemmotor''': Profit entsteht als Differenz zwischen zwei Geldmengen. Der Film zeigt, wie Profit nicht „böse“ sein muss, aber in der Praxis zu einer Logik führt, in der der '''Marktwert''' wichtiger wird als der '''menschliche Wert'''. | |||
# '''Abfall ist nicht „wertlos“, sondern „nicht mehr profitabel“''': Müll ist im Film ein Ergebnis von Entscheidungen entlang der Wertkette. | |||
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== 3. Die Hierarchie des Lebens: Besitz schlägt Bedürfnis == | |||
Der erschütternde Kern liegt in der Ordnung, die auf der Müllinsel sichtbar wird. Dort entscheidet nicht Hunger über Essen, sondern '''Eigentum''' und '''Zuweisung von Wert'''. | |||
Die filmische Hierarchie: | |||
# '''Der Besitzer''' (Land und Schweine): Er hat Eigentum, damit Kontrolle. | |||
# '''Das Schwein''': Es hat '''Marktwert''' und gehört jemandem. Deshalb wird es bevorzugt versorgt. | |||
# '''Frauen und Kinder''' ohne Geld und ohne „Besitzer“: Sie stehen unter dem Schwein in der Versorgungskette, weil sie in der Logik der Ware keinen „Schutz“ durch Eigentum besitzen. | |||
Diese Reihenfolge ist keine „Naturordnung“, sondern eine '''gesellschaftliche Konstruktion'''. | |||
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== 4. Philosophische Kernpunkte: Freiheit als Paradoxon == | |||
Der Film arbeitet mit einem bitteren Paradox: Am Ende erscheint der Mensch als „frei“, weil er niemandem gehört. Doch diese Freiheit kann im System der Warenlogik zur '''Freiheit des Mangels''' werden: frei, aber ohne Zugang zu Ressourcen. | |||
Dazu passt das berühmte Zitat von '''[[Cecília Meireles]]''': | |||
„'''Freiheit ist ein Wort, das der menschliche Traum nährt, das niemand erklären kann und das niemand nicht versteht.'''“ | |||
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Leitfragen für Deine Deutung: | |||
# Was bedeutet „'''Freiheit'''“, wenn grundlegende Bedürfnisse nicht gesichert sind? | |||
# Wann wird „Freiheit“ zur bloßen '''Abwesenheit von Schutz'''? | |||
# Welche Rolle spielen '''[[Menschenwürde]]''' und '''[[Gerechtigkeit]]''' gegenüber Marktlogiken? | |||
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== 5. Visuelle Ästhetik: Montage als Denkmaschine == | |||
Die schnelle Montage wirkt wie eine '''Denkmaschine''': Bilder dienen nicht der Illusion, sondern der Argumentation. Der Film macht sichtbar, dass '''Film''' nicht nur erzählt, sondern '''beweisen''' und '''schlussfolgern''' kann. | |||
Worauf Du achten solltest: | |||
# '''Rhythmus''': Wie beschleunigen Schnitte Deine Wahrnehmung? | |||
# '''Bild-Text-Spannung''': Wie widersprechen Bilder der sachlichen Sprache? | |||
# '''Schockmoment''': Wie verändert sich Deine Position als Zuschauer, wenn reale Armut in diese Logik hineinschneidet? | |||
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= Interaktive Aufgaben = | |||
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== Quiz: Teste Dein Wissen == | |||
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'''Welche filmische Form passt am besten zu „Insel der Blumen“?''' | |||
(Essayfilm) | |||
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(!Musikvideo ohne Kommentar) | |||
'''Wofür steht die wiederholte Nennung von „Telencephalon“ und „opponierbarem Daumen“ besonders?''' | |||
(Reduktion des Menschen auf biologische Merkmale, um gesellschaftliche Widersprüche zu entlarven) | |||
(!Beweis, dass Biologie Armut automatisch erklärt) | |||
(!Anleitung zur medizinischen Diagnose) | |||
(!Werbung für Anatomieunterricht) | |||
'''Was kritisiert der Film an Geld besonders?''' | |||
(Es abstrahiert Bedürfnisse und macht Tauschwert zentral) | |||
(!Es existiert nur in Brasilien) | |||
(!Es ist chemisch giftig) | |||
(!Es verhindert jede Form von Handel) | |||
'''Warum bekommen die Schweine auf der Müllinsel zuerst organische Reste?''' | |||
(Sie haben als Eigentum einen Marktwert für den Besitzer) | |||
(!Sie haben ein hochentwickeltes Telencephalon) | |||
(!Sie wählen demokratisch die Nahrung) | |||
(!Sie sind gesetzlich Staatsbeamte) | |||
'''Welche Aussage beschreibt die Kausalketten im Film am treffendsten?''' | |||
(Sie zeigen, wie scheinbar logische Einzelschritte zu einem unmenschlichen Ergebnis führen) | |||
(!Sie beweisen, dass Zufall alles bestimmt) | |||
(!Sie sind nur Dekoration ohne Bedeutung) | |||
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'''Was wird aus der Tomate, als sie für den geplanten Zweck „ungeeignet“ ist?''' | |||
(Sie wird zu Abfall innerhalb der Wertkette) | |||
(!Sie wird automatisch zu Geld) | |||
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'''Welche Rolle spielt Montage im Film?''' | |||
(Sie strukturiert Argumente und erzeugt analytische Distanz) | |||
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(!Sie ist ausschließlich Naturdokumentation) | |||
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'''Was ist das Paradox der „Freiheit“ im Film?''' | |||
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(!Freiheit bedeutet immer Wohlstand) | |||
(!Freiheit ist nur ein biologisches Organ) | |||
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'''Welche Ebene verbindet der Film besonders stark?''' | |||
(Ökonomie und Ethik) | |||
(!Astrophysik und Wetterkunde) | |||
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'''Wozu zwingt Dich der Film durch seinen sachlichen Erzählton?''' | |||
(Deine eigenen Wertmaßstäbe und Schlussfolgerungen zu überprüfen) | |||
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| Tomate || Warenkette | |||
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== Kreuzworträtsel == | |||
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| Tomate || Ausgangspunkt der Kette im Film | |||
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| Kapitalismus || System, das Werte über Märkte organisiert | |||
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| Montage || Filmsprache durch Schnitt und Collage | |||
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| Freiheit || Zentrales Schlussmotiv als Paradoxon | |||
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| Profit || Gewinn als Differenz von Geldmengen | |||
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| Daumen || Körpermerkmal, das im Film als Definition wiederkehrt | |||
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== LearningApps == | |||
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== Lückentext == | |||
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{'''Vervollständige den Text.'''<br> | |||
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„Insel der Blumen“ ist ein brasilianischer { Kurzfilm } von Jorge Furtado, der die Reise einer { Tomate } als Argumentationskette erzählt. Der Erzählton wirkt wie ein { Lexikon } und steht im Kontrast zu den gezeigten sozialen Folgen. Im Zentrum steht die Unterscheidung zwischen { Gebrauchswert } und { Tauschwert }, weil Dinge im Markt vor allem als Ware zählen. Geld ermöglicht Tausch, ist aber eine { Abstraktion }, die Bedürfnisse von Zahlungsfähigkeit trennt. Wenn die Tomate für eine Soße ungeeignet erscheint, wird sie zu { Abfall } innerhalb der Wertlogik. Auf der Müllinsel werden zuerst die { Schweine } gefüttert, weil sie Eigentum sind und damit Marktwert haben. Frauen und Kinder ohne Geld und ohne Besitzer stehen in dieser Ordnung { darunter }. Der Film arbeitet stark mit { Montage }, um Denken über Bilder zu organisieren. Am Ende wird „Freiheit“ als Begriff sichtbar, der ohne Ressourcen zur Freiheit { zu_hungern } werden kann. | |||
</quiz> | |||
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= Offene Aufgaben = | |||
=== Leicht === | |||
# [[Filmanalyse]]: Beschreibe in 6 bis 8 Sätzen die Kausalkette der Tomate, ohne zu werten. Markiere anschließend drei Stellen, an denen „Logik“ in „Absurdität“ kippt. | |||
# [[Wert (Wirtschaft)|Wert]]: Erkläre an einem Alltagsgegenstand (z.B. Brot, Handy, Kleidung) den Unterschied zwischen [[Gebrauchswert]] und [[Tauschwert]]. | |||
# [[Montage (Film)|Montage]]: Sammle fünf Standbilder oder freie Bilder von [[Wikimedia Commons]], die zentrale Stationen der Tomatenreise symbolisieren, und begründe Deine Auswahl. | |||
# [[Ethik]]: Formuliere zwei Regeln, die eine „faire“ Verteilung von Lebensmitteln aus Deiner Sicht ausmachen, und vergleiche sie mit der Verteilung im Film. | |||
=== Standard === | |||
# [[Argumentation]]: Erstelle eine „Wenn–dann“-Kette mit mindestens 10 Gliedern, die erklärt, warum Menschen im Film unter Schweinen stehen. Ergänze an drei Stellen eine alternative Entscheidung, die die Kette verändert. | |||
# [[Kapitalismus]]: Diskutiere schriftlich, ob der Film eher eine Kritik an „Kapitalismus“ allgemein oder an konkreten politischen Entscheidungen (Sozialpolitik, Eigentum, Arbeitsmarkt) ist. | |||
# [[Menschenwürde]]: Schreibe einen Kommentar aus der Perspektive einer Person auf der Müllinsel: Was bedeutet „Freiheit“ für Dich in dieser Situation? | |||
# [[Medienkompetenz]]: Analysiere die Rolle des Erzählers: Welche Wirkung hätte der Film mit einem emotionalen Erzähler? Welche Wirkung hat er mit dem sachlichen Ton? | |||
=== Schwer === | |||
# [[Politische Bildung]]: Entwirf ein Konzept für eine kommunale Maßnahme gegen Lebensmittelverschwendung und Armut. Begründe, wie sie die Prioritätenordnung im Film verschieben würde. | |||
# [[Soziale Gerechtigkeit]]: Entwickle ein Modell mit drei Kriterien, nach denen Ressourcen verteilt werden sollten (z.B. Bedürftigkeit, Leistung, Rechte). Wende es auf die Müllinsel-Szene an. | |||
# [[Globalisierung]]: Vergleiche den Film mit einem aktuellen Beispiel aus Lieferketten (Lebensmittel, Kleidung, Elektronik). Zeige, wo Dehumanisierung heute sichtbar wird und wo Gegenstrategien existieren. | |||
# [[Essayfilm]]: Plane einen eigenen 3-Minuten-Essayfilm (Storyboard) zu einem Alltagsprodukt. Nutze Definitionen, Kausalketten und Montage, aber baue am Ende einen Perspektivwechsel ein. | |||
{{:Offene Aufgabe - MOOC erstellen}} | |||
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= Lernkontrolle = | |||
# [[Transferleistung]]: Übertrage die Logik des Films auf ein anderes Gut (z.B. Wasser, Wohnraum, Medikamente). Wo entstehen ähnliche Hierarchien, und warum? | |||
# [[Systemdenken]]: Zeige an drei Stellen, wie einzelne „vernünftige“ Entscheidungen zusammengenommen ein unmenschliches Ergebnis erzeugen können. Welche Ebene müsste verändert werden: Individuum, Markt, Staat, Kultur? | |||
# [[Ethik]]: Beurteile das Freiheits-Paradoxon: Wann ist „Freiheit“ eine Form von Schutz, wann eine Form von Auslieferung? Nutze mindestens zwei Filmbelege. | |||
# [[Medienanalyse]]: Erkläre, wie Montage und Erzähler zusammenarbeiten, um Dich erst analytisch zu distanzieren und dann emotional zu treffen. Welche Szene ist dafür entscheidend? | |||
# [[Handlungsorientierung]]: Entwickle eine begründete Position dazu, ob und wie Kunst (Film) gesellschaftliche Veränderungen anstoßen kann. Nenne eine konkrete Handlung, die aus Deiner Sicht plausibel folgt. | |||
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= OERs zum Thema = | |||
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'''[[Insel der Blumen|Insel der Blumen]]''' | |||
# [[Ilha das Flores]] | |||
# [[Jorge Furtado]] | |||
# [[Essayfilm]] | |||
# [[Kurzfilm]] | |||
# [[Dokumentarfilm]] | |||
# [[Montage (Film)|Montage]] | |||
# [[Collage]] | |||
# [[Voice-over]] | |||
# [[Kapitalismus]] | |||
# [[Wert (Wirtschaft)|Wert]] | |||
# [[Gebrauchswert]] | |||
# [[Tauschwert]] | |||
# [[Warenform]] | |||
# [[Geld]] | |||
# [[Profit]] | |||
# [[Dehumanisierung]] | |||
# [[Armut]] | |||
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# [[Globalisierung]] | |||
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[[Kategorie:Medienbildung]] | |||
[[Kategorie:Politische Bildung]] | |||
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= aiMOOC-Projekte = | |||
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Aktuelle Version vom 3. Februar 2026, 14:17 Uhr


DIE BLUMENINSEL (ILHA DAS FLORES) von Jorge Furtado


DIE BLUMENINSEL (ILHA DAS FLORES) von Jorge Furtado

Einleitung
Insel der Blumen (Originaltitel: Ilha das Flores) ist ein brasilianischer Kurzfilm von Jorge Furtado (Produktion 1989, internationale Festivalrezeption ab 1990). In nur rund 13 Minuten entfaltet der Film ein cineastisches Essay über Kapitalismus, Wert, Armut und Dehumanisierung. Die Erzählstimme erklärt die Welt mit scheinbar wissenschaftlicher Nüchternheit, als würde sie einem Lexikon entnommen. Genau diese unterkühlte Logik führt zu einer erschütternden Einsicht: Ein System kann rational funktionieren und zugleich moralisch scheitern.
Im Zentrum steht eine Tomate, deren Weg von der Plantage über den Supermarkt bis auf eine Mülldeponie verfolgt wird. Dort wird sichtbar, wie eine gesellschaftliche Prioritätenordnung entsteht, in der Schweine (als Besitz mit Marktwert) vor armen Frauen und Kindern (ohne Geld und ohne Eigentümer) versorgt werden.
Film kurz verorten: Was macht ihn so besonders?
Der Film kombiniert Montage, Collage, Fotos, Archivmaterial, Texttafeln und Realaufnahmen. Diese Ästhetik erinnert an einen schnellen Videoclip: harte Schnitte, pointierte Begriffsdefinitionen, überraschende Bedeutungswechsel. Dadurch entsteht eine „Logik des Absurden“: Eine lückenlose Kausalkette wird aufgebaut, die am Ende in eine Situation führt, die menschlich kaum erträglich ist.
Lernziele (Du kannst am Ende ...)
- die filmische Erzählstrategie (Definitionen, Wiederholungen, Kausalketten) erklären und an Beispielen belegen
- die Begriffe Tauschwert, Gebrauchswert, Warenform und Profit auf die Filmhandlung anwenden
- die dargestellte Hierarchie (Besitz, Marktwert, „Nützlichkeit“) ethisch reflektieren
- Montage, Ton, Bildmaterial und Rhythmus als Mittel der Medienanalyse untersuchen
- eigene Positionen zu Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit argumentativ entwickeln
Voraussetzungen
Du brauchst kein Vorwissen, aber hilfreich sind Grundideen zu Wirtschaft, Ethik und Dokumentarfilm. Wichtig ist vor allem: genau hinschauen, Begriffe sauber benutzen, Belege aus dem Film anführen.
Medien zum Einstieg




Film ansehen (Beispiel-Streams auf YouTube)
Inhalt und Analyse
1. Die erzählerische Struktur: Die hyper-rationale „Logik des Absurden“
Der Film nutzt eine hyper-rationale Erzählinstanz: ein Voice-over im Ton eines Schulbuchs oder einer Enzyklopädie. Diese Stimme arbeitet mit Definitionen („X ist ...“), Begriffsketten und Folgerungen („also ...“). Gerade weil die Sprache so sachlich wirkt, trifft der Kontrast zum Inhalt umso härter.
Zentrale Mittel:
- Wiederholung als Demaskierung: Der Film definiert den Menschen biologisch über ein „hochentwickeltes Telencephalon“ und einen „opponierbaren Daumen“. Die Wiederholung reduziert Menschen auf Merkmale, die zwar korrekt sind, aber nicht erklären, warum Menschen dennoch in entwürdigenden Verhältnissen leben.
- Kausalketten als Zwangslogik: Eine Tomate wird zu einem Baustein einer langen Ursache-Wirkung-Kette: Anbau, Transport, Verkauf, Kauf, Ausschuss, Müll, Sortierung, Fütterung, Reste. Jedes Glied erscheint für sich „vernünftig“, doch das Gesamtergebnis ist moralisch schockierend.


2. Die ökonomische Kritik: Von Gebrauch zu Tausch, von Wert zu Abfall
Die Tomate besitzt einen Gebrauchswert (sie kann gegessen werden). Im Film dominiert jedoch der Tauschwert: relevant wird, was jemand zahlen kann und will. Sobald die Tomate für einen Zweck „ungeeignet“ ist (z.B. für eine Soße), fällt sie aus der Wertlogik heraus und wird zu Abfall.
Wichtige Denkfiguren:
- Geld als Abstraktion: Geld löst das Problem komplizierter Tauschverhältnisse, aber es entkoppelt Dinge von unmittelbaren Bedürfnissen. Essen wird zur Ware, Bedürftigkeit wird zur „Nicht-Nachfrage“.
- Profit (Lucro) als Systemmotor: Profit entsteht als Differenz zwischen zwei Geldmengen. Der Film zeigt, wie Profit nicht „böse“ sein muss, aber in der Praxis zu einer Logik führt, in der der Marktwert wichtiger wird als der menschliche Wert.
- Abfall ist nicht „wertlos“, sondern „nicht mehr profitabel“: Müll ist im Film ein Ergebnis von Entscheidungen entlang der Wertkette.
3. Die Hierarchie des Lebens: Besitz schlägt Bedürfnis
Der erschütternde Kern liegt in der Ordnung, die auf der Müllinsel sichtbar wird. Dort entscheidet nicht Hunger über Essen, sondern Eigentum und Zuweisung von Wert.
Die filmische Hierarchie:
- Der Besitzer (Land und Schweine): Er hat Eigentum, damit Kontrolle.
- Das Schwein: Es hat Marktwert und gehört jemandem. Deshalb wird es bevorzugt versorgt.
- Frauen und Kinder ohne Geld und ohne „Besitzer“: Sie stehen unter dem Schwein in der Versorgungskette, weil sie in der Logik der Ware keinen „Schutz“ durch Eigentum besitzen.
Diese Reihenfolge ist keine „Naturordnung“, sondern eine gesellschaftliche Konstruktion.
4. Philosophische Kernpunkte: Freiheit als Paradoxon
Der Film arbeitet mit einem bitteren Paradox: Am Ende erscheint der Mensch als „frei“, weil er niemandem gehört. Doch diese Freiheit kann im System der Warenlogik zur Freiheit des Mangels werden: frei, aber ohne Zugang zu Ressourcen.
Dazu passt das berühmte Zitat von Cecília Meireles: „Freiheit ist ein Wort, das der menschliche Traum nährt, das niemand erklären kann und das niemand nicht versteht.“

Leitfragen für Deine Deutung:
- Was bedeutet „Freiheit“, wenn grundlegende Bedürfnisse nicht gesichert sind?
- Wann wird „Freiheit“ zur bloßen Abwesenheit von Schutz?
- Welche Rolle spielen Menschenwürde und Gerechtigkeit gegenüber Marktlogiken?
5. Visuelle Ästhetik: Montage als Denkmaschine
Die schnelle Montage wirkt wie eine Denkmaschine: Bilder dienen nicht der Illusion, sondern der Argumentation. Der Film macht sichtbar, dass Film nicht nur erzählt, sondern beweisen und schlussfolgern kann.
Worauf Du achten solltest:
- Rhythmus: Wie beschleunigen Schnitte Deine Wahrnehmung?
- Bild-Text-Spannung: Wie widersprechen Bilder der sachlichen Sprache?
- Schockmoment: Wie verändert sich Deine Position als Zuschauer, wenn reale Armut in diese Logik hineinschneidet?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche filmische Form passt am besten zu „Insel der Blumen“? (Essayfilm) (!Romantische Komödie) (!Historienepos) (!Musikvideo ohne Kommentar)
Wofür steht die wiederholte Nennung von „Telencephalon“ und „opponierbarem Daumen“ besonders? (Reduktion des Menschen auf biologische Merkmale, um gesellschaftliche Widersprüche zu entlarven) (!Beweis, dass Biologie Armut automatisch erklärt) (!Anleitung zur medizinischen Diagnose) (!Werbung für Anatomieunterricht)
Was kritisiert der Film an Geld besonders? (Es abstrahiert Bedürfnisse und macht Tauschwert zentral) (!Es existiert nur in Brasilien) (!Es ist chemisch giftig) (!Es verhindert jede Form von Handel)
Warum bekommen die Schweine auf der Müllinsel zuerst organische Reste? (Sie haben als Eigentum einen Marktwert für den Besitzer) (!Sie haben ein hochentwickeltes Telencephalon) (!Sie wählen demokratisch die Nahrung) (!Sie sind gesetzlich Staatsbeamte)
Welche Aussage beschreibt die Kausalketten im Film am treffendsten? (Sie zeigen, wie scheinbar logische Einzelschritte zu einem unmenschlichen Ergebnis führen) (!Sie beweisen, dass Zufall alles bestimmt) (!Sie sind nur Dekoration ohne Bedeutung) (!Sie ersetzen vollständig alle Bilder)
Was wird aus der Tomate, als sie für den geplanten Zweck „ungeeignet“ ist? (Sie wird zu Abfall innerhalb der Wertkette) (!Sie wird automatisch zu Geld) (!Sie wird zu einem Tier) (!Sie wird zu einer Maschine)
Welche Rolle spielt Montage im Film? (Sie strukturiert Argumente und erzeugt analytische Distanz) (!Sie dient nur dazu, Fehler zu verstecken) (!Sie ist ausschließlich Naturdokumentation) (!Sie ersetzt jede Tonspur)
Was ist das Paradox der „Freiheit“ im Film? (Freiheit ohne Ressourcen kann Freiheit zu hungern bedeuten) (!Freiheit bedeutet immer Wohlstand) (!Freiheit ist nur ein biologisches Organ) (!Freiheit ist identisch mit Besitz)
Welche Ebene verbindet der Film besonders stark? (Ökonomie und Ethik) (!Astrophysik und Wetterkunde) (!Sport und Mode) (!Architektur und Zoologie ohne Bezug)
Wozu zwingt Dich der Film durch seinen sachlichen Erzählton? (Deine eigenen Wertmaßstäbe und Schlussfolgerungen zu überprüfen) (!Alle Bilder als unwichtig abzutun) (!Nur auf Gefühle zu vertrauen) (!Jede Analyse zu vermeiden)
Memory
| Tomate | Warenkette |
| Geld | Abstraktion |
| Profit | Differenz |
| Montage | Collage |
| Schwein | Marktwert |
| Freiheit | Paradoxon |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Gebrauchswert | Nutzen eines Gegenstands |
| Tauschwert | Preis im Markt |
| Dehumanisierung | Entwertung von Menschen |
| Montage | Bedeutung durch Schnitt |
| Profit | Gewinn durch Differenz |
...
Kreuzworträtsel
| Tomate | Ausgangspunkt der Kette im Film |
| Kapitalismus | System, das Werte über Märkte organisiert |
| Montage | Filmsprache durch Schnitt und Collage |
| Freiheit | Zentrales Schlussmotiv als Paradoxon |
| Profit | Gewinn als Differenz von Geldmengen |
| Daumen | Körpermerkmal, das im Film als Definition wiederkehrt |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Filmanalyse: Beschreibe in 6 bis 8 Sätzen die Kausalkette der Tomate, ohne zu werten. Markiere anschließend drei Stellen, an denen „Logik“ in „Absurdität“ kippt.
- Wert: Erkläre an einem Alltagsgegenstand (z.B. Brot, Handy, Kleidung) den Unterschied zwischen Gebrauchswert und Tauschwert.
- Montage: Sammle fünf Standbilder oder freie Bilder von Wikimedia Commons, die zentrale Stationen der Tomatenreise symbolisieren, und begründe Deine Auswahl.
- Ethik: Formuliere zwei Regeln, die eine „faire“ Verteilung von Lebensmitteln aus Deiner Sicht ausmachen, und vergleiche sie mit der Verteilung im Film.
Standard
- Argumentation: Erstelle eine „Wenn–dann“-Kette mit mindestens 10 Gliedern, die erklärt, warum Menschen im Film unter Schweinen stehen. Ergänze an drei Stellen eine alternative Entscheidung, die die Kette verändert.
- Kapitalismus: Diskutiere schriftlich, ob der Film eher eine Kritik an „Kapitalismus“ allgemein oder an konkreten politischen Entscheidungen (Sozialpolitik, Eigentum, Arbeitsmarkt) ist.
- Menschenwürde: Schreibe einen Kommentar aus der Perspektive einer Person auf der Müllinsel: Was bedeutet „Freiheit“ für Dich in dieser Situation?
- Medienkompetenz: Analysiere die Rolle des Erzählers: Welche Wirkung hätte der Film mit einem emotionalen Erzähler? Welche Wirkung hat er mit dem sachlichen Ton?
Schwer
- Politische Bildung: Entwirf ein Konzept für eine kommunale Maßnahme gegen Lebensmittelverschwendung und Armut. Begründe, wie sie die Prioritätenordnung im Film verschieben würde.
- Soziale Gerechtigkeit: Entwickle ein Modell mit drei Kriterien, nach denen Ressourcen verteilt werden sollten (z.B. Bedürftigkeit, Leistung, Rechte). Wende es auf die Müllinsel-Szene an.
- Globalisierung: Vergleiche den Film mit einem aktuellen Beispiel aus Lieferketten (Lebensmittel, Kleidung, Elektronik). Zeige, wo Dehumanisierung heute sichtbar wird und wo Gegenstrategien existieren.
- Essayfilm: Plane einen eigenen 3-Minuten-Essayfilm (Storyboard) zu einem Alltagsprodukt. Nutze Definitionen, Kausalketten und Montage, aber baue am Ende einen Perspektivwechsel ein.


Lernkontrolle
- Transferleistung: Übertrage die Logik des Films auf ein anderes Gut (z.B. Wasser, Wohnraum, Medikamente). Wo entstehen ähnliche Hierarchien, und warum?
- Systemdenken: Zeige an drei Stellen, wie einzelne „vernünftige“ Entscheidungen zusammengenommen ein unmenschliches Ergebnis erzeugen können. Welche Ebene müsste verändert werden: Individuum, Markt, Staat, Kultur?
- Ethik: Beurteile das Freiheits-Paradoxon: Wann ist „Freiheit“ eine Form von Schutz, wann eine Form von Auslieferung? Nutze mindestens zwei Filmbelege.
- Medienanalyse: Erkläre, wie Montage und Erzähler zusammenarbeiten, um Dich erst analytisch zu distanzieren und dann emotional zu treffen. Welche Szene ist dafür entscheidend?
- Handlungsorientierung: Entwickle eine begründete Position dazu, ob und wie Kunst (Film) gesellschaftliche Veränderungen anstoßen kann. Nenne eine konkrete Handlung, die aus Deiner Sicht plausibel folgt.
OERs zum Thema
Links
aiMOOC-Projekte
| Mach mit. MOOCit. Beschreibe hier, um welchen Film es sich handelt.
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Video
| Suche im Netz nach Videos, welche den Sachverhalt gut erklären oder erstelle ein eigenes Lernvideo mit Fragen. |
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| Erstelle interaktive Aufgaben, wie z.B. Multiple-Choice-Fragen oder ein Kreuzworträtsel. Du musst beim Bearbeiten einfach nur die Fragen und Antworten anpassen. Du kannst auch andere Aufgaben erstellen z. B. einen Lückentext oder ein Zuordnungsspiel per Drag and Drop. Unter "Interaktive Aufgaben" findest Du einen Überblick und eine ausführliche Anleitung. Klicke auf "bearbeiten" und Du wirst feststellen, dass Du ohne Programmierkenntnisse interaktiven Aufgaben erstellen kannst. |
Multiple-Choice
| Stelle Multiple-Choice-Fragen. Trage in der Klammer für "RICHTIG" die richtige Antwort ein und für die "xxx" jeweils eine falsche Antwort. Das "!" steht für FALSCH. |
Stell hier eine Multiple-Choice-Frage? (RICHTIG) (!xxx) (!xxx) (!xxx)
Stell hier eine Multiple-Choice-Frage? (RICHTIG) (!xxx) (!xxx) (!xxx)
Stell hier eine Multiple-Choice-Frage mit mehreren richtigen Antworten? (RICHTIG) (!xxx) (!xxx) (!xxx) (!xxx) (!xxx) (RICHTIG) (RICHTIG)
Kreuzworträtsel
| Erstelle ein Kreuzworträtsel. Trage für "Frage" eine Aufgabe und für "Lösung" die Antwort ein. |
Anleitung für Nutzer: Um das Kreuzworträtsel zu füllen, drückst du mit der Maus auf ein Feld mit einer Zahl, dann erscheint ein Eingabedialog mit der Frage und der Eingabemöglichkeit.
| LösungEins | Frage 1 |
| LösungZwei | Frage 2 |
| LösungDrei | Frage 3 |
| LösungVier | Frage 4 |
| LösungFünf | Frage 5 |
.
Memory
| Erstelle ein Memory. Ersetze einfach die vorgegebenen Elemente. |
Memory-Titel
Finde die Paare.
| Sich nicht entscheiden können. | |
| Stur etwas Unmögliches versuchen. | |
| Ungeduldig sein. | |
| "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir." | Du kannst MOOCs zu Deinem Schul- oder Lieblingsthema erstellen. |
| "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." | Man sollte früh damit beginnen Mini-MOOCs zu erstellen. |
| "Man wird alt wie ein Haus und lernt nie aus." | Alle können auf MOOCit mitmachen. |
| "Ein Mensch ohne Bildung ist ein Spiegel ohne Politur." | Das Sprichwort kannst Du Dir sicher selbst erklären. |
Lückentext
Lückentext-Beispiel: "Aus Höflichkeit schreibt man in einem Brief die Personalpronomen SIE, IHR, EUCH usw. groß. In privaten Briefen werden Personalpronomen wie DU, DIR, DEIN meist klein geschrieben." >> Sieh Dir das Beispiel im Bearbeitungsmodus bzw. dem Backend an. Die Wörter groß und klein wurden als FETT markiert. Im Frontend erscheint hierfür eine Lücke, die per Drag and Drop gefüllt werden kann. (Eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit bei Smartphones.)
Offene Aufgaben & Projekte
| Stelle offene Aufgaben, welche das Thema betreffen (aber nicht nur Wissen abfragen). Rege zu Aktivitäten an, die mit dem Thema zu tun haben oder präsentiere Dein Projekt. |
1. Titel
A) Vor dem Film: Wie stellen Sie sich eine Insel der Blumen vor? Mit welcher Erwartung gehen Sie in den Film?
B) Der erste Eindruck nach dem Film: Wurde diese Erwartungen erfüllt? Begründen Sie Ihre Antwort.
C) Der Titel weckt bei manchen Kurzfilmfreunden vielleicht zuerst eine falsche Vorstellung dessen, was im Film auf ihn wartet. Welcher Alternativtitel würde den Inhalt Ihrer Meinung nach besser wiedergeben?
2. Text im Vorspann A) Warum stellt Furtado Ihrer Meinung nach, die folgenden Sätze vor den Film? "Dies ist kein Spielfilm." "Es gibt einen Ort mit dem Namen BLUMENINSEL." "Gott existiert nicht.":
B) Text im Abspann: Finde heraus, was im Abspann steht. Warum legt Furtado im Abspann nach?
3. Inhalt der Blumeninsel Geben Sie den Inhalt der „Blumeninsel“ in ihren eigenen Worten wieder. Aufbau: Einleitung = Infos über den Film: Regisseur, Titel, Erscheinungsort, Zeit / Thematik im Überblick Hauptteil = Inhalt des Films zusammenfassen: Ort und Zeit der Handlung bzw. des Ereignisses / Hauptpersonen / Gang der Handlung / Verlauf der Ereignisse Schluss = Bewertung: Absicht des Regisseurs / Eigene Meinung zum Film
4. Film-Analyse Untersuchen Sie die Blumeninsel nach den filmischen Mitteln. Hier kann sicherlich die Addbox „Analyse der einzelnen Elemente“ hilfreich sein.
5. Details: Daumengriff „Der Greifdaumen erlaubt den Menschen eine Zangenbewegung der Finger. Das wiederum ermöglicht eine präzise Handhabung. Das hochentwickelte Telegehirn in Verbindung mit der Fähigkeit einer Zangenbewegung der Finger gab dem menschlichen Wesen die Möglichkeit unzählige Verbesserungen auf seinem Planeten zu verwirklichen. Unter anderem...“
A) Was wird in der „Blumeninsel“ in der bewusst gesetzten „Atempause“ eingeblendet? B) Was möchte der Regisseur mit diesem Bild bewirken? C) Im gesprochenen Text geht es mit der „Tomatenzucht“ weiter.
6. Begriffsdefinitionen: Von Brasilien bis zur Freiheit Im Kurzfilm „Die Blumeninsel“ werden scheinbar objektiven Definitionen über verschiedene Dinge aufgelistet. Z.B.:
Japaner: „Die Japaner unterscheiden sich von anderen menschlichen Wesen durch die Form ihrer Augen, ihre schwarzen Haare und ihre charakteristischen Namen.“
Menschen: „Menschliche Wesen sind Säugetiere, Zweibeiner, die sich von anderen Säugetieren wie Walen oder Zweibeinern wie Hühnern vor allem durch zwei Merkmale unterscheiden: Das hochentwickelte Telegehirn und den Greifdaumen.“ Telegehirn: „Das hochentwickelte Telegehirn erlaubt es dem menschlichen Wesen Informationen zu speichern, sie in Beziehungen zu setzen, zu ordnen und zu verstehen.“
A) Finden Sie die Definitionen von Geld und Nahrung in dem Film und schreiben Sie diese auf. Links zu den Wikieinträgen: • Mensch • Geld • Nahrung
B) Suchen Sie die Definitionen des Menschen, Geld und Nahrung in einer traditionellen Enzyklopädie oder im Internet und vergleichen Sie beide Aussagen miteinander. Wo gibt es Gemeinsamkeiten? Wo gibt es Unterschiede?
C) Welche weiteren Begriffe sind in der Blumeninsel beschrieben? Erstellen Sie eine Art Netz der Begriffe, die den Weg der Tomate beschreiben: Schreiben Sie die Begriffe chronologisch auf und verbinden Sie Begriffe, die durch den Kommentar miteinander verbunden werden. Welche Erklärungen gehören nicht zum roten Faden, der den Weg der Tomate beschreibt?
D) Letzte Worte Letzter gesprochener Text: „Menschliche Wesen unterscheiden sich von anderen Lebewesen durch das hochentwickelte Telegehirn, den Greifdaumen und die Tatsache fei zu sein. Frei ist der Status dessen, der Freiheit genießt. Freiheit ist ein Wort das der menschliche Traum nährt. Es gibt niemanden, der es erklären könnte und niemanden, der es nicht versteht.“
E) Wie erklären Sie sich die Vorgehensweise des Regisseurs Jorge Furtado vom geografischen Start über verschiedene Definitionen bis hin zu dem Begriff „Freiheit“? Was bezweckt der Regisseur Jorge Furtado mit diesen Aussagen?
7. Was hat die Blumeninsel mit der Fußball WM 2014 zu tun? Anders als im Film „Die Blumeninsel“ von Jorge Furtado könnte eine Assoziationskette auch in einen ganz anderen Themenbereich münden. Zum Beispiel von Brasilien, über Furtados Geburtsort Porto Alegre hin zur Fußball WM 2014 in Brasilien. Versuchen sie eine Geschichte im Stil der „Blumeninsel“ zu schreiben. Die folgenden Aufgaben können Ihnen bei der Gestaltung eines Drehbuches helfen.
A) Start-Infos finden: Sammeln Sie Informationen, die unter den folgenden Links aus dem Internet gefunden werden können. (Nicht nur Definitionen aus Wikipedia.) • Brasilien • Porto Alegre • Estádio Beira-Rio • WM2014 in Brasilien • Confederations Cup • Protest in Brasilien • ...
C) Ziel definieren: In der „Blumeninsel“ war das Ziel der Assoziationskette das Thema „Freiheit“. Versuchen Sie in einer Diskussion die Richtung und das Ziel Ihrer Geschichte zu finden. Versuchen Sie, Ihr Ziel in einem Satz festzuhalten.
D) Erweiterung: Suchen Sie weitere Stichworte, die Ihnen helfen, die Kette von Assoziationen weiterzuspinnen, so dass Ihr Ziel am Ende erreicht wird.
E) Schreiben Sie das Drehbuch zu Ihrer Geschichte.
Alternative Vorgehensweise: Die meisten Smartphones haben eine Spracherkennung. Nutze diese um einzelne Begriffe aufzusprechen. Versuche aus den angezeigten zufällig entstandenen Wörtern eine Assoziationskette zu bilden und eine Geschichte zu formulieren, wie dies in der Blumeninsel geschieht.
8. Storyboard Erstellen Sie ein Storyboard* zu Ihrem Drehbuch.
Was ist ein Storyboard? Ein Storyboard ist die zeichnerische Umsetzung eines Drehbuchs mit allen wesentlichen Informationen für die spätere Verfilmung: z.B. Die Einstellungsgröße, die Kameraperspektive, Licht, Ton, Bewegungen usw.
Links • Storyboard auf Wikipedia (D) • Storyboard auf Wikipedia (E) • Storyboard Vorlage
9. Antwortfilm auf die Blumeninsel Versuchen Sie, den Film nach Ihrem Storyboard umzusetzen.
A) Filmausschnitte sammeln: Die „Blumeninsel“ setzt sich auf unterschiedlichen Filmsequenzen (Animationen, Dokumentationen usw.) und Einzelbildern zusammen. Suchen Sie bewegte und starre Bilder, die zu Ihrer Geschichte passen.
B) Selbst filmen: Ergänzen Sie Ihr Rohmaterial in den Bereichen, für welche Sie kein Material gefunden haben, um filmische und fotografische Eigenproduktionen.
C) Schneiden Sie Ihr Rohmaterial zu einem Kurzfilm zusammen.
Hilfreiche Links auf Cineschool:
• Filmmusik • Seiten für junge Filmemacher • Praktische Tipps • Animation • Filmproduktion • Glossar • Weitere Links • Literatur
10. KFK Wettbewerb Nehmen Sie am KFK-Wettbewerb teil. So stellen Sie Ihren Antwortfilm auf die „Blumeninsel“ auf KFK ein: • Film auf YouTube posten • Blumeninsel in der Navigationsspalte (links) anklicken • Addbox erstellen: Vorlage bzw. Modellwahl „Wettbewerbsbeitrag“ • YouTube-Link und alle anderen Informationen (Regie, Besetzung, Kurzinhalt, ...) eingeben • Film verschiedenen Filtern zuordnen: Klasse, Fächer
Bewertung
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Schwierigkeitsgrad:
Autoren
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